1923 2x05

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Die Falle droht zuzuschnappen
Pater Renaud (Sebastian Roche, The Man in the High Castle) und Marshal Kent (Jamie McShane, Bloodline) sind kurz davor, Teonna (Aminah Nieves, „Blueberry“), ihren Vater Runs His Horse (Michael Spears, „Into the West: In den Westen“) und den jungen Pete (Jeremy Gauna, American Primeval) zu schnappen. Sie machen die Cowboys ausfindig, denen die drei beim Viehtrieb geholfen haben. Durch deren Vormann Anders (Ex-Teeniestar C. Thomas Howell, Southland) erhalten sie weitere Anhaltspunkte. Die FlĂŒchtigen schmieden derweil PlĂ€ne, auf verschlungenen Pfaden weiter nach SĂŒden zu reiten. Pete trennt sich von seinen GefĂ€hrten, um das dringend benötigte Wasser zu suchen.
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Erwischt
Spencer (Brandon Sklenar, Westworld) wird von Marshal Mamie Fossett (Jennifer Carpenter, Dexter) und ihren Leuten aufgegriffen. Anfangs wollen sie ihn lediglich befragen, ob er die FlĂŒchtigen gesehen hat. Sie bezweifeln jedoch seine sonstige Geschichte und nehmen ihn mit. Ihm wird zugesichert, seine Heimreise per Zug fortsetzen zu können, wenn sich seine Aussagen in Amarillo bestĂ€tigen.
Hartes Los und weitere EntwĂŒrdigung
Alexandra (Julia Schlaepfer, The Politician) gerĂ€t auf ihrer Zugreise erneut in eine demĂŒtigende Lage. Da sie vorab keine Bordverpflegung gebucht und kein Geld ĂŒbrig hat, um sich im Speisewagen selbst zu versorgen, muss sie sich nach FĂŒrsprache durch einen Kellner als Bedienung verdingen. Dabei macht sie die Bekanntschaft ihrer zwar flippigen, aber anstĂ€ndigen Landsleute Hillary (Janet Montgomery, New Amsterdam) und Paul (Augustus Prew, The Lord of the Rings: The Rings of Power), die sie mit ihrer Bildung beeindruckt.
Doch muss sie auch den ĂŒbergriffigen Bernard Anthony (Chad Doreck, Hollywood) bedienen, der sie als Freiwild betrachtet. AuĂerdem muss sie sich gegenĂŒber ihrer Mitreisenden Mary (Hayley McFarland, Sons of Anarchy) durchsetzen, die ihre eigene Not unehrlich machte.
Als Anthony Alexandra mitten im Speisewagen vor aller Augen sexuelle Gewalt antut, schlĂ€gt sie ihn mit der Kaffeekanne nieder. Alexandra wird daraufhin verhaftet und in einem GepĂ€ckabteil eingesperrt. Aufgrund des Einflusses von Anthony glaubt ihr der Zugchef kein Wort und will die Angelegenheit der Polizei von Chicago ĂŒberlassen.

Pfad der Rache
In Amarillo veranlasst der dortige Sheriff Hutchinson Todd Terry, „Vindication: Rechtfertigung“) ein Telefonat mit seinem Kollegen McDowell (Robert Patrick, Reacher) in Montana, der Spencers IdentitĂ€t bestĂ€tigt. Gleichzeitig beunruhigt McDowell dessen bevorstehende Heimkehr, da er Spencers RacheplĂ€ne wegen seines ermordeten Bruders John fĂŒrchtet. FĂŒr Mamie Fossett besteht jedoch kein Grund, Spencer lĂ€nger festzuhalten und er setzt seine Heimreise fort.
In Montana lÀsst Banner Creighton (Jerome Flynn, Ripper Street) gerade die Leiche der Prostituierten Christy verschwinden, wÀhrend sich deren Freundin Lindy (Madison Rogers) nach Ersatz umsieht.
Neue Hiobsbotschaften
Alexandra kommt in Chicago frei, nachdem ihre neuen Freunde Hillary und Paul ihr zugunsten ausgesagt haben. Allerdings wartet der nĂ€chste RĂŒckschlag schon. Aufgrund des anhaltenden Winters in Montana ist ihr Anschlusszug gestrichen, was die Weiterfahrt auf unbestimmte Zeit verzögert. Hillary und Paul nehmen sie einstweilen mit nach Winnetka. Pete fĂ€llt unterdessen wĂ€hrend seiner Suche nach Wasser in Texas in die HĂ€nde von Renaud und Kent.
Schlimmer geht immer!
Immer dann, wenn in der fortschreitenden Handlung von 1923 das GefĂŒhl aufkommt, die Dinge wenden sich fĂŒr die Hauptfiguren endlich zum Guten, zeigen sich noch gröĂere Steine im Weg als zuvor. Vor allem bei Alexandras Reise nach Yellowstone wird dies ĂŒberdeutlich. Diese wĂ€chst sich zum ausgesprochenen Leidensweg fĂŒr die junge Frau aus, was Darstellerin Julia Schlaepfer weiterhin erstklassig transportiert. Glaubte man in der Folge vergangener Woche noch, die schlimmsten Hindernisse liegen hinter ihr, belehrt uns Only Gunshots to Guide Us eines Besseren. Beziehungsweise treffender gesagt: eines Schlechteren.
Ein weiteres Mal fĂŒgt man der dramatischen Geschichte einen gehörigen Schuss Zeit- und Sozialkritik zu. Reiche Schnösel wie der fiese Bernard Anthony waren und sind damals wie auch vielfach noch heute der Meinung, aufgrund ihrer Privilegierung straffrei tun und lassen zu können, was auch immer sie wollen.
So kommt es zur TĂ€ter-Opfer-Umkehr, indem die von ihm vergewaltigte Alexandra ĂŒber das ihr angetane Leid hinaus auch noch eingesperrt und mit Lobotomie (!!!) bedroht wird. Zwar erweisen sich ihre beiden britischen Landsleute letztlich als Retter in der Not, doch man fragt sich als Zuschauer zu Recht, warum die beiden bei der Gewalttat erst einmal untĂ€tig zugesehen haben. Auf diese Weise bekommt auch die leider bis heute immer wieder einmal aufs Tapet gebrachte GaffermentalitĂ€t ihr Fett weg.

Auf der Flucht
Noch immer hat uns die Dramaserie keinen Hinweis darauf gegeben, in welchem Zusammenhang Teonna Rainwater eigentlich mit den Duttons steht. Die Familienbande in der Produktion sind per se kompliziert. Doch wissen Fans der Hauptserie Yellowstone natĂŒrlich, dass der dortige Reservatschef den gleichen Nachnamen wie die junge Frau trĂ€gt und ergo ein Nachkomme von ihr sein muss. Doch manchmal ist das „Wie“ deutlich spannender als das „Ob“, und dieser Punkt dĂŒrfte in „1923“ noch einige interessante Wendungen hervorbringen, zu denen es in den verbleibenden drei Folgen zwangslĂ€ufig kommen muss.
FĂŒr den Augenblick bangen und zittern wir mit der jungen Indigenen, die durch jahrelange Misshandlungen zu einer Verzweiflungstat getrieben wurde. Auch wenn das Ganze fĂŒr sie letztlich so oder so gut ausgehen sollte. Spannend bleibt auch die Entwicklung von Bösewicht Creighton. Trotz aller bisheriger Untaten des ehemaligen SchĂ€fers werden die Zweifel an seinem Tun fĂŒr Donald Whitfield immer deutlicher; hier zu sehen an seinen Skrupeln bei der Beseitigung der Leiche der ermordeten Prostituierten.
Ohne die GroĂen
Auf Auftritte von Helen Mirren, Harrison Ford und Timothy Dalton gilt es in der aktuellen Folge zu verzichten. DafĂŒr jedoch erleben wir noch einmal den gealterten Teeniestar C. Thomas Howell als Cowboy Anders. Bekannt wurde er in den 80er Jahren durch Rollen unter anderem in „E.T. - Der AuĂerirdische“, „Die Outsider“ und „Die rote Flut“.
Fazit
Stand in der vorherigen Folge vor allem blutig-brachiale Grausamkeit im Vordergrund, ist es diesmal weit eher solche der psychologischen und sozialen Art. Die Mythendemontage geht weiter in einer Serie, die auch weiterhin alles andere als eine Familiensoap herkömmlicher Art ist. Der solide fortschreitende Spannungsaufbau der mehrgleisig erzĂ€hlten Geschichte sorgt jedenfalls in höchst gelungener Art und Weise dafĂŒr, dass das Interesse an der Prequel-Geschichte der Dutton-Sippe auch fĂŒr die restlichen Folgen bestehenbleibt.
Von uns auch diesmal vier von fĂŒnf eisernen Kaffeekannen!
Verfasser: Thorsten Walch am Montag, 24. MĂ€rz 2025(1923 2x05)
Schauspieler in der Episode 1923 2x05
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?