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© zenenfoto aus der Episode „Der Geist von Zebrina“ der Serie „1923“
Jacob (Harrison Ford) aus der Serie 1923 ist durch seine schweren Schussverletzungen nach wie vor bettlägerig, wohingegen Elizabeth (Michelle Randolph) sich in der Obhut von Cara (Helen Mirren) einigermaßen gut erholt hat. Emma Dutton (Marley Shelton) hingegen kann den Tod ihres Ehemannes John nicht verwinden und begeht nach einem harten Streitgespräch mit Cara schließlich Selbstmord.
Spencer (Brandon Sklenar) und Alexandra (Julia Schlaepfer) versuchen derweil in Mombasa, eine Schiffspassage nach Hause zu buchen. Allerdings existiert keine direkte Linie nach Amerika und sie müssen sich nach einer Alternative umsehen.
Pater Renaud (Sebastian Roche) schäumt nach dem Tod der beiden missbräuchlichen Nonnen und der anschließenden Flucht der gepeinigten Teonna Rainwater (Aminah Nieves) vor Wut.
Von Teonnas bester Freundin und Cousine Baapuxti (Leenah Robinson) verlangt er zu erfahren, wo sich die Flüchtige befindet. Als Baapuxti ihm keine Antwort geben kann, foltert er das Mädchen und tötet es anschließend. Dann schickt er seine Helfershelfer auf die Jagd nach Teonna. Diese kommt nur schwer in der ihr durch die Zeit im Klosterinternat völlig entfremdeten Wildnis zurecht und wird von einem Wolf angegriffen und um ein Haar von ihm getötet. Mit knapper Not kann sie sich auf einen höhergelegenen Felsen vor dem Raubtier retten.
Nachdem Spencer erfolglos versucht hat, der resoluten Alexandra die schwierige Reise zu ersparen und stattdessen per Luxusschiff über London über den großen Teich zu schicken, heuern die beiden auf dem Schlepper des todkranken Kapitäns Lucca (Peter Stormare) an, der sie mit zum Sueskanal nehmen soll. Von dort aus wollen sie auf ein Schiff nach Amerika.
Teonna wird mittlerweile von dem Indigenen Hank (Michael Greyeyes) gerettet, der die seinen Leuten von Jacob Dutton geschenkte von Banner Creighton beschlagnahmte Schafherde hütet. Hank nimmt die junge Frau schließlich mit sich. Creighton (Jerome Flynn) hingegen und der bösartige Geschäftsmann Donald Whitfield (Timothy Dalton) schmieden derweil Pläne zur Übernahme von Yellowstone.
Dort hat Elizabeth Cara mitgeteilt, dass sie schwanger ist und Jacob beginnt, sich mit eiserner Disziplin wieder ins Leben zurück zu kämpfen, um das Feld nicht seinen Gegenspielern zu überlassen. Auf Luccas Schlepper begegnen Spencer und Alexandra einem Geisterschiff, das führerlos auf dem Ozean treibt, nachdem es von seiner Mannschaft aufgegeben wurde. Dieses Schiff entwickelt sich zu einer tödlichen Gefahr für die beiden, als Lucca überraschend stirbt.
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Dramatische Ereignisse
Nach einer eher ruhigen Folge in der vergangenen Woche schlägt das Schicksal für sämtliche Hauptfiguren in erbarmungsloser Weise zu.
Das erste und auch tragischste Opfer ist die unglückliche Emma Dutton, die nicht ohne ihren von Creighton und seinen Schergen ermordeten Ehemann leben will und sich aus diesem Grund mit der Flinte suizidiert.
Nach wie vor eher klein, dafür jedoch außerordentlich hintergründig ist die Rolle von Ex-Bond Timothy Dalton, der hier ein weiteres Mal seine große Macht demonstriert. Bisher lässt sich bestenfalls erahnen, woher sein großer Hass auf die Dutton-Sippe rührt, doch wird es im weiteren Serienverlauf der noch ausstehenden drei Folgen von „1923“ bei Paramount+ möglicherweise noch eine entsprechende Auflösung geben.
Düstere Bilder
Ein finsteres, aber dennoch der Handlungszeit der Serie geschuldet realistisches Bild wird von der (in diesem Falle katholischen) Kirche gezeichnet. Oberpfaffe Renaud (grandios böse dargestellt von Sebastian Roche) nimmt sich kurzerhand das Recht heraus, eine seiner Schutzbefohlenen zu Tode zu prügeln, weil diese ihm nicht die verlangten Informationen über den Verbleib der Flüchtigen geben kann, die von einem Mann ihres Volkes gerettet wird. Es bleibt nach wie vor abzuwarten, in welcher Weise dieser Handlungsstrang mit der Haupthandlung von 1923 letztlich verflochten wird.
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Lange Wege
Lange Wege, jeder auf seine eigene Weise, beschreiten sowohl Jacob (Harrison Ford), der zu seiner alten Kraft zurückfinden will, als auch Spencer (Brendan Sklenar) und Alexandra (Julia Schlaepfer). Diese will sich nicht wie in damaliger Zeit üblich als unmündiges Weibchen behandeln lassen, das ein starker Held vor Gefahren schützen muss.
Bei alledem hat jedoch auch die emanzipierte junge Frau sicherlich nicht erwartet, derart in die Bredouille zu geraten. Allerdings ist der Cliffhanger am Ende der Folge lediglich ein halber, da sich vermutlich jeder Zuschauer denken kann, in welcher Weise er aufgelöst wird.
Natürlich pflegt Harrison Ford ein weiteres Mal sein über die Jahrzehnte gewachsenes Tough-Guy-Image, das ihm jedoch ebenso gut zu Gesicht steht wie seiner Kollegin Helen Mirren das ihre als sein knallhartes weibliches Gegenstück. Das Ganze mag dabei definitiv nicht frei von einer gewissen Klischeehaftigkeit sein, doch befinden wir uns in „1923“ schließlich in der Spätzeit des Wilden Westens und dieser war nicht eben für seine zartbesaiteten Bewohner bekannt.
Epische TV-Unterhaltung

„1923“ hält auch in seiner fünften Folge das, was bereits Yellowstone und das erste Prequel 1883 versprochen und ebenfalls eingehalten haben: Fernsehunterhaltung auf cineastischem Niveau, eine Familiengeschichte, die zwar nicht völlig ohne die Elemente der Soap Opera auskommt, diese jedoch in weitaus weniger kitschig pseudo-dramatischer Art einbringt als einstmals etwa bei Dallas (2012) der Fall.
„1923“ erfindet sicherlich das Rad beziehungsweise das Streaming-Fernsehen per se nicht neu, aber es handelt sich um einen der eher seltenen Fälle, in denen Vorschusslorbeeren zumindest in weiten Teilen absolut berechtigt gewesen sind. Es bleibt zu hoffen übrig, dass sich dies auch an den kommenden drei Samstagen in gleicher Weise fortsetzen wird. Auch diesmal konstante vier von fünf Sternen für die hartgesottene Sippe.
Verfasser: Thorsten Walch am Montag, 19. Juni 2023(1923 1x05)
Schauspieler in der Episode 1923 1x05
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