12 Monkeys 1x04

12 Monkeys 1x04

Der Komplex, in dem sich die für die Rettung der Menschheit essentielle Zeitmaschine befindet, wird angegriffen. Dabei bekommen wir nicht nur einen neuen Gegenspieler zu sehen, sondern erleben auch die Episode mit den bislang meisten Zeitsprüngen.

Jones (Barbara Sukowa) bleiben wenige Optionen. / (c) Syfy
Jones (Barbara Sukowa) bleiben wenige Optionen. / (c) Syfy

Der Kampf um das Gebäude, in dem sich die Zeitmaschine befindet, läuft für die Gruppe um Cole (Aaron Stanford) und Ramse (Kirk Acevedo) alles andere als gut. Um die Zukunft des Projektes zu gewährleisten, greift Jones (Barbara Sukowa) zu einer letzten verzweifelten Maßnahme.

You've got one move left, whether you like it or not.

Während der Angriff der West 7 bevorsteht beziehungsweise andauert, erfahren wir mehr über Coles und Ramses Verbindung zu der Gruppierung. Die beiden wurden zwangsrekrutiert und versuchen nun, mit den kompromisslosen Methoden von Anführer Deacon (Todd Stashwick) klarzukommen. Dabei kommt Cole mit seiner Situation wesentlich besser zurecht als Ramse, der einen gegensätzlichen Standpunkt zu Deacons radikaler Überlebensphilosophie vertritt.

Das resultiert darin, dass Deacon von Cole fordert, sich in endgültiger Manier um Ramse zu kümmern. Doch dieser vermag es nicht, seinen Freund umzubringen, und verlässt mit ihm das Camp der West 7. Dabei lässt er auch seine Freundin Max ( Romina D'Ugo) trotz ihrer sich anbahnenden Beziehung zurück.

Umso unangenehmer ist für ihn und Ramse schließlich das Wiedersehen mit ihrem alten Anführer. Diesem ist es gelungen, einen Hintereingang im Komplex zu entdecken, um von dort aus die Festung zu übernehmen. Dabei kommen vor allem Ramse und Jones in tödliche Bedrängnis. In einem letzten Versuch, die Zukunft zu retten, wird Cole von Jones in die Vergangenheit befördert.

Allerdings landet dieser anstatt in Cassandras Zeit lediglich ein paar Tage vor dem Angriff auf die Basis der Wissenschaftler. Er gerät in Gefangenschaft von Deacon und muss feststellen, dass er derjenige war, der es den Angreifern ermöglicht hat, die Basis durch den Hintereingang einzunehmen. Doch dank tatkräftiger Unterstützung von Max gelingt es ihm, dem Angriff Einhalt zu gebieten, seine Freunde zu retten und die Zeitmaschine zu sichern.

Jede Menge Zeitsprünge

Atari gibt sich dem Zeitreisekonzept vollends hin und wechselt dabei ziemlich oft die Ebenen. Dies liegt allerdings nicht nur an Zeitreisen, sondern auch an Flashbacks, innerhalb derer es auch noch Flashforwards gibt. Klingt verwirrend? Ist es auch zuweilen. Um dem vorzubeugen, hätte man zumindest die vergangene Geschichte von Cole, Ramse und den West 7 in einem Stück lassen können.

Die Schwäche der Episode ist allerdings nicht die Geschichte selbst, denn diese fügt sich tatsächlich am Ende der Folge als gelungenes Ganzes zusammen. Vielmehr sind es die Figuren beziehungsweise die Darsteller, die hier ein wenig schwächeln. Ich möchte zwar nicht jedes Mal auf Aaron Stanford herumhacken, doch mit seiner Darstellung des Cole bin ich immer noch nicht richtig warm geworden. Möglicherweise liegt es auch an der inkonsequenten Charakterzeichnung: Er kann beispielsweise keinen Hund erschießen, erwägt aber nach kurzer Zeit in der Gruppe, seinen besten Freund umzubringen.

Whitley (Demore Barnes) unterschätzt fast schon erwartungsgemäß die Gefahr durch West 7. Wenn jemand schon die Aussage „Da können sie unmöglich durchkommen“ von sich gibt, dann ist es schon ziemlich erwartbar, dass genau das passieren wird. Aber die größte Enttäuschung war für mich der neue Antagonist Deacon (Todd Stashwick). Er soll emotionslos und distanziert wirken, doch seine Darstellung macht vielmehr einen ziemlich lustlosen Eindruck. Über die gesamte Folge schafft er es nicht, mit seiner hölzernen Performance Emotionen zu wecken, was vor allem ärgerlich ist, weil er einen charismatischen Anführer darstellen soll. Dementsprechend war ich über seine Flucht enttäuscht - nicht deshalb, weil die Figut der Strafe entkommen ist, sondern eher, weil uns so ein farbloser Gegenspieler erhalten bleibt.

Szenenbild aus der Episode %26bdquo;Atari%26ldquo;. © Syfy
Szenenbild aus der Episode %26bdquo;Atari%26ldquo;. © Syfy

Der kleine Moment zwischen Cole und Jones sowie die Darstellung von Ramse und vor allem auch von Max wissen hingegen zu gefallen. Max ist eine Figur, die im Vergleich zu Deacon gerne mehr Zeit auf dem Bildschirm bekommen darf. Zudem scheinen die Autoren eine gelungene Routine im Spiel mit den Zeitebenen gefunden zu haben, was an Details wie der gelungenen Implementierung vom Ausruf von Max an Cole und dessen Verknüpfung und Aufgriff zu einem späteren Zeitpunkt zu sehen ist. Zwar haben wir neue Hintergrundinformationen zu Cole und Ramse und mit Max und Deacon zwei neue Figuren erhalten, jedoch war storytechnisch erneut kein Fortschritt zu verzeichnen.

Wenn schon eine Auszeit von der Hauptgeschichte genommen wird, hätte man hier vielleicht in tiefere Charakterzeichnung investieren sollen, statt mit vielen Zeitsprüngen und Actionszenen zu arbeiten. Beinahe zu kurz kommt auch die Frage, ob die Serie in einer Schleife abläuft und Coles Handlungen vorbestimmt gewesen waren - schließlich hatte er in doppelter Form großen Anteil an den Geschehnissen in dieser Folge.

Fazit

Viele Zeitsprünge, kein Fortschritt, viel Blei in der Luft sowie ein blasser neuer Antagonist lassen Atari schwächeln. Dagegen kämpfen zwar gute Nebendarsteller an, doch wirklich weiterbringen wird uns wohl erst die nächste Episode. Nur gut, dass die Zeitmaschine eine ordentliche Portion Kugeln wegstecken kann.

Verfasser: Tim Krüger am Samstag, 7. Februar 2015

12 Monkeys 1x04 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 4
(12 Monkeys 1x04)
Deutscher Titel der Episode
Halluzinationen
Titel der Episode im Original
Atari
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 6. Februar 2015 (Syfy)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 15. Juni 2016
Regisseur
David Grossman

Schauspieler in der Episode 12 Monkeys 1x04

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