12 Monkeys 1x01

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In Zeiten, in denen die Angst vor Epidemien - wie durch den Ebolavirus - in den Medien stets prĂ€sent ist, greift 12 Monkeys die PrĂ€misse des Filmes von Regisseur Terry Gilliam erneut auf. Ein Virus, dessen Ursprung im Jahr 2015 vermutet wird, ist verantwortlich fĂŒr die Auslöschung eines GroĂteils der Weltbevölkerung. James Cole (Aaron Stanford), ein Ăberlebender aus dem Jahr 2043, wird per Zeitreise in die Vergangenheit geschickt, um die Verbreitung des tödlichen Virus zu stoppen.
Was geschieht in der Pilotepisode?
Cole wird in der Zeit zurĂŒckbefördert, um mit Hilfe der Ărztin Dr. Cassandra Railly (Amanda Schull) nach Leland Goines (Zeljko Ivanek) zu suchen, dessen Involvierung in biotechnische Experimente als potentieller Auslöser der zukĂŒnftigen Epidemie gilt.
Nachdem es Cole gelingt, Railly von der AuthentizitĂ€t seiner Herkunft und der Dringlichkeit seines Vorhabens zu ĂŒberzeugen, machen sie gemeinsam ihr Ziel ausfindig. Doch es gelingt ihnen nicht, Goines zu eliminieren, sodass beide in dessen Gewalt landen. Goines erzĂ€hlt ihnen, er habe den Zeitreisenden bereits 1998 kennengelernt. Damals sei er auf der Suche nach der Armee der Twelve Monkeys gewesen.
Um aus der prekĂ€ren Lage herauszukommen, kreiert Cole ein Paradoxon, indem er einen Gegenstand aus der Zukunft in der Gegenwart mit sich selbst in BerĂŒhrung bringt. Die anschlieĂende Explosion verschafft ihm den entscheidenden Vorteil, um Goines auszuschalten. Doch dessen Tod hat nicht die erhoffte Wirkung. Der Zeitreisende muss zurĂŒck in die Zukunft, um dort nach einer neuen Lösung zu suchen.
Das aus seiner Suche resultierende Ziel wird ihm schnell deutlich: Er muss herausfinden, wer oder was die Armee der âTwelve Monkeysâ ist und deren Beteiligung am Ausbruch der Krankheit zu Tage fördern. DafĂŒr gibt es nur einen Weg: Er muss wieder in die Vergangenheit, denn dort liegen alle Antworten und Ursachen.
Ein explodierendes Paradoxon
ZunĂ€chst stellt sich die Frage, ob man einen Vergleich des Filmes mit der Serie anstellen sollte. Da 12 Monkeys auf der gleichnamigen Vision des Regisseurs Terry Gilliam basiert und die Charaktere stark an die Figuren des Filmes angelegt sind, halte ich dies fĂŒr angebracht. Dabei werden einem schnell die Grenzen der Serie und die fundamentalen Unterschiede bewusst - vor allem in der visuellen Gestaltung und der Bildsprache.
WĂ€hrend in Gilliams Werk und Bildern eine trostlose Frage an das Unvermeidliche mitschwingt, ist davon in der Pilotepisode nicht viel zu spĂŒren. GrundsĂ€tzlich ist festzustellen, dass sich eine Art Kette zwischen den Vorlagen gebildet hat. Gilliam nahm seine Inspiration aus dem französischen Kurzfilm La JeteĂ©, dem Werk des Philosophen Chris Marker, und machte es fĂŒr eine breitere Masse zugĂ€nglicher. Die Serie macht das Gleiche mit dem Stoff des Films, wodurch das Ganze in puncto Tiefgang wesentlich dĂŒnner wird. Es wird viel Zeit damit verbracht, alles fĂŒr den Zuschauer verstĂ€ndlich zu machen. DafĂŒr fehlt es bisher an den satirischen Elementen, dem schwarzen Humor und der ausweglosen Stimmung der Vorlage.

Szenen, die das Handeln der Serie gegenĂŒber dem Sinnieren des Films unterstreichen, sind beispielsweise, wie das Paradoxon der doppelt existierenden Uhr als krudes und zweckdienliches Instrument fĂŒr den Plot gebraucht wird. Die GegenĂŒberstellung von freiem Handeln und Schicksal, welche am Ende des Films aufkommt, wird auch in der Serie thematisiert. Ich bin gespannt wie es im weiteren Verlauf eingebunden wird. SchlieĂlich ist ein serielles Format darauf ausgelegt, weiter zu gehen, sodass auf die Frage nach den Auswirkungen der Handlungen der Protagonisten sehr bald beantwortet werden dĂŒrfte.
Als Sci-Fi-Thriller funktioniert 12 Monkeys prinzipiell schon. Die Schwerpunkte sind nur mehr auf das Vorantreiben der Handlung gesetzt als auf philosophische Fragen, da verstÀrkt Wert auf die ZugÀnglichkeit der Materie gelegt wurde. Die Entscheidung, aus Cole einen genetisch fortgeschrittenen Menschen mit besonderen HeilkrÀften zu machen, sehe ich zwiespÀltig. Zum einen nimmt man ihm damit von vorne herein eine gewisse Verletzlichkeit, zum anderen könnte das gut mit der Geschwindigkeit des Plots harmonieren.
Wichtig wird vor allem sein, wie gekonnt die Möglichkeiten der PrĂ€misse des Zeitreisens, dem Spiel mit Handlungen und Konsequenzen ausgeschöpft werden. Dies ist das groĂe Alleinstellungsmerkmal, dass vor allem auf lange Sicht betrachtet die Serie davor bewahrt, sich nicht von den konventionellen Sci-Fi-Thrillern abheben zu können.
Die QualitÀt der Produktion scheint zumindest in der Pilotepisode von einem eingeschrÀnktem Budget geprÀgt zu sein. Selbst manche Soundeffekte scheinen aus der Konserve zu kommen. Es wird ein wenig auf die kreativen Ideen des Teams ankommen, das Beste aus der Produktion heraus zu holen.
Die schauspielerischen Leistungen sind recht unterschiedlich. Bösewicht vom Dienst Zeljko Ivanek konnte mich dieses Mal nicht wirklich ĂŒberzeugen. Aaron Stanford ist definitiv kein schlechter Schauspieler und die Dinge, die er vermittelt möchte, kommen auch gelungen rĂŒber. Allerdings fĂŒhlte sich seine Darstellung insofern inkonsistent an, als dass er oftmals zu schnell von neben der Spur und nachdenklich, auf zielstrebig und klar springt, was natĂŒrlich auch mit dem schnell gestrickten Rhythmus des Drehbuchs zusammenhĂ€ngt. Seine Kollegin Amanda Schull macht dagegen bisher einen guten Eindruck. Gespannt sein darf der Zuschauer vor allem auf den Auftritt von Emily Hampshire, welche in der nĂ€chsten Episode das weibliche Ăquivalent zu Brad Pitts Charakter aus Twelve Monkeys darstellen wird.
Fazit
Vergleicht man die Serie mit der Vorlage, so ist es einfach, ihre SchwĂ€chen zu erkennen. Weniger Poesie, FeinfĂŒhligkeit und Tiefgang in der Bildsprache und der Handlung, dafĂŒr mehr ZugĂ€nglichkeit und eine klarere Linie. Wer einen Sci-Fi-Thriller sucht, könnte Gefallen an 12 Monkeys finden. Wer allerdings eine FortfĂŒhrung des Stils der Vorlage mit dessen Substanz und VerrĂŒcktheit erwartet, wird sicherlich enttĂ€uscht werden. Ich persönlich hatte dies zwar nicht erwartet, mir aber definitiv erhofft. Dementsprenchend steckt in der Wertung noch ein gutes StĂŒck Hoffnung auf Besserung.
Verfasser: Tim KrĂŒger am Samstag, 17. Januar 201512 Monkeys 1x01 Trailer
(12 Monkeys 1x01)
Schauspieler in der Episode 12 Monkeys 1x01
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