What We Do in the Shadows Staffel 1
What We Do in the Shadows Staffel 1 Episodenguide
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Die Schnittmenge von Menschen, die die Serie What We Do in the Shadows gesehen haben, ohne vorher auch die neuseeländische Filmvorlage von und mit Taika Waititi („Thor: Tag der Entscheidung“) und Jemaine Clement (Flight of the Conchords) gesehen zu haben, die hierzulande unter dem schlimmen Titel „5 Zimmer Küche Sarg“ erschien, dürfte gegen Null streben. Somit hatten wohl alle Fans anfangs mit demselben Problem zu kämpfen: dem Gefühl, dass die FX-Adaption nur die alten Gags wieder auftauen will, diesmal jedoch vorgetragen von weniger charmanten Schauspielern.
Dass es dem neuen Cast rund um Kayvan Novak, Matt Berry, Natasia Demetriou, Harvey Guillén und dem wiederkehrenden Gaststar Mark Proksch aber so schnell gelingen würde, aus dem titelgebenden Schatten des Ursprungswerks herauszutreten, hätte vermutlich niemand gedacht. Die Devise lautet: Flucht nach vorn. Statt sich dem Film „What We Do in the Shadows“ zu unterwerfen, wagt die Serie What We Do in the Shadows ganz viel Neues und belohnt somit selbst. Auch, wenn nicht alle Episoden einen Homerun mit sich bringen, ist die nun beendete Auftaktstaffel dennoch ein Heidenspaß.
Party machen wie Vampire
Bevor ich gleich die Highlights dieser Staffel hervorheben will, zunächst noch ein paar Worte zur Konstellation der Charaktere: Angeführt wird die Vampir-WG diesmal von Nandor (Novak), der zu Beginn wie ein Verschnitt der Filmfigur von Waititi wirkt, rasch aber eigene Akzente zu setzen weiß. Die Beziehung zu seinem Diener Guillermo (Guillén) bietet mitunter die tragischsten Momente. Guillermo dürfte insgesamt der empathischste Akteur der Serie sein - zu gern würde man ihn aus den Fängen seines Meisters befreien, der ohnehin nicht vorhat, ihn jemals zum Vampir zu verwandeln. Doch das könnte sich bald rächen, wie das Finale auf sehr wirkungsvolle Art und Weise andeutet (dazu gleich noch mehr).
Das zweite Duo der Serie besteht aus Laszlo (Berry) und Nadja (Demetriou), die ein blutsaugendes Ehepaar darstellen - eine weitere grandiose Erweiterung im Vergleich zum Film. Laszlo ist dank der wunderbar selbstbewussten Darbietung Berrys wohl der witzigste Charakter der Serie, besonders, als er uns in der Episode The Orgy (1x09) mit seinem Œuvre als Pornostar vertraut macht. Nadja hingegen ist deutlich vielschichtiger: Einerseits wäre da ihr sexuelles Verlangen nach dem Krieger Gregor (Jake McDorman), andererseits ihre Vormundschaft für die junge Vampirin Jenna (Beanie Feldstein). Und auch Colin Robinson (Proksch), der sogenannte Energievampir, darf nicht vergessen werden. Er ist jetzt schon ein Comedycharakter für die Ewigkeit, da er einen ganz bestimmten Typus Mensch auf den Punkt perfekt parodiert.

Der Höhepunkt der Staffel dürfte für die meisten die Episode The Trial (1x07) gewesen sein, in der Nandor und Co sich vor dem hohen Tribunal der Vampire für den Tod von Baron Afanas (Doug Jones) verantworten müssen. Zu besagtem Tribunal gehören unter anderem Tilda Swinton, Evan Rachel Wood, Danny Trejo, Paul Reubens, Wesley Snipes und die Stars des Originals, sprich Taika Waititi, Jemaine Clement und Jonny Brugh. Fraglos haben wir es hier mit dem größten Castingcoup des Jahres zu tun. Der Ex-Wrestler Dave Bautista und Kristen Schaal sind selbstverständlich auch noch mit dabei.
Aber Namen sind natürlich nichts weiter als Schall und Rauch, weshalb auch die Art und Weise, wie die Serie mit den Cameos umgeht, anerkannt werden muss. Der Clou: Alle Schauspieler spielen sich selbst, denn im Universum von What We Do in the Shadows ist jeder Hollywood-Star, der im Lauf seiner Karriere mal einen Vampir porträtiert hat, auch in echt einer. Die beiden Diven Tom Cruise und Brad Pitt hatten leider keine Zeit, vorbeizuschauen. Doch auch ohne sie kommt Stimmung auf...
Es ist schon bemerkenswert, wie viele der Episoden von What We Do in the Shadows sich ums Partymachen drehen - doch womit soll sich eine Nachtgestalt auch sonst die Zeit vertreiben? Nachdem es die Gang in der Folge Manhattan Night Club (1x03) zunächst mit ihrem Erzfeind Simon (Nick Kroll) zu tun bekommt und mit einem verfluchten Hexenhut, nehmen sie später in Baron's Night Out (1x06) sogar den Baron Afanas höchstpersönlich mit auf die Piste - derselbe Abend übrigens, an dem dieser stirbt. Wie der finstere Lord zuvor jedoch durch das Blut von drogengetränkten Ravern den Trip seines Lebens genießt, ist im Internet längst zu einem Meme geworden, das die Bekanntheit der Serie selbst übersteigt.
Es sind Ideen wie diese, die beweisen, dass die Serie trotz Filmvorlage eine unanfechtbare Existenzberechtigung vorweisen kann. Auch der Twist in der Finalfolge Ancestry (1x10) sorgt für echte Spannung: Guillermo findet durch einen DNA-Test heraus, dass er ein Nachfahre des legendären Vampirjägers Van Helsing ist. Liegt seine wahre Berufung also darin, Vampire umzubringen, statt selbst zu einem zu werden? Heißt es in der nächsten Staffel etwa Guillermo gegen Nandor?
Fazit
Alles in allem bleibt festzuhalten: What We Do in the Shadows ist die vielleicht beste neue Comedyserie des Jahres und eine würdige Serienadaption der in Kennerkreisen vergötterten gleichnamigen Filmkomödie. Nicht nur erweitert die FX-Produktion das Universum um weitere Mythen und Konzepte, sondern sorgt mit Cameos und Querverweisen auch für ein Gefühl der Nähe zwischen beiden Werken. Manch eine Episode in der zehnteiligen Auftaktstaffel mag langweiliger sein als andere, doch dank des liebenswerten Schauspielensembles freut man sich über jede Minute, die man in der Vampir-WG zu Gast sein darf.
Hier abschließend noch der Trailer zur 1. Staffel von „What We Do in the Shadows":Wir halten Euch auf dem Laufenden, wann und wo „What We Do in the Shadows" dann in Deutschland zu sehen sein wird.
«What We Do in the Shadows» Trailer
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