Star Trek: Lower Decks 2x04

© tar Trek: Lower Decks (c) Paramount+
Mugato, Gumato
Mit der neuesten Folge setzt Star Trek: Lower Decks den Kurs von letzter Woche fort und präsentiert uns abermals eine andere Aufstellung der Teams. Rutherford (Eugene Cordero) und Boimler (Jack Quaid) stehen gemeinsam im Fokus und setzen sich während der Episode - ähnlich wie in der Eröffnungssequenz - mit Mariner (Tawny Newsome) auseinander. Beziehungsweise mit einem Gerücht, welches Honus (Anthony Atamanuik) ihnen unterbreitet hat und sich scheinbar während der Außenmission bewahrheitet.
Storytechnisch nimmt sich Autor Ben Rodgers eine alte Folge Star Trek - A Private Little War (dt.:„Der erste Krieg“, 2x16) - als Inspiration und schickt eine Gruppe Ferengis mit ins Rennen, die es auf die Hörner der Mugatos abgesehen haben. In Gold gepresstes Latinum ist natürlich deren Hauptmotiv und nachdem die Situation zunächst eskaliert, ist es an Rutherford und Boimler, den Rest des Außenteams und die Mogatus zu retten. Eine schöne, diplomatische Lösung übrigens, aus der alle Beteiligten - Sternenflotte, Ferengis und Gumatos - als Gewinner hervorgehen.
Tendi (Noel Wells) erhält derweil von Dr. T'Ana (Gillian Wigman) eine neue Aufgabe, die ihr Durchsetzungsvermögen auf die Probe stellt. Eine kleine Nebenhandlung, die das fortsetzt, was letzte Woche bereits losgetreten wurde. Die Brückencrew um Captain Freeman (Dawnn Lewis) wird währenddessen ebenfalls vor diplomatische Herausforderungen gestellt, nachdem das Schiff von Hyde (Paul F. Tompkins) augenscheinlich durch den Einsatz des Traktorstrahls zerstört wurde.
Im Großen und Ganzen weiß Mugato dabei zu gefallen, setzt sich gelungen mit den Figuren und deren Beziehungen auseinander, liefert nebenbei eine nette kleine Geschichte über die Ausbeutung der titelgebenden Wesen plus Happy End und lädt nicht selten zum Lachen ein. Allerdings findet der Humor diese Woche zu oft unterhalb der Gürtellinie statt und bedient sich dabei teils eines eher fragwürdigeren, niedrigen Niveaus. Darf die Serie hin und wieder gerne machen, nur bleibt diese Woche das Gefühl zurück, die Macher wollten mal austesten, wie weit sie in manchen Bereichen gehen können und das hinterlässt dann doch einen leicht negativen Gesamteindruck.
Außenmission
Gehört Mariner zur Sektion 31 und gibt sich nur zur Tarnung mit den Freunden in den Lower Decks ab? Dieses Gerücht würden Rutherford und Boimler gerne mit einem Lachen abtun, aber Mariners Kampfkünste, eine Geschichte über die größtenteils verschwundene Crew der USS Atlantis (gut gewählter Name) und eine Reihe von Zufällen lassen unsere beiden Freunde zu dem Schluss kommen, dass an dem Gerücht etwas dran sein muss. Als Mariner dann auch noch Shaxs (Fred Tatsciore) mit einem Messer angreift und beißt, wird das Gerücht zur Tatsache erklärt.
Für den Zuschauer bestehen kaum Zweifel daran, dass das Gerücht nur ein Gerücht ist und es für jeden Zufall, jede scheinbare Untat von Mariner eine passende Erklärung gibt (die später auch kommt). Der Unterhaltungsfaktor wird allerdings durch das immer größer werdende Misstrauen von Rutherford und Boimler gegenüber Mariner gesteigert. Bis es schließlich zur direkten Aussprache kommt, die den Ursprung des Gerüchts zusammen mit allem Drum und Dran erklärt. Rutherford und Boimler erfahren - ähnlich wie Tendi letzte Woche - mehr über Mariner und ihre Eigenarten, was letztlich zur Folge hat, dass die Beziehung zwischen den Freunden gestärkt wird. Außerdem dürfen die beiden zur Abwechslung mal den Tag retten, während Mariner von den Ferengis gefangengenommen wird. Eine sehr willkommene Änderung gegenüber vergangenen Folgen, bei denen (gefühlt) oft Mariner die Lösung zum aktuellen Problem beigesteuert hat.
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Zu bemängeln habe ich aber auch ein bisschen und das betrifft das Drumherum, welches mir diese Woche weniger zugesagt hat. Sei es die mehrfache Kotverkostung durch Shaxs, die kleine Sequenz mit Patingi (Robert Gilbert), der ein blutiges, kopfloses Ende findet oder die wild kopulierenden Mugutus, denen sich noch ein dritter hinzugesellt. Ich habe sicher nichts gegen etwas derberen Humor, der gerne auch blutiger ausfallen oder unter die Gürtellinie gehen darf. Nur war es mir diese Woche insgesamt too much und weniger passend zur Serie.
Nebenhandlungen
Tendis kleine Mission mit den Gesundheitschecks der Verweigerer, zu denen schließlich auch Dr. T'Ana als „Hauptgegner“ gehört, kommt zwar deutlich isoliert von unseren anderen Hauptfiguren daher, trifft Tendis Bestreben nach Anerkennung innerhalb der eigenen Reihen der Krankenstation aber gut. Zudem entwickelt sie innerhalb der Episode das nötige Durchsetzungsvermögen und Selbstbewusstsein, von dem wir bereits letzte Woche erfahren haben und was sie bislang versteckt hat.
Schade bleibt dennoch, dass Tendi diese Woche eher außen vorsteht und nicht in die Eröffnung und den Abschluss der Folge integriert wird. Nach dem letzten Abenteuer mit Mariner wäre das wünschenswert gewesen, zumal sie in meinen Augen auch gut ins Außenteam gepasst hätte. Humortechnisch hat mir die fauchende T'Ana übrigens gut gefallen. Der Kniff, mit dem Tendi sie doch noch zu scannen bekommt, erfordert zwar ebenfalls eine etwas graphischere Szene mit dem offenen Armbruch, aber die erfüllt in diesem Fall einen bestimmten Sinn und Zweck - und zwar für beide Figuren.
Die zweite Nebenhandlung um Captain Freeman und Hyde verfolgt keinen größeren Sinn, außer uns noch etwas mehr zu bieten als eigentlich nötig ist. Obwohl, vielleicht steckt doch etwas mehr dahinter, wenn Freeman sich anfangs wundert, weshalb die Cerritos nur kleinere Missionen erhält, sie aber auf die Masche von Hyde hereinfällt? Oder vielleicht soll uns aus ihrem Gespräch mit Admiral Freeman (Phil LaMarr) auch nur bewusst gemacht werden, dass den Leuten aus den Lower Decks, die hier den Tag gerettet haben, nie und nimmer der Erfolg angerechnet wird? Immerhin verschweigt sie, dass die „ökofreundlichen“ Ferengi was anderes im Sinn hatten und offenbar verschweigt die Sternenflotte gerne mal Unannehmlichkeiten wie den Befall von Läusen auf der USS Atlantis. Hmm…
Fazit
An sich wieder eine gute Folge, die die Charaktere nicht aus den Augen verliert und quasi nebenbei Themen wie Tierschutz und die eigene Gesundheit anspricht. Die humoristische Schiene bewegt sich hier allerdings nicht selten auf einem eher fragwürdigen Niveau, was die Serie gar nicht nötig hat. Klar, hin und wieder darf gerne darauf zurückgegriffen werden, aber dann bitte nicht übertreiben. Von mir gibt es diese Woche 3,5 von 5 Sternen. Und von euch?
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Verfasser: Christian Schäfer am Montag, 6. September 2021(Star Trek: Lower Decks 2x04)
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