Star Trek: Lower Decks 2x03

© usschnitt aus der Folge Star Trek: Lower Decks - We'll Always Have Tom Paris
We'll Always Have Tom Paris
Vom Titel der Episode sollte man sich nicht täuschen lassen, denn die Auftritte von Tom Paris (Robert Duncan McNeill) sind rar gesät und betreffen lediglich den (kleineren) Handlungsstrang um Boimler (Jack Quaid), dessen Reise von den Lower Decks zur Brücke (und damit zu Tom Paris) abenteuerlich ausfällt und beinahe zur Todesfalle wird. Rutherford (Eugene Cordero) erhält eine noch kleinere Handlung, bei der er der Rückkehr von Lt. Shaxs (Fred Tatasciore) auf den Grund gehen will, denn dieser starb nicht nur im ersten Staffelfinale No Small Parts, sondern erhielt dort sogar ein Begräbnis.
Die Haupthandlung dreht sich derweil um Tendi (Noel Wells) und Mariner (Tawny Newsome), die für Dr. T'Ana (Gillian Vigman) eine Kiste mit unbekanntem Inhalt holen sollen. Offenbar eine private Mission für den Doc, von der sich Tendi bessere Aussichten auf eine Beförderung verspricht (nachdem sie zuvor übergangen wurde). Es ist übrigens das erste Mal, dass Tendi und Mariner (oder D'Vana und Beckett - ja, ich kenne die Vornamen durchaus) zu zweit unterwegs sind, womit die Serie von den üblichen Konstellationen abweicht.
Insgesamt ist We'll Always Have Tom Paris aber bloß besserer Durchschnitt. Schön anzusehen, mit dem üblichen Humor und vielen Referenzen, einer Eröffnungssequenz, die die verschiedenen Handlungen andeutet und natürlich mit Robert Duncan McNeill als Lt. Tom Paris, dessen „commemorative plate“ (Gedächtnisteller) übrigens tatsächlich bald erworben werden kann:
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Mir hat auch die Konstellation mit Tendi und Mariner auf Mission gefallen, keine Frage. Aber wenn schon die üblichen „Pärchen“ durcheinanderwürfeln, warum dann nicht auch Boimler und Rutherford gemeinsam in eine Handlung werfen? Denn ich bin mir sicher, dass Rutherford sich in den Jefferies-Röhren wohlgefühlt hätte (vielleicht auch ein Fan von Tom Paris ist) und die beiden sich ähnlich „gut“ wie Tendi und Mariner gemacht und verstanden hätten. Zudem hätte sich die Gelegenheit ergeben, bei Boimler und Rutherford quasi spiegelbildlich auf ein paar Vermutungen und Äußerungen einzugehen, die die Damen auf ihrem „Girls Trip“ machen. Die Rückkehr von Shaxs hätte schließlich auch in der nächsten Folge passieren können.
Mariner und Tendi
Tendi soll eine Kiste für Dr. T'Ana vom Planeten Qualor II beschaffen und nimmt Mariner als Begleitung mit, womit die beiden erstmals als Team unterwegs sind. Ein neugieriger Blick auf den Inhalt fördert einen „Caitianischen Libido Pfahl“ - eine Art Kratzbaum für sexuelles Vergnügen der Spezies von Dr. T'Ana - zu Tage und natürlich gibt es einen kleinen Unfall, der der hölzernen Statue den Kopf kostet. Im weiteren Verlauf versuchen Tendi und Mariner, den Kratzbaum reparieren zu lassen, wobei sie an verschiedenen Stationen ihr Glück probieren.
Die eigentliche Mission ist hier weniger wichtig, denn die Lösung (Dr. T'Ana hatte es nur auf die Kiste abgesehen) ließ sich gewissermaßen vorhersehen, nachdem der Inhalt immer stärker beschädigt wurde. Das Augenmerk des Zuschauers wird vielmehr auf Mariner und Tendi gelenkt, die während der Mission feststellen, dass sie gar nicht so viel über einander wissen und dieses Wissen nun endlich ausbauen können. Das führt zwischenzeitlich zu Streit, aber schließlich zu einer Vertiefung der Freundschaft. Als Zuschauer erfahren wir hauptsächlich über Tendi mehr, die uns unbekannte Seiten auffahren darf, während Mariner sich eher in vertrauten Bahnen bewegt (und wie so oft das ursprüngliche Problem erst verursacht). Allein beim „Klingon Acid Punk Rock“ musste ich schon grinsen und als Highlight würde ich den Besuch auf Orion anführen, wo die „Mistress of the Winter Constellations“ überraschend dominant auftreten darf.
Mit Blick auf die erste Staffel würde ich meinen, dass es einfach mal an der Zeit war, Mariner und Tendi eine gemeinsame, kleine Mission zu gönnen. Das Potenzial wird mitsamt der aberwitzigen Rahmenbedingungen des „Girls Trip“ sehr gut genutzt und ist von amüsanten Ideen gespickt, die uns gleichzeitig unsere Charaktere (vor allem Tendi) näherbringen. Gerne mehr davon.
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Boimler
Boimler wird vom Schiffscomputer nicht als Mitglied der Crew erkannt, wie uns direkt in der Eröffnungssequenz in der Kantine gezeigt wird. Als Fan der USS Voy (die Bezeichnung „Voy“ spart einfach Zeit…) und dessen Besatzung möchte er den Besuch von Tom Paris dafür nutzen, sich seinen Gedächtnisteller signieren zu lassen. Das Hilfsangebot von Jet (Marcus Henderson) - gut, dass er nicht vergessen wurde - schlägt er dabei aus und entscheidet sich zu einer beschwerlichen Reise von den Lower Decks zur Brücke. Jefferies-Röhren und Beinahe-Tod inklusive, ehe er am Ziel anlangt und prompt von Tom Paris vermöbelt wird.
Eine an sich unnötig beschwerliche Reise, schließlich hätte Boimler schon zu Beginn einen der Offiziere darauf aufmerksam machen können, dass der Schiffscomputer ihn nicht erkennt - da liefen in der Kantine genug von rum. Aber gut, das Abenteuer ist natürlich trotzdem nett anzusehen und irgendwie typisch Boimler, der seine Fähigkeiten manchmal überschätzt und dennoch irgendwie zum Ziel gelangt. Dieses Mal auf sich allein gestellt und ohne Hilfestellung anderer Figuren wie Mariner. Das hatte schon was, auch wenn das eigentliche Ziel dadurch ein wenig in den Hintergrund gerät. Denn ja, ich hätte gerne etwas mehr Tom Paris in der Folge gehabt, wäre am Ende auch neugierig darauf gewesen, wie ein versöhnliches Treffen zwischen Boimler und Paris ausgesehen hätte.
Star Trek: Lower Decks bietet schließlich oft gute Portionen Fanservice mit zahlreichen Referenzen und Anmerkungen, die sich auf vergangene (Trek-)Serien beziehen. Da wäre es durchaus interessant, einmal zu sehen, wie hier eine Begegnung zwischen Fan (Boimler) und Idol (Paris) innerhalb der Serie abläuft - gerne auch mit Bezug auf die Metaebene.
Rutherford
Die Rückkehr von Shaxs irritiert Rutherford und er möchte dem Geheimnis auf den Grund gehen, auch wenn Mariner ihm davon abrät. Das kleinste Abenteuer der Woche wird hier ebenfalls in der Eröffnungssequenz losgetreten, aber mich beschäftigt jetzt eher, wie eine scharfe Kiwi-Sauce auf einem Hot Dog schmeckt.
Wobei ich Rutherford durchaus verstehen kann. Shaxs hat sich geopfert, um sein Leben zu retten und kehrt jetzt einfach zurück, ohne dass ein Wort darüber verloren wird, wie das möglich ist. Um Rutherford abzuschrecken, wird sogar eine andere Figur nach der punktuellen Fragestellung zum „Reassignment“ (Neuorientierung) aufgefordert. Aber die Frage bleibt halt.
Mir fallen jetzt auch nicht gerade Episoden aus den alten Serien ein, in denen unverhofft ein Mitglied der Brückencrew zurückkehrt, nachdem es zuvor dessen Tod zu verzeichnen gab. Natürlich kamen bestimmte Figuren beziehungsweise Darsteller mal irgendwie zurück, aber dabei wurde nicht an Erklärungen gespart. Erklärungen, die diese Folge augenzwinkernd auch bietet und viele Möglichkeiten referenziert. Aber das große Geheimnis um Shaxs bleibt uns verborgen und wird nicht (vollständig) aufgelöst. Da lässt sich am Ende auch schlecht mit Rutherford mitfiebern, der die vollständige Wahrheit erfahren hat und entsprechend neben sich steht.
Fazit
Ich bleibe weiter am Ball und mir hat die gemeinsame Mission von Mariner und Tendi sehr gut gefallen. Den Weg von Boimler und Rutherford fand ich derweil weniger interessant, denn da hätte ich mir was anderes gewünscht, unter anderem auch mehr Tom Paris. Von mir gibt es diese Woche 3,5 von 5 Sternen. Und von euch?
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Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 28. August 2021(Star Trek: Lower Decks 2x03)
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