Zoey's Extraordinary Playlist: Review der Pilotepisode

Zoey's Extraordinary Playlist: Review der Pilotepisode

NBC läutet das neue Jahrzehnt im amerikanischen Network-Fernsehen mit Jane Levys Jukebox-Musicalserie Zoey's Extraordinary Playlist ein. Doch haben die Zuschauer genauso viel Spaß beim Schauen wie die Schauspieler beim Spielen?

Jane Levy und Skylar Astin in Zoey's Extraordinary Playlist (c) NBC
Jane Levy und Skylar Astin in Zoey's Extraordinary Playlist (c) NBC
© ane Levy und Skylar Astin in Zoey's Extraordinary Playlist (c) NBC

Die 20er Jahre starten beim Network NBC beschwingt und musikalisch. Mit Zoey's Extraordinary Playlist wurde gestern Abend eine neue Jukebox-Musicalserie mit Suburgatory-Star Jane Levy präsentiert. Der Erfinder des Formats heißt Austin Winsberg (9JKL). Und er und sein Regisseur Richard Shepard (The Twilight Zone) fahren direkt in der Pilotepisode sämtliche Geschütze auf, sprich weltbekannte Coversongs, große Tanznummern und jede Menge namhafte Schauspielstars, die sichtlich Spaß bei der Arbeit haben...

Worum geht's?

Im Zentrum der Geschichte steht eine ambitionierte Programmiererin namens Zoey Clarke, gespielt von Levy, die in San Francisco lebt und arbeitet. Nur selten läuft bei ihr alles nach Plan, sowohl beruflich als auch privat, doch dann kommen auch noch fiese Kopfschmerzen ins Spiel. Da bereits ihr geliebter Vater Mitch (Peter Gallagher) an der degenerativen ALS-Krankheit leidet, will Zoey lieber auf Nummer sicher gehen und legt sich in ein MRT. Und plötzlich passiert es: Ein Erdbeben löst eine Fehlfunktion aus, die das Gehirn der Patientin auf wundersame Art und Weise umpolt.

Woran sie das merkt? Nun ja, auf einmal kann sie die Gedanken anderer Menschen lesen. Und nicht nur das: Diese teils wildfremden Leute singen ihre innersten Geheimnisse sogar, wodurch selbst ein einfacher Spaziergang durch die Nachbarschaft zur ultimativen Chartshow wird. Vom The-Beatles-Hit „Help“ über „All I Do Is Win“ von DJ Khaled bis hin zu „Mad World“ von Tears for Fears - hier ist für fast jeden Musikgeschmack etwas dabei. Und man denke nur mal an all die Lizenzkosten, die sich NBC da ans Bein bindet...

Trotzdem kommt man nicht umhin, ein klein wenig enttäuscht zu sein, dass Zoey's Extraordinary Playlist eben ein Jukebox-Musical ist und keines mit eigenen Songs, wie zum Beispiel Crazy Ex-Girlfriend, das uns im letzten Jahr verließ. Zumal Coverversionen in den meisten Fällen schlechter abschneiden als Originale. Es muss schon zu einer gewissen emotionalen Aufladung kommen, damit nachgesungene Lieder eine echte Wirkung erzielen können. Und das geschieht in der ersten Episode eigentlich nur, als Zoeys Vater seiner Tochter „True Colors“ von Cyndi Lauper vorsingt.

Jane Levy und Peter Gallagher in Zoeys Extraordinary Playlist
Jane Levy und Peter Gallagher in Zoeys Extraordinary Playlist - © NBC

Die Szenen zwischen Levy und Gallagher sind bislang tatsächlich das Beste, was Zoey's Extraordinary Playlist zu bieten hat. Und der Umstand, dass Gallaghers Figur vollkommen gelähmt ist und sich nur durch die Songs in Zoeys Kopf ausdrücken kann, geben der absurden Serienprämisse sogar einen Sinn. Viele andere Beziehungen der Hauptfigur wirken nach dem Pilot derweil noch etwas zu wenig entwickelt. Am ehesten fruchtet da noch die Dynamik zwischen ihr und Mo (Alex Newell). Ihr Vertrauter von nebenan hilft ihr nämlich, ihre seltsame Lage zu verstehen.

Was Max (Skylar Astin) und Simon (John Clarence Stewart) angeht, Zoeys Arbeitskollegen, von denen der eine Gefühle für sie hat, die sie aber nicht erwidern kann, und der andere wiederum nicht auf sie steht, obwohl sie durchaus interessiert wäre, ist es für ein Urteil noch zu früh. Echte Chemie spürt man jedenfalls noch nicht. Dennoch muss man anerkennen, dass die Hauptdarstellerin Levy perfekt für ihre Rolle ist, denn sie bringt genau die richtige Mischung aus Zynismus und Herzensgüte mit, die ein derart abgedrehtes Musical benötigt.

Ebenfalls vielversprechend, wenn auch noch ohne richtigen Gesangseinsatz: Oscarpreisträgerin Mary Steenburgen als Zoeys Mutter Maggie und Gilmore Girls-Star Lauren Graham als ihre Chefin Joan. Hier macht der Jukebox-Ansatz dann auch plötzlich wieder Spaß, denn man denke nur an all die tollen Powerhymnen, die diese beiden zum Besten geben könnten. Und noch besser wird das Ganze natürlich dann, wenn auch Zoey irgendwann mitsingt. Denn früher oder später muss sie ihre neue Fähigkeit als das wahrnehmen, was sie ist: eine Superkraft, die viel Verantwortung und Macht mitbringt.

Fazit

Und apropos, Superkraft: Die vermutlich schönste Beschreibung der neuen NBC-Musicalserie Zoey's Extraordinary Playlist stammt von der USA Today-Kritikerin Kelly Lawler, die sagt, dass das Ganze so wirke, als hätte man den „X-Men“-Telepathen Professor X ins Klassenzimmer von Glee gesteckt. Noch ist es zu früh, um zu urteilen, ob sich das Format mit Jane Levy lohnt oder nicht, doch Potential ist auf jeden Fall vorhanden. Besonders natürlich durch den beeindruckenden Cast, die sichtlich kostspielige Inszenierung, den Mut, auch vor düsteren Themen nicht Halt zu machen, und selbstverständlich durch die Möglichkeit, quasi jeden Song, der je geschrieben wurde, einzubauen. Lassen wir uns überraschen!

Hier abschließend noch der Trailer zur NBC-Serie Zoey's Extraordinary Playlist:

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