Z: The Beginning of Everything 1x01

Wertung: 2,5 - 3 von 5 Sternen
Durch das Amazon-System bekommen wir auch Pilotepisode zu sehen, die nicht weitergeführt werden - und vor allem dürfen wir als Zuschauer mit über sie entscheiden. Das verschärft oft noch den Druck auf die Serienmacher, alles, was sie zu bieten haben, in diesen ersten Auftritt zu legen. Das halbstündige Dramaprojekt „Z: The Beginning of Everythin“ zeigt sich als Rebell und beendet die Pilotepisode kurz vor dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Figuren deren Beziehungsgeschichte sie eigentlich erzählen will.
Worum es geht
Wir lernen die junge Zelda (Christina Ricci, The Lizzie Borden Chronicles, „Sleepy Hollow“) kennen, wie sie mit ihren Freundinnen die Grenzen der gesellschaftlichen Regeln austestet und dabei immer die Mutigste ist. Und im Alabama der 1920er Jahre braucht es nicht viel, um die allgemeine Entrüstung der gehobenen Gesellschaft auf sich zu ziehen. Zelda leidet unter ihrem strengen Vater, einem Richter, doch wird durch ihre fürsorgliche und oft verständnisvolle Mutter unterstützt.
Doch bereits die ersten Minuten, in denen sie sich nackt in einen Badesee stürzt, zeigen, dass Zelda von den Konsequenzen, die ihr Verhalten hat, stets unbeeindruckt bleibt. Sie legt keinen Wert darauf, von der Südstaatenelite gemocht zu werden. Und während wir sie auf einen leicht anrüchigen Tanz in der Stadthalle begleiten erfahren wir, wieso: Sie hat nicht vor, länger als notwendig in ihrer Geburtsstadt Montgomery zu bleiben, sie will die Welt sehen. Und ein Leben führen, das nicht von der Vergangenheit sondern von der Zukunft bestimmt ist.
Auf dem Weg dahin scheut sie sich nicht, die Bekanntschaft junger Soldaten zu machen, denen sie zwar keine Hoffnung auf die große Liebe mit in den Krieg schickt, aber dafür Küsse, von denen sie im Schützengraben träumen können. Zumindest bist sie Francis Scott (Gavin Stenhouse, Allegiance) kennenlernt, einen jungen Schriftsteller aus Minnesota, der ebenfalls als Soldat in Montgomery stationiert ist. Von der dümmlichen Zierde der anderen Mädchen scheint er gelangweilt, erst die talentierte Zelda kann ihm mit einer Ballettvorführung aus seinem Buch hervorlocken.
In den Auftritt hat sie offenbar vor allem eingewilligt um ihre Mutter nicht zu enttäuschen. Denn sie selbst hat sich seit Wochen nicht beim Ballettlehrer blicken lassen. Und doch wird dieser Tanztee zum Schicksalsabend, an dem sie ihren zukünftigen Ehemann kennenlernt. In der Pilotepisode sehen wir jedoch lediglich die ersten Reaktionen auf den anderen. Francis ist sofort Feuer und Flamme für die Frau, die vorne tanzt, sie nimmt seine Blicke auf und schafft mit Raffinesse und Mut eine Situation, bei der er seine Tatkraft und seine Leidenschaft beweisen muss.
Wie kommt es rüber?
Das Amazon-Pilotprojekt „Z: The Beginning of Everything“ erzählt uns die Geschichte von Zelda Sayre Fitzgerald und zwar mit Blick auf ihre Beziehung zu dem Schriftsteller Francis Scott Fitzgerald („Der große Gatsby“), den sie in jungen Jahren kennenlernt und nicht viel später heiratet.
Die Pilotepisode bringt uns jedoch fast ausschließlich die Figur der Zelda nahe, Francis Scott erleben wir nur in kurzen Szenen und erfahren dabei vor allem, dass er sich angesichts von Durchschnittlichkeit langweilt und der Präsenz der jungen Ballerina sofort verfällt.
Zelda selbst begleiten wir etwas länger, doch auch dabei kommt nicht viel mehr herum. Sie zeigt sich als furchtlose junge Frau, die sich von der Gesellschaft eingeengt fühlt und von einem größeren, freieren Leben träumt. In der Pilotepisode bleibt sie mehr Klischee als Charakter.
Ein bisschen wirkt es als wenn die Serienmacher mit der ersten halben Stunde auf mehreren Ebenen das Gefühl ihrer zentralen Figur rüberbringen wollten. Sie zeigen sich rebellisch und weigern sich, uns zu zeigen, was uns in ihrer Serie erwarten würde. Sie lassen uns mit einem Eindruck von Zeldas Familienleben zurück ohne uns in die Zukunft als Paar blinzeln zu lassen. Am Ende der halben Stunde fühlt es sich etwas an als wenn man nur die Hälfte einer Pilotepisode gesehen hat.
Und was zurück bleibt ist der Drang, auszubrechen aus dem starren Konstrukt, das sie uns mit der Vorstellung dieser doch recht flachen Figur präsentieren. Man kann also recht gut nachfühlen, wie es Zelda geht. Doch der Unterschied zwischen uns und der Südstaatenschönheit wider Willen ist, dass wir uns einfach einer anderen Serie zuwenden können, bei der wir sicher sein können, dass sie unsere Aufmerksamkeit wert ist. Im Fall von „Z: The Beginning of Everything“ kann man sich da nämlich noch nicht sicher sein. Bisher verfängt das Projekt sich in Klischees und einer Portion zu viel Südstaatencharme.
Doch vielleicht könnte sich das Warten auch lohnen, zumindest wenn man eines dieser zwei Argumente unterschreiben kann: Man könnte Interesse an der Geschichte der Zelda Fitzgerald an sich haben, einer unangepassten Schriftstellerin, deren Leben tragische Wendungen nimmt und früh endet. Oder natürlich wenn einem die Darstellerin Christina Ricci am Herzen liegt.
Fazit
Das Amazon-Pilotprojekt „Z: The Beginning of Everything“ verblüfft mit einer Pilotepisode, die gar nicht viel über die Geschichte der geplanten Serie verrät. Wir werden Sekunden vor dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Hauptprotagonisten rausgeschmissen. Sicher, im Zentrum steht Zelda und das soll die Serie über so weitergehen, aber der Titel in Verbindung mit dem auch aufgezeigten Zitat Fitzgeralds („I love her and it is the beginning of Everything“) sowie der ersten Szene lassen vermuten, dass die tragische Verbindung zweier Menschen im Mittelpunkt steht, die herausragend im Sinne von „larger than life“ waren. Doch davon bemerken wir außer in besagter Eingangsszene nichts. Was wir bekommen, sind klischeehafte Charakterzeichnungen und viele, viele Hinweise darauf, dass die Story in den Südstaaten der Kriegszeit spielt. Doch irgendwo bleibt Hoffnung, dass sich das Spektakel zu einer runden Sache entwickelt, wenn das Projekt zur Serie befördert wird.
Diesen und weitere Amazon-Serienpiloten findet Ihr kostenlos hier:
Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 7. November 2015Z: The Beginning of Everything 1x01 Trailer
(Z: The Beginning of Everything 1x01)
Schauspieler in der Episode Z: The Beginning of Everything 1x01
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