
Liza (Sutton Foster) wacht in der Pilotepisode der Comedyserie Younger nach 15 Jahren auf und stellt fest, dass ihre Ehe am Ende ist, sie sich ihren Lebensstandard nicht weiter leisten kann und ihre Tochter ihr Auslandssemester in Indien verbringt. Auf der Suche nach Arbeit muss sie aber herausfinden, dass der Jugendwahn die Büros längst erreicht hat. Da hat ihre Freundin eine Idee.
Worum geht es?
Liza Miller sieht sich mit Anfang 40 mit einer unerwarteten Herausforderung konfrontiert. Nachdem sie sich 15 Jahre lang Tochter und Ehemann gewidmet hat, muss sie sich nun einen Job suchen. Und das ist nicht einfach eine Midlifecrisis mit dem Ziel der Selbstverwirklichung: Lisas Ehemann verlässt sie für eine Jüngere, und wegen der Spielsucht ihres Ex ist mit Unterhaltszahlungen nicht zu rechnen.
Sie muss das Haus verkaufen und möglichst schnell Fuß auf dem Arbeitsmarkt fassen. Als Literaturabsolventin hat sie einst den Anfang einer steilen Karriere im Verlagshaus Random House vorgelegt. Doch das ist 15 Jahre her und lässt die jungen Chefinnen, denen sie nun im Bewerbungsgespräch gegenüber sitzt, eher unbeeindruckt.
Eine Barnacht mit ihrer besten Freundin Maggie (Debi Mazar, Entourage) bringt eine neue Idee. Der 26-jährige Josh (Nico Tortorella, The Following) lädt Liza, die er für gleichalt hält, auf ein Date ein und das liefert Maggie das schlagende Argument für einen Plan: Wenn niemand eine 40-Jährige einstellen will, dann muss Liza sich einfach jünger machen.
Nach einer äußerlichen Rundumüberholung und einem straffen Lernprogramm, welche Bands gerade angesagt sind, fühlt Liza sich bereit und geht mit ihrer neuen Identität auf ein Bewerbungsgespräch bei Marketingchefin Diana Trout (Miriam Shor, The Good Wife, Damages). Sie bekommt den Job als Assistentin, doch der Dämpfer folgt auf dem Fuße. Noch in der Agentur lernt sie Kelsey Peters (Hilary Duff, Gossip Girl) kennen, die ebenfalls dort arbeitet und ihr von den Schattenseiten ihrer neuen Chefin berichtet. Denn die habe in Neidproblem mit den jungen Mädchen, die sich im Verlag breitmachen.
Liza arbeitet sich dennoch gut in den Job ein und geht mit Kelsey ins Fitnessstudio und anschließend in die Bar. Dort lernt sie deren Freund Thad (Dan Amboyer) kennen, der einen Verdacht gegen Liza zu fassen scheint. Doch das größere Problem mit dem Mann für Liza ist sein Verhalten gegenüber Kelsey, die er mit arrogantem Unterton losschickt, ihm Getränkenachschub zu holen.
Damit konfrontiert wiegelt die Herumgeschickte ab und erklärt Liza, dass sie gerne Dinge für ihren Freund erledige und für mehr Lockerheit plädiert.
Auch mit Chefin Diana kündigt sich ein Problem an. Die gibt nämlich eine Idee Lizas in der Redaktionskonferenz als die eigene aus, während sie ihre Assistentin vorher dafür ordentlich runtergemacht hatte.
Nach einem peinlichen Moment im Meeting stellt Liza fest, dass ihre Barbekanntschaft Josh sich mit einer Terminerinnerung in ihrem Telefon verewigt hat. Von Kelsey ermuntert geht sie darauf ein und trifft den attraktiven Jüngling, was uns mit der Vermutung zurück lässt, dass Liza sich in Zukunft mit einigen Verwirrungen auseinandersetzen muss.
Wie kommt es rüber?
Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Buch von Pamela Redmond-Satran aus dem Jahr 2005. Die Autorin arbeitete selbst als Moderedakteurin für das Magazin Glamour. Die Erfahrungen dieses Arbeitslebens merkt man der Pilotepisode positiv an. Die Prämisse ist alles andere als realistisch, auch wenn Sutton Foster als wesentlich jünger durchgeht, als sie ist. Für die falsche Identität reicht ein zu Hause ausgedruckter, laminierter Ausweis, und ein paar Karteikarten mit Bands wie One Direction darauf reichen aus, das Lügenkonstrukt aufzubauen.
Doch das geht in der Younger-Pilotepisode in Ordnung, denn die Idee, die Zeit zurück zu drehen und die Entscheidungen in jungen Jahren mit der Erfahrung der späteren Jahre zu treffen, ist eine allgemein bekannte Fantasie, die durchzuspielen amüsant sein kann - besonders wenn Sutton Foster ins Rennen geschickt wird, die sich schon in ihrer ähnlich angelegten Rolle in der Serie Bunheads nicht in die Ecke stellen ließ, egal wie schlecht die Voraussetzungen auch waren.
Es ist nicht alles albern, was in der Pilotepisode daherkommt. Die Konflikte, die sich da zwischen Liza und ihren Kolleginnen Diana und Kelsey aufbauen, fühlen sich an, als hätte die Autorin da nicht nur aus ihrer Phantasie geschöpft. Liza, mit den Erfahrungen und auch Enttäuschungen einer gescheiterten Ehe, sieht die kleinen Gefälligkeiten, die Kelsey ihrem Freund erbringt, mit anderen Augen. Voneinander lernen könnten da beide.
Fazit
Die Pilotepisode scheint ziemlich unverhohlen auf ein spezielles Publikum abzuzielen. Und zwar dem, das auch den Bunheads die Treue gehalten hat; das eine schlagfertige Sutton Foster wiedersehen will, die sich einfach nicht unterkriegen lässt, so schlimm es auch kommen mag. Doch auch Hilary Duff und Miriam Shor bringen eine vielversprechende Darstellung ihrer Figuren ein.
Promo zur Serie „Younger“: