Die achtteilige Fantasycomedy Yonderland von Sky 1 ließ letztes Wochenende zum ersten Mal die Puppen tanzen. Wir haben für Euch einen Blick auf den englischen Serienklamauk riskiert und sind zurück, um Bericht zu erstatten.

Das illustre Ensemble aus „Yonderland“ / (c) Sky 1
Das illustre Ensemble aus „Yonderland“ / (c) Sky 1

Ein magisches Reich ist durch dunkle Mächte in Gefahr und nur der Auserwählte aus unserer Welt kann es retten, so will es die Prophezeiung. So oder so ähnlich ist jede zweite Geschichte gestrickt, die uns in Kindertagen - und bis heute noch - vorgesetzt wurde. Die Schablone der „Hero's Journey“ mit all ihren Stationen. Die Macher von Yonderland sind sich dieses Musters bewusst und benutzen es auf verschrobene Weise als Ausgangspunkt für ihre erste Folge, die schon ziemlich bonkers ist, wie der Brite sagt.

Wie der Titel The Chosen Mum anklingen lässt, ist der auserwählte Herold in diesem Fall kein Junge an der Schwelle zum Erwachsenwerden, mit dem sich das durchaus jüngere Publikum identifizieren können soll. Vielmehr wird eine 33-jährige Mutter aus britischen Landen zur Auserwählten erkoren. Wie man sich die ersten 20 Minuten ihrer Odyssee vorzustellen hat und ob ich dieses Muppet-Märchen in Eurer Zukunft sehe, soll im Folgenden orakelt werden.

I'm a magic stick. Get over it.

Der Rat der zwölf Ältesten von Yonderland ist zusammengekommen, denn das Land ist in Gefahr. Viele der anderen Königreiche sind bereits gefallen und die nicht weiter benannten dunklen Mächte rücken näher. Nur die Auserwählte vermag es, das verheerende Schicksal abzuwenden: Debbie Maddox (Martha Howe-Douglas), 33 Jahre, verheiratet, Mutter zweier Kinder, Stammguckerin der Gameshow „What's in the Box?“

Prompt wird ein Elf mit seinem magischen Stab (Nick the Stick) in Debbies Küchenschrank entsandt, um sie auf ihren vorbestimmten Weg zu bringen. Beim Rat der zwölf Ältesten (beziehungsweise, wie sich herausstellt, elf - man hatte sich verzählt) angekommen, wird jedoch festgestellt, dass niemand so recht weiß, wozu Debbie eigentlich auserwählt ist. Eine Reise zum Orakel soll es klären. Wie geraten klingende Andeutungen über einen John oder einen Robert, einen Hund oder vielleicht eine Katze und eine dunkle Gestalt sind jedoch alles, was es vorherzusehen vermochte.

Kurze Zeit später mischt sich Debbie ganz mütterlich in den Disput zweier Gentleman auf der Straße ein, die sich um die Uneinigkeit darüber, wer dem anderen den Vortritt beim Betreten einer Tür gewähren darf, mittlerweile bis zum Tode zu duellieren gedenken. Debbie entschärft die Situation und während ihr ein Katzenhund über den Weg läuft und eine dunkle Gestalt die Szenerie verlässt, stellen sich die beiden Zanker als John und Robert vor.

„Can't I just call you elf?“ - „Bit racist...“

Yonderland ist eine fantastisch-alberne Comedyserie, wie sie nur aus England kommen kann. Wer The Big Bang Theory lieber guckt als The IT Crowd, hat hier nichts verloren. In der Tat sprechen wir hier von einem hohen Level an Halligalli und überzogener Zotigkeit. Stellt Euch vor, der Film „Die Reise ins Labyrinth“ wäre nicht nur von einem der „Monthy Python“-Mitglieder geschrieben worden, sondern Teil der Sendung Monty Python's Flying Circus gewesen. Wie die vorausgehende Sendung Horrible Histories (ebenfalls von und mit Mathew Baynton, Simon Farnaby und Martha Howe-Douglas) richtet sich Yonderland mit seinen ausdrucksstarken Puppenkreaturen im Henson-Stil und Gags über der Gürtellinie an ein jüngeres Publikum, vermag es aber durchaus, auch ältere mit Affinität für britische Comedykost zu amüsieren.

In der zweiten Episode werden wir endlich unseren Bösewicht kennenlernen, der auf den ersten Blick wie eine Mischung aus Skeletor und Dr. Evil anmutet. Grund genug für mich, zum Wiederholungstäter zu werden, was Yonderland betrifft.

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