XO, Kitty: XO - Review der Pilotepisode

© Netflix
Für alle jungen und jung gebliebenen Romcom-Freunde hat Netflix schon drei Teile von „To All the Boys I've Loved Before“ im Streaming-Lager. Nun legt man noch mit der Serie XO, Kitty nach, die zunächst aus zehn halbstündigen Folgen besteht. Das Trendthema Südkorea steht dabei ganz hoch im Kurs. Denn Katherine Song-Covey aka Kitty (Anna Cathcart), wie sie für ihre Freunde heißt, darf nun selbst im Mittelpunkt stehen, nachdem sie zuvor kräftig gekuppelt hatte.
Full disclosure: Ich habe die Filme nicht gesehen und schaue mir die Auftaktfolge unter dem Gesichtspunkt an, ob man dadurch trotzdem unterhalten wird.
Worum geht es in „XO,Kitty“?

Kitty verbringt den Sommer in Portland, wo alle verliebt zu sein scheinen. Sie selbst befindet sich in einer Fernbeziehung zu Dae (Choi Min-yeong), den sie bislang nicht einmal geküsst hat, sondern mit dem sie via Videochat in Kontakt bleibt. Wobei der Zeitunterschied, aber auch die Verbindungsqualität nicht gerade berauschend sind... Dann kommt der Anruf, auf den sie insgesamt gewartet hat, denn die K.I.S.S. (nicht die Band), sondern die Korean Independent School of Seoul ruft an und informiert sie, dass sie einen Stipendienplatz erhalten kann.
Also stellt sie ihren Eltern in einer Präsentation die Gründe vor, warum sie sich überstürzt ins Abenteuer ihres jungen Lebens aufmachen sollte. Nicht nur der Liebe wegen, sondern auch, um den Spuren der Mutter, die sie nie richtig kannte, zu folgen. Vater Dan (John Corbett) zweifelt etwas, lässt sie dann aber doch seine Partnerin überzeugen, die auch Indien erleben konnte, als sie noch jung war. Zu allem Überfluss will sie Dae mit ihrer Ankunft und ihren Plänen überraschen.
In Südkorea angekommen, trifft sie erst mal ein wenig der Kulturschock und der Jetlag, so dass sie fast zu spät zur großen Party kommt und es zeigt sich, wie naiv sie an die Sache geht... Außerdem lernt sie die reiche Yuri (Gia Kim) kennen, die zufällig die Tochter der Schulleiterin Ji Na (Yunjin Kim) ist. Yuri befindet sich unter einer recht strengen elterlichen Fuchtel und vielleicht hat sie Gefühle für ein Mädchen. Nach dem Shoppen fährt Yuris Fahrer Kitty fast über den Haufen und sie erhält somit eine Fahrt zur Schule, die Yuri ebenfalls besucht.
Die Schulleiterin könnte eine alte Freundin von Kittys Mutter sein, was sie jedoch zunächst leugnet. Dae hat derweil Probleme, das Schulgeld zu bezahlen und muss nun sehen, wo er auf die Schnelle etwas auftreibt. Es gibt also viel Low-Stakes-Drama und glückliche und unglückliche Zufälle, die sich häufen.
Auf der Feier freut sich Dae zwar, Kitty zu sehen, doch der eigentliche Twist ist, dass Yuri im Verlauf der Folge jemandem mehrere Textnachrichten schreibt, der sich dann natürlich am Ende der Folge als Dae entpuppt. Doch es scheint mehr hinter der Beziehung zu stecken, als es zunächst den Anschein macht...
XOXO?

Der erste Eindruck nach Sichtung der Pilotepisode ist, dass das Format überaus harmlos und irgendwie lieb rüberkommt, was manchmal auch gar nicht so schlecht ist. Denn es muss ja nicht immer Krawall sein... Kitty ist naiv-charmant und die Schnelligkeit, mit der hier eine solche Entscheidung von allen Seiten getroffen und abgesegnet wird, ist bemerkenswert. Schließlich lässt Kitty das alte Leben in den USA zurück, um einen deutlich anderen Kulturkreis zum temporären Zuhause werden zu lassen - und das auch noch, ohne die Sprache auch nur einen Deut zu beherrschen.
Etwas „Fish-out-of-Water“, dazu die Suche nach der eigenen Herkunft, ein wenig Korea-Hype, der unterstützt wird durch fesche K-Pop-Nummern, viel Schulalltag und Romantik - und schon hat man eine Erfolgsformel, die die jungen Fans des Romcom-Genres abholen dürfte.
Interessant ist es, reinzuschauen, ohne die Filme zu kennen, denn es gibt zwar durchaus einige Informationshappen, was die Motivation der Reise von Kitty angeht. Man wird dann aber wohl doch im Laufe der Staffel ergründen müssen, was das alles zu bedeuten hat. Allerdings stellt sich eh die Frage, wie viele Leute überhaupt reinschauen, die keinen der Filme vorher gesehen haben... Es dürfte insgesamt eher ein Format sein, das gezielt die Fans anspricht.
Die Serie ist dabei nicht unbedingt für mich gemacht, doch die relativ große Zielgruppe, die auf alles rund um Südkorea abfährt, dürfte wahrscheinlich eine neue Lieblingsserie haben, die hoffentlich nicht direkt schon wieder nach der ersten Staffel abgesetzt wird, wie es bei manch anderem Netflix-Format der Fall war... Doch die Buch-Vorlagen von Jenny Han, die auch hier das Drehbuch abliefert, und die dazugehörigen Filme sollten dafür sorgen, dass ein gewisser Erfolg vorprogrammiert sein dürfte.
Fazit
XO, Kitty ist keine Serie für sonderlich anspruchsvolle Unterhaltungsfans, muss sie aber auch überhaupt nicht sein, um kurzweilige romantische Vibes zu versprühen. Und das, auch wenn Kitty doch wirklich arg ahnungslos ins Abenteuer aufbricht. Der Trailer am Ende der Folge zeigt jedenfalls schon recht eindeutig, was für Themen anstehen - und genau mit solchen trifft man ins Herz der Fans von „To All the Boys I've Loved Before“, auch wenn das alles ohne Lana Condor auskommen muss. Ich gebe drei von fünf XOs für den Start.
Hier noch der Originaltrailer zur neuen Serie „XO, Kitty“: