Wynonna Earp 1x01

Wynonna Earp 1x01

Syfy versucht sich an der Adaption der Comicreihe um Dämonenjägerin Wynonna Earp, bringt bei diesem Genremix allerdings nur wenig originelle Ideen mit. Lohnt sich das Einschalten trotzdem?

Melanie Scrofano als Wynonna Earp / (c) Syfy
Melanie Scrofano als Wynonna Earp / (c) Syfy

In der Pilotepisode Purgatory der Serie Wynonna Earp kehrt die namensgebende Hauptfigur für eine Beerdigung in ihre Heimatstadt zurück. Schon bald macht sich ihr Familienfluch bemerkbar und sie muss feststellen, dass die Stadt von übernatürlichen Gefahren bedroht wird.

Was passiert in der Pilotepisode?

Schon auf der Hinreise muss Wynonna (Melanie Scrofano), Nachfahrin des legendären Gesetzeshüters Wyatt Earp, feststellen, dass ihre Heimatstadt Purgatory alles andere als sicher ist. Doch eigentlich ist sie nur auf der Durchreise, um die Beerdigung ihres Onkels hinter sich zu bringen.

Ihre erste Begegnung mit einem dämonischen Widersacher überzeugt sie allerdings davon, dass ihr Verwandter ganz sicher keines natürlichen Todes gestorben ist, woraufhin sie Nachforschungen in der Kleinstadt anstellt.

Dabei gibt es für sie ein Wiedersehen mit ihrer impulsiven jüngeren Schwester Waverly (Dominique Provost-Chalkley), die mehr als bereit ist, einen möglichen Kampf gegen die Dämonen aufzunehmen, die sich in der Stadt und der Umgebung eingenistet haben. Zusätzlich begegnet Wynonna einem mysteriösen Gunslinger (Tim Rozon) und einem Marshal (Shamier Anderson), dessen Spezialgebiet sich auf übernatürliche Verbrechen erstreckt.

Als Waverly entführt wird, macht sich Wynonna mit dem gegen übernatürliche Feinde besonders effektiven Colt ihres berühmten Vorfahren auf, um sich den Schurken entgegenzustellen und die Gefahr für ihre Familie und die Stadt zu vernichten.

Welchen Eindruck macht die Pilotepisode?

Auf dem Papier macht Wynonna Earp zunächst einen interessanten Eindruck: Eine gute Portion Buffy the Vampire Slayer, eine Prise Sleepy Hollow und ein bisschen Supernatural ergibt einen Genremix mit Westernflair, der neugierig macht.

Syfy stellt seinen Serien wie etwa The Expanse seit geraumer Zeit größere Budgets zur Verfügung. Im Fall der im kanadischen Alberta produzierten neuen Serie ist das allerdings leider nicht der Fall. Das merkt man vor allem den unterdurchschnittlichen Actionsequenzen und Effekten deutlich an.

Das fällt jedoch nicht so sehr ins Gewicht, denn es fügt sich passend in den Ton der Serie ein. Die Dialoge sind flach und direkt, die Exposition ist geradlinig. Die Pilotepisode erweckt dadurch schnell Assoziationen einer ganz bestimmten Richtung: Pulp, Trash, und lockerer, wenig ernstzunehmender Spaß.

Melanie Scrofano und Dominique Provost-Chalkley in %26bdquo;Wynonna Earp%26ldquo; © Syfy
Melanie Scrofano und Dominique Provost-Chalkley in %26bdquo;Wynonna Earp%26ldquo; © Syfy

Dabei hebt Wynonna Earp noch nicht ganz so ab wie Neo-Western-Action-Serien à la Banshee oder Pilotepisoden wie „Edge The Loner“, sondern reiht sich, was Absurdität und Action angeht, noch ein wenig darunter ein. Dabei ist die Adaption der 1996 veröffentlichten Comicreihe von Autor Beau Smith in den erfahrenen Händen von Lost Girl-Produzentin Emily Andras.

Die erste Episode der jungen Serie ist sicherlich nicht wirklich massentauglich und dürfte selbst für Genrefreunde noch starke Geschmackssache sein. Das Schauspiel ist bestenfalls Durchschnitt, die Effekte sind ziemlich schwach und die flachen Dialoge können beim Zuschauer entweder genau den richtigen Nerv treffen oder großes Kopfschütteln verursachen. Auch die Details, wie ein dämonenvernichtender Colt, oder die Charaktere, sind nichts, was man nicht schon einmal bei anderen Serien (besser) gesehen hat.

Man muss schon über einiges hinwegsehen, um sich auf Wynonna Earp einzulassen. Eventuell kann man dem Ganzen aber durchaus einen gewissen Charme abgewinnen. Hauptdarstellerin Melanie Scrofano passt eindeutig gut zum Stil der Serie und hat das Potential, die vielen bisher durchschnittlichen Eigenschaften der Syfy-Serie etwas aufzuwerten.

Fazit

Die Pilotepisode von „Wynonna Earp“ ist ein bunt gemischter Genremix mit Westernflair, der seine Inspirationen nicht verleugnet. Die billigen Effekte, platten Dialoge und einfachen Charaktere wollen vor allem eins sein: Spaß im „Pulpgewand“. Wer sich darauf einlassen kann, könnte Gefallen an der Serie finden, die ihre Potential noch auszuschöpfen hat. Wer allerdings mehr als nur lockere Unterhaltung erwartet, der sollte einen großen Bogen um die Stadt Purgatory machen.

Serientrailer zu „Wynonna Earp“:

Verfasser: Tim Krüger am Sonntag, 3. April 2016
Episode
Staffel 1, Episode 1
(Wynonna Earp 1x01)
Titel der Episode im Original
Purgatory
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 1. April 2016 (Syfy)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 1. März 2017
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 6. März 2017
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 6. März 2017
Autor
Emily Andras
Regisseur
Paolo Barzman

Schauspieler in der Episode Wynonna Earp 1x01

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?