Women of the Movement 1x01

Women of the Movement 1x01

In der neuen ABC-Serie Women of the Movement wird die tragische, wahre Geschichte des 14-jährigen Schwarzen Amerikaners Emmett Till erzählt, der in den 1950ern ermordet wurde. Im Mittelpunkt stehen seine Mutter und die Auswirkungen des Mordes auf die US-Bürgerrechtsbewegung.

Poster zur Serie Women of the Movement (c) ABC
Poster zur Serie Women of the Movement (c) ABC
© oster zur Serie Women of the Movement (c) ABC

Die Dramaserie Women of the Movement hat hinter der Kamera einige große Namen zu bieten. Zum Produzentenstab gehören zum Beispiel Jay-Z und Will Smith, Showrunnerin ist The Handmaid's Tale-Autorin und -Produzentin Marissa Jo Cerar. Es ist eine profilierte Truppe, die sich da aufgemacht hat, die tragische Geschichte des Mordes an einem Schwarzen Teenager im Süden der USA für die Mattscheibe aufzubereiten. Es ist ein Thema, bei dem Fingerspitzengefühl und Talent gefragt ist. Sind die Serienmacher der Aufgabe gewachsen?

Wovon handelt die Serie Women of the Movement?

Mamie Till (Adrienne Warren) liegt in den Wehen und wird von den weißen Krankenschwestern ignoriert. Erst, als ihre Mutter auf den Tisch haut, passiert etwas. Doch, als das Baby auf der Welt ist, zeigt sich, dass das erst der Beginn der Probleme sein sollte... Die Nabelschnur hatte sich um seinen Hals gelegt und der Arzt empfiehlt der entsetzten Mamie, sich möglichst schnell um eine Unterbringung des Babys in einer Einrichtung zu kümmern. Doch Mamie denkt gar nicht daran. Von da an werden wir in die idyllische Phase des Lebens des kleinen Emmett Till (Cedric Joe) mitgenommen. Geliebt und beschützt von seiner Mutter übertrifft er die Voraussagen des Arztes und wächst zu einem lebensfrohen Jungen heran, dessen positive Lebensart ihn jedoch in einer Welt geprägt von Rassismus in Probleme bringen kann

Als sein Onkel ihn nach Mississippi einlädt, ist Mamie alles andere als begeistert und lässt sich nur von der Freude ihres Sohnes umstimmen. Im Vorfeld bläut sie ihm ein, dass es dort anders ist als zu Hause im Norden. Sie drängt ihn, sich weißen Menschen gegenüber dort unten anders zu verhalten, als er es gewöhnt ist - zu seinem eigenen Schutz. Im Süden angekommen, geht der Junge mit seinem Cousin in einem kleinen Laden einkaufen und wir merken, dass etwas mit der Kassiererin noch wichtig sein wird. Spät in der Nacht kommen zwei Männer zum Haus des Onkels und holen Emmett aus dem Bett und verschleppen ihn.

Sein Onkel spricht bei der Polizei vor, doch gehört wird er kaum. Als Mamie der schicksalhafte Anruf erreicht, geht sie sofort in Action. Sie ruft zusammen, wen sie braucht, um ihren Sohn zu finden. Sie wehrt sich gegen den Rassismus, sieht aber die Grenzen ihrer Möglichkeiten und versucht, darum herum zu arbeiten. Zwischen Verzweiflung und Hoffnung trifft sie auch auf Reporter. Dort erfährt sie, wie wichtig es ist, wer die Geschichte erzählen darf und in welchen Worten.

Als nach einer nervenzerrenden Suche sein Leichnam gefunden wird, besteht sie gegen den Rat aller anderen darauf, ihren toten Sohn zu sehen. In den letzten Minuten der anderthalbstündigen Pilotepisode trifft sie eine wichtige Entscheidung: Sie will ihren Sohn der Welt zeigen - und zwar die ungeschönte Wahrheit. Die Welt soll sehen, was die Monster ihrem Sohn angetan haben und nicht mehr weggucken können.

Wie kommt es rüber?

Wer die Geschichte des Mordes an Emmett Till erzählen will, der agiert nicht im luftleeren Raum. Wir wissen nicht nur, was mit den Personen der Geschichte geschehen wird, wir wissen auch, welche Folgen der Mord für die Bürgerrechtsbewegung und die gesamte USA hat. Zentral ist dabei die Frage, was zwischen Emmett und der Kassiererin Carolyn Bryant (Julia McDermott) geschehen ist. In der Pilotepisode wird die Szene so inszeniert, dass wir nicht hören können, was gesprochen wird, wir hören einen Pfiff, aber es bleibt unklar, von wem und aus welchem Grund. Was wir sehen, ist, dass Emmett sich wie das lebensfröhliche, unschuldige Kind zeigt, das er auch in den Szenen davor war. Weit entfernt von einem Jugendlichen, der eine erwachsene Frau belästigt... Die Kassiererin Carolyn, auf deren Beschuldigung hin ihr Mann und dessen Halbbruder später Emmett entführen werden, hingegen, scheint in stummer Wut zu stecken.

Für den Moment geben die Serienmacher nicht vor, die konkrete Wahrheit zu kennen, machen ihre Sichtweise auf die Geschichte aber sehr deutlich.

In den Vordergrund scheinen sich zwei Bedürfnisse zu drängen: Die Macher wollen die menschliche Tragödie nicht ausbeuterisch zur Schau stellen, aber sie wollen dennoch das Drama in all seiner Grausamkeit erzählen, ohne es zu beschönigen. Das gelingt in der Pilotepisode gut. Mit Fingerspitzengefühl bringen sie uns durch die schicksalhaften Tage, in denen seine Familie nach Emmett sucht und schließlich seine Leiche findet. Besonders stark ist die Serie in den Schlussszenen der Pilotepisode, als Mamie durch die Trauer blickt und erklärt, was sie vorhat: Sie will der Welt das Unrecht zeigen. Ebenso wie die Macher der Serie Women of the Movement will sie verhindern, dass die Öffentlichkeit weggucken kann.

Besonders geübt erschaffen die Autoren die Figuren vor unseren Augen. Neben der starken Mamie erleben wir zahlreiche Nebenfiguren, deren inneren Konflikte, Leid und Wut geschickt in kurzen Szenen an die Oberfläche gespült werden. Die Auswirkungen des Mordes werden auf jeder Bühne beleuchtet, politisch wie persönlich. Der Kampf gegen die Ungerechtigkeit endet nicht mit dem Tod. Wir begleiten Mamie und ihre Mitkämpfer durch den unmöglich erscheinenden Versuch, Gerechtigkeit für ihren Sohn zu finden.

Women of the Movement: Extended Trailer

Hier abschließend noch der aktuelle Trailer zur Serie „Women of the Movement“:

Verfasser: Loryn Pörschke-Karimi am Freitag, 7. Januar 2022

Women of the Movement 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Women of the Movement 1x01)
Titel der Episode im Original
Mother and Son
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 6. Januar 2022 (ABC)
Regisseur
Gina Prince-Bythewood

Schauspieler in der Episode Women of the Movement 1x01

Darsteller
Rolle
Adrienne Warren
Tonya Pinkins
Cedric Joe
Carter Jenkins
Ray Fisher
Glynn Turman

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