Will Trent 1x01

Will Trent 1x01

Will Trent ist ein Ermittler mit besonderer Begabung und Herrchen wider Willen. In der gleichnamigen Serie beweist er, dass eine Crime-Procedural trotz Einhaltung aller Genreregeln frisch und unterhaltsam wirken kann.

Poster zur Serie Will Trent (c) ABC
Poster zur Serie Will Trent (c) ABC
© oster zur Serie Will Trent (c) ABC

Ein weiterer Ermittler mit einer besonderen Gabe wird in diesen Tagen vom Network ABC auf die Mattscheibe geschickt. In der Serie Will Trent steht der gleichnamige Ermittler (Ramon Rodriguez) im Mittelpunkt, der Tatorte lesen kann wie andere Romane. Passenderweise basiert die neue Serie auf der erfolgreichen und langlebigen Krimireihe von Autorin Karin Slaughter.

Wovon handelt die Serie Will Trent?

In typischer Procedural-Manier sehen wir als Erstes das Auffinden des Tatorts. Die erste Szene der Pilotepisode bringt uns eine wütende Vorstadt-Mum, die ihren fremdgehenden Autohändler-Mann durchs Handy anschreit, während sie auf ihr luxuriöses Eigenheim zuschreitet. Dort erkennt sie, dass jemand eingebrochen ist, rennt die Treppe hoch, findet vermeintlich ihre Tochter ermordet am Boden vor und sieht einen blutverschmierten Mann auf sich zuwanken. In Slow Motion sind wir dabei, wie die beiden um ein Messer kämpfen und schließlich die Treppe herunterstürzen. Am Ende schafft die Adrenalin-geladene Tennis-Mutter es, den Mann kaltzustellen.

Die Serie schneidet nahtlos zu Will, der versucht, einen Hund, der ihm vom Schicksal zugeteilt wurde, in einem Tierheim abzugeben. Doch, als er erfährt, dass der Vierbeiner namens Betty dort nicht zwangsläufig überlebt, ist es entschieden: Der Detective wird zum Herrchen wider Willen.

Doch für lange Spaziergänge im Sonnenuntergang bleibt keine Zeit, denn nun werden beide Plots zusammengeführt. Denn Will ist ein außergewöhnlicher Mordermittler. Sein Geheimnis: Er ist Legastheniker und wo er mit Buchstaben strauchelt, da kann er umso besser alle anderen Zeichen lesen. Zum Beispiel den einsamen, blumigen Fußabdruck am Ende der Treppe...

Die anderen Polizisten gehen von einer schnellen Auflösung aus: Der Junge mit dem Messer hat die Tochter getötet, bevor er selbst in Notwehr von der Mutter erledigt wurde.

Doch Will weiß es besser: Der tote Junge wollte die Opfer beschützen. Die Tote ist nicht die Tochter, denn die wurde entführt, wobei sie besagten Fußabdruck hinterließ...

Auch wenn er sich direkt nützlich macht, ist seine neue Partnerin, Faith (Iantha Richardson), alles andere als begeistert von Wills Mitarbeit.

Wie wir erfahren, hat er zuvor einen großen Polizei-Korruptionsskandal enttarnt. In dessen Nachwehen wurde unter anderem die Mutter von Faith zu Fall gebracht.

Wen wir außerdem kennenlernen: die Undercover-Ermittlern Angie Polaski (Erika Christensen, Parenthood) und ihren aktuell wenig sympathischen, aber sicher noch überraschungsfähigen Partner Michael (Jake McLaughlin). Angie ist Teil von Wills Vergangenheit. Wie genau, bleibt noch unklar, aber es beinhaltet auf jeden Fall spontanen Sex ohne Zwänge und Austausch über Fälle und Polizeiarbeit - sowohl fachlich als auch therapeutisch. Im besten Fall findet alles davon gleichzeitig statt.

Wie kommt es rüber?

Will Trent ist ein Crime-Procedural - keine Frage, an keiner Stelle versucht die Serie in ihrer Pilotepisode, mehr zu sein als das. Der Einstiegsfall weitet sich auf zwei Episoden aus, was folgt, bleibt abzuwarten, aber ein Fall-der-Woche-Muster erscheint wahrscheinlich. Für den Start schenken die Gaststars der Serie einen gehörigen Vorschuss an Lob und Zuneigung. Wer sich nicht über Jennifer Morrison (Once Upon a Time, House) und Mark-Paul Gosselaar (Saved by the Bell) als Ehepaar im Zentrum amüsieren kann, dem kann man wohl einfach insgesamt mit Krimis keine Freude machen. Die beiden unterstützen den Hauptdarsteller und schenken der Serie mit ihrem Charisma eine Vertrautheit schon nach wenigen Szenen.

Neben Ramon Rodriguez glänzt in der Pilotepisode besonders Erika Christensen als Freundin mit Extras und Therapiepartnerin des Hauptermittlers. Die beiden können mit Chemie und Charme möglich machen, was andere lange jagen: dass die Zuschauer:innen sich um das Schicksal der Figuren scheren...

Wenn auch die Regieentscheidungen, besonders in der Eingangsszene, wohl eher ungewollt komisch wirken, weiß die Pilotepisode dennoch stets zu unterhalten. Der Hauptermittler ist zwar speziell, aber landet innerhalb der exzentrischen Fernsehermittler auf einem sympathischen Platz. Er kann soziale Hinweise lesen und brilliert oftmals mit fein-cleverem Humor. Er tritt auch nicht aus Prinzip gegen die Autoritäten an: Als er erfährt, dass seine neue Partnerin die Tochter einer Polizistin ist, die er selbst zu Fall gebracht hat, reagiert er verständnisvoll. Er rennt weder als Ermittler noch als Charakter gegen die Wände. Damit bringt Will einen Identifizierungsgrad mit, den andere TV-Polizisten oft missen lassen. Dennoch ist er ein bunter Charakter, dem man gerne zusieht.

Verfasser: Loryn Pörschke-Karimi am Donnerstag, 5. Januar 2023

Will Trent 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Will Trent 1x01)
Titel der Episode im Original
Pilot
Länge der Episode im Original
45 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 3. Januar 2023 (ABC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 31. Mai 2023
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Mittwoch, 31. Mai 2023
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 31. Mai 2023
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Mittwoch, 31. Mai 2023
Autoren
Karin Slaughter, Liz Heldens, Daniel T. Thomsen
Regisseur
Paul McGuigan

Schauspieler in der Episode Will Trent 1x01

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