White Collar 4x06

White Collar 4x06

Darauf haben viele White Collar-Fans lange gewartet: In der Episode Identity Crisis steht endlich einmal Mozzie im Mittelpunkt. Und wie kann es anders sein: Ausgangspunkt ist eine Verschwörungstheorie von nationalgeschichtlicher Bedeutung.

Alles dreht sich um Mozzie (Willie Garson) in dieser Episode der Serie „White Collar“ / (c) USA Network
Alles dreht sich um Mozzie (Willie Garson) in dieser Episode der Serie „White Collar“ / (c) USA Network

Die Serie White Collar hat viel Zeit darauf verwendet, die Geheimnisse um Neals Familie aufzubauen. Nun schenkt sie dem Zuschauer aus dem Nichts heraus eine Storyline um Mozzies Vergangenheit. Mozzie (Willie Garson) ist längst zum gar nicht so heimlichen Liebling der Serie aufgestiegen: mysteriös, liebenswürdig verschroben und dabei doch immer hundertprozentig loyal zu seinen Freunden.

Nicht viel über Mozzie zu wissen und immer wieder aufs Neue überrascht zu werden durch kleine Hinweise auf sein Privatleben oder seine Vergangenheit, gehört seit Beginn an zu der Serie. Man hatte sich längst daran gewöhnt und viele hätten es den Autoren sicher auch nicht übel genommen, wenn es einfach so weitergegangen wäre.

Die Episode Identity Crisis fühlt sich deswegen wirklich an wie ein überraschendes Geschenk der Serienmacher an die treuen Fans. Wir erfahren mehr über Mozzie und seine Herkunft, ohne auch nur am Mysterium zu rütteln. Am Ende fühlt man sich dem Kauz viel näher, ohne konkrete Fakten erfahren zu haben, aber mit neuen Geheimnissen ausgestattet.

Vorbereitung von langer Hand

Mozzies und auch Neals Leben sind nicht üblich, sie sind anders als die meisten Menschen. Neal (Matt Bomer) ist nach seiner Festnahme durch Peter (Tim DeKay) ein ganz spezieller Fall, aber Mozzie lebt weitestgehend immer noch ein Leben in maximaler Freiheit. Keine Verpflichtungen, dafür aber jede Menge ausgefallener Fähigkeiten. Ein solches Leben - so suggeriert uns die Serie - beginnt man nicht aus einem erfüllten Elternhaus heraus. Denn natürlich ist es ein Tanz auf dem Drahtseil und nicht jede Festnahme endet wie Neals.

Nun dürfen wir ein Blick hinter Mozzies Fassade werfen, seine Einsamkeit, seine Sehnsucht nach liebevollen Eltern und damit auch nach einem Stück Normalität sehen. Das macht großen Spaß und man wünscht sich spontan weitere Mozzie-Episoden, hier und da eingestreut.

Doch am stärksten sind diese Gefühle wahrnehmbar wenn sie nur durch kurze Blicke oder nebensächliche Anmerkungen hervorscheinen. Das Schattenspiel, das Mozzie als kleiner Junge entworfen hat und nun Neal vorführt, schreit geradezu nach Mitgefühl, vielleicht sogar Mitleid und geht in dieser Offensivität zu weit. Die Geschichte ist zu zuckersüß, zu sehr effektheischend. Den Gefühlen, die durch diese Szene ausgedrückt werden, hätte ein bisschen mehr Subtilität durchaus besser gestanden.

Aber das tut der Zuneigung, die viele Zuschauer bereits vor zahllosen Episoden zu Mozzie entwickelt haben, keinen Abbruch. Und vielleicht bereitet diese Geschichte auf eine andere vor: Darauf, was wir noch über Neals Vergangenheit erfahren werden, darauf, was in einem Leben passieren muss, damit ein Mensch sich zu einem Geist entwickelt, der seinen eigenen Regeln folgt und neben der Gesellschaft her lebt.

Neals Story

Denn der eigentlichen Geschichte der vierten Staffel von White Collar, Neals Suche nach seinem Vater, ist in dieser Episode nur eine kurze Szene vergönnt, die nichts neues bringt außer einen vagen Hinweis auf Sams Aufenthaltsort.

Doch das passt sehr gut. Geschickt wird die Geschichte mit einer vertrauten Thematik eingeleitet und unvermittelt von Mozzie unterbrochen, der eine völlig andere Storyline ins Rollen bringt.

Die Schnitzeljagd

Es ist eine Schatzsuche und die macht nicht nur Peter, Neal und Mozzie Spaß. Auch der Zuschauer darf mit raten, mit zweifeln. Wie es sich für eine zünftige Verschwörungstheorie gehört, gibt es viele Twists und keine Gewissheit am Ende. Ist 355 aka Tempest Strong (Mircea Monroe) eine Agentin oder existiert die letzte Szene lediglich in Mozzies Vorstellung und Neal und Peters Fragen? Die Serie lässt es offen und das ist natürlich gut so.

Fazit

Die Episode Identity Crisis ist ein überraschender Einschub, eine willkommene Ablenkung vom roten Faden, der Suche nach Neals Vater. Und es ist ein Geschenk an alle Mozzie-Fans, eine Episode, die in Erinnerung bleiben wird und die man zwischen den Staffeln durchaus noch einmal hervorkramen kann, wenn die Sehnsucht nach White Collar einen einholt.

Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 23. August 2012
Episode
Staffel 4, Episode 6
(White Collar 4x06)
Deutscher Titel der Episode
Spuren des Unabhängigkeitskrieges
Titel der Episode im Original
Identity Crisis
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 21. August 2012 (USA Network)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 4. Juli 2014
Autor
Channing Powell
Regisseur
David Straiton

Schauspieler in der Episode White Collar 4x06

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