Whiskey Cavalier: Review der Pilotepisode

© er Cast von Whiskey Cavalier (c) ABC
Bereits die Namen der Produzenten von Whiskey Cavalier versprechen einen hohen Unterhaltungswert der neuen Comedy-Drama-Serie von ABC. Mit Dave Hemingson (How I Met Your Mother) als Drehbuchautor und Bill Lawrence (Scrubs) in der Produktion kann man sich vor allem der knackigen Gags und einzigartigen Komik sicher sein. Im Trailer angepriesen wurden uns zudem eine actionreiche Spionagegeschichte und eine komplizierte, sexuell aufgeladene Beziehung der zwei Protagonisten. Dass der Trailer sich lediglich der Szenen aus der Pilotepisode bedient und trotzdem genügend Material von Explosionen, Kampfszenen und unglaublich dramatischen Stunts zeigt, sagt schon einiges über die Serie aus. Doch worum geht es überhaupt?
Agentenalltag
Will alias Whiskey Cavalier (Scott Foley) dachte, seine große Liebe bereits gefunden zu haben. Doch, wie sich herausstellt, teilte seine Exverlobte diese Meinung nicht und trennte sich unerwartet von ihm. Gerne würde Will in seinem Kummer und melancholischer Musik versinken, wenn da nicht sein Job als FBI-Agent wäre, der regelmäßig von ihm verlangt, die Welt vor dem Bösen zu retten. Kurzum wird er beauftragt, den Verkauf eines gefährlichen Virus zu verhindern und wird kurzzeitig durch eine rasende Verfolgungsjagd und Schusswechsel von seinem Liebeskummer abgelenkt.
Gleich darauf bekommt er auch schon den nächsten Auftrag: Er soll den Hacker Edgar Standish (Tyler James Williams) in Moskau abholen und an die US-Regierung ausliefern. Dumm nur, dass er bei der Mission von der attraktiven Frankie (Lauren Cohan) abgelenkt wird, die, wie sich herausstellt, als CIA-Agentin ihre eigene Mission verfolgt und Will aus dem Weg räumen will. Es beginnt ein Machtkampf der beiden Spione, bei dem sie jeweils versuchen, Edgar an ihre Vorgesetzten auszuliefern, abwechselnd die Kontrolle übernehmen und ab und zu sogar zusammenarbeiten müssen. Der Verlauf der Story ändert sich dabei alle paar Sekunden und plötzlich sind die drei Protagonisten selbst die Gejagten.
Eine Schusswunde und ein paar schreckliche Enthüllungen später ist der Fall dann auch geklärt und wir stellen fest: Das Ganze war nur die Erklärung, wie das Team, das von nun an gemeinsam an kritischen Fällen arbeiten wird, zustande gekommen ist. Wer das Ruder übernehmen wird, darauf können Frankie und Will sich jedoch weiterhin nicht einigen...

Noch eine Hubschrauberexplosion gefällig?
Am Budget wurde bei der Produktion von „Whiskey Cavalier“ nicht gespart. Weder bei der hochkarätigen Besetzung noch den aufwändigen Actionszenen oder explosiven Effekten. Besonders für den einfühlsamen und an emotionaler Intelligenz nicht zu übertreffenden Hauptcharakter Will entwickelt man schnell Sympathien und auch die anderen Figuren ergänzen die Geschichte gut. Die Chemie zwischen den zwei Protagonisten Will und Frankie, die so unterschiedlich sind und sich doch so gleichen (ich hoffe, die Ironie kommt an diesem Punkt an), stimmt auf Anhieb. Und obwohl wir alle wissen, dass der liebeskranke Narr und die emotional distanzierte Zynikerin am Ende zusammenkommen, schauen wir gerne über die Vorhersehbarkeit ihrer Beziehung hinweg und freuen uns über die gelegentliche sexuelle Spannung inmitten der von Zeitlupen-Stunts triefenden Story.
Und somit wären wir auch schon beim größten Manko der an sich gut konzipierten Geschichte. Korruption, Verrat, Verfolgungsjagden, Stunts, Nahkampf, Hubschrauberexplosion, Messerwerfen und natürlich der menschheitsgefährdende Virus sind schon viele, jedoch lange nicht alle Aktionen und Situationen, die alleine in der Pilotepisode auftauchen. Dabei umfasst die 40-minütige Folge genug Material, um einen ganzen Blockbuster zu füllen und trotzdem keine Langeweile aufkommen zu lassen. Die Produzenten haben nicht nur zu dick aufgetragen, sie haben sich auch selbst ins Bein geschossen, indem sie alle ihre Trümpfe bereits in der ersten Folge wortwörtlich verballern und keinen Raum mehr nach oben freilassen.
Fazit
Wer im Minutentakt einen Plottwist nach dem anderen erleben will, für den ist die Pilotepisode von Whiskey Cavalier genau das Richtige. Und an sich kann die Comedy-Drama-Serie auch durch eine interessante Story und witzige Schlagabtausche punkten. Doch manchmal ist weniger tatsächlich mehr und das hätten sich hier auch die Produzenten zu Herzen nehmen sollen.

Hier der Trailer zu Whiskey Cavalier: