Die neue Comedyserie Welcome To Sweden ist am Donnerstag bei NBC gestartet. Amy Poehlers kleiner Bruder Greg versucht sich hierbei als Autor, Produzent und Schauspieler. Ob ihm das in der ersten Episode gelungen ist, könnt Ihr hier lesen.

Der Cast der Serie „Welcome to Sweden“ / (c) NBC
Der Cast der Serie „Welcome to Sweden“ / (c) NBC

Nachdem Welcome to Sweden im Frühjahr bereits in Schweden zu sehen war, startete die Comedyserie von und mit Greg Poehler am Donnerstag in den USA auf NBC.

Im Namen der Liebe kündigt Bruce seinen Job als erfolgreicher Buchhalter mit prominentem Klientel, um mit seiner Freundin Emma (Josephine Bornebusch) in ihr Heimatland Schweden zu ziehen. Er trifft bald auf Josephines sehr „schwedische“ Familie, was ihn in so manche von kulturellen Missverständnissen ausgelöste, seltsame Situation bringt. Die Serie basiert auf den Lebenserfahrungen von Poehler.

Anything is possible

Die Geschichte beginnt mit Bruces (Greg Poehler) Ankündigung, seinen Job an den Nagel zu hängen. Er versucht es schonend seiner Klientin Amy Poehler beizubringen, was ihm allerdings nicht ganz die erhofften Reaktionen bringt. Dabei spielt Poehlers große Schwester in einer amüsanten Art und Weise sich selbst. Daraufhin folgt die kurze Introsequenz mit einem Titelsong, den man durchaus als „catchy“ bezeichnen kann. Die Versuche von Bruce, die Konversation mit dem Mann der Pass- und Gepäckkontrolle witzig zu gestalten, schlagen fehl und zum Überfluss öffnet dieser auch noch das Geschenk für die Schwiegereltern in spé.

Emma (Josephine Bornebusch) holt ihn vom Flughafen ab. Erst auf der Heimfahrt erklärt sie Bruce zu dessen Überraschung, dass ihr eigenes Appartement noch vermietet sei. Daher würden die beiden zunächst zwei Wochen bei ihren Eltern verbringen, welche sie als ziemlich „schwedisch“ bezeichnet. Diese Szene zeigt, dass die beiden Schauspieler gut miteinander harmonieren. Dabei lässt sich Greg Poehlers Ähnlichkeit zu seiner Schwester vor allem in seiner Mimik und seinem Blick feststellen.

Das Paar wird von Emmas Vater Birger (Claes Mansson) begrüßt, welcher sie zum Entsetzen des schnell seekranken Bruce mit dem Boot zum Haus der Eltern übersetzt. Birger wundert sich darüber hinaus über das vom Zoll zerpflückte Geschenk von Bruce und die Tatsache, dass dieser kein Wort schwedisch spricht. Im Allgemeinen beschränken sich die Interaktionen der beiden auf kurze Sätze und peinliche Stille.

Greg Poehler und Josephine Bornebusch © NBC
Greg Poehler und Josephine Bornebusch © NBC

This is how we do it in Sweden

Am Haus angekommen übernimmt Emmas Bruder Gustaf (Christopher Wagelin) die Aufgabe, Bruce auf „schwedische Art“willkommen zu heißen: mit Schnaps. Gustaf wird damit auf eine gut konstruierte Weise eingeführt. Allerdings bleibt zu hoffen, dass das Klischee vom trinkenden faulen Sohn, der als Erwachsener noch zu Hause wohnt, nicht zu sehr überreizt wird.

Onkel und Amerikaenthusiast Bengt (Per Svensson) feuert ein Filmzitat nach dem anderen ab, woraufhin Bruce sichtlich irritiert ist, auch wenn der Filmkenner in mir sich nicht vorstellen kann, dass er trotz seiner Branchenkontakten wirklich nicht eins der Zitate erkennt.

Trotz Jetlag und Alkohol lassen die Familienmitglieder ihren amerikanischen Gast kaum zur Ruhe kommen. Beim Abendessen wird er speziell von Mutter Viveka (Lena Olin) ausgefragt. Diese übernimmt hierbei eindeutig die Aufgabe der Person, die nicht an das Glück des Paares glaubt. Tatsächlich klingt die Idee vom Umzug ein wenig verrückt, Emmas Eltern fassen die Situation für ihn zusammen: Er hat einen erfolgreichen Job gekündigt, spricht kein Wort schwedisch, hat keine Freunde und keine Arbeitsstelle. Das Gespräch ist für Bruce ziemlich unangenehm und er ist mehr als dankbar, als Onkel Bengt ankündigt, dass es Zeit für die Sauna sei.

Hier schwenkt die Stimmung beim Zuschauen vom Fremdschämen durch die durch die Geschehnisse in der Sauna auf vordergründigeren Humor um. Auch dort geht der Alkohol in Flaschenform weiter herum. Als Vater Birger sich nackt vor Bruce aufbaut, welcher in Badehose gekleidet ist, wirkt dieser schon sichtlich mitgenommen. Birger heißt den Freund seiner Tochter noch einmal herzlich willkommen in seiner Familie und in seinem Land. In diesem Moment gehen bei Bruce die Lichter aus. Nachdem Emma den Männern der Familie eine kleine Standpauke hält, setzt sie sich mit ihrem erschöpften Freund auf den Pier. Sie reden über die Zukunft, wirken aber zuversichtlich, das alles gut wird.

Eine Beziehung für die Zukunft?

Die Tonalität der Pilot Episode von Welcome to Sweden ist eine Mischung aus „Meet The Fockers“ und „Fish out of Water“-Thematik, gepaart mit geerdeter Situationskomik. Es werden glücklicherweise auf Elemente wie Lachkonserven, oder plumpe Witze verzichtet. Vielmehr lässt sich die Komik als „nicht aufdringlich“ beschreiben.

Kinematographisch gesehen ist die Serie gut gelungen und fängt gekonnt die entspannte Atmosphäre der schwedischen Landschaft ein. Poehlers Entscheidung, Produktion und Hauptrolle zu übernehmen ist mutig. Er wirkt jedoch erfreulicherweise nicht überfordert, obwohl er höchstwahrscheinlich am Limit seiner Fähigkeiten spielt. Allgemein kann man den Darsteller durchweg gute Leistungen bescheinigen. An dieser Stelle freue ich mich bereits jetzt schon auf den Auftritt eines weiteren, aus Parks and Recreation bekannten Gesichtes in Form von Aubrey Plaza.

Der aufgekommene Kritikpunkt, die Serie würde über die Staffel gesehen keine sympathischen Figuren haben, ist in dieser Episode nicht zu erkennen. Vielmehr sehe ich durchaus Anlass und Potential, Empathie für das Paar zu zeigen.

Selbstverständlich wird, wie für das Comedygenre typisch, der Humor nicht jedem zusagen. Bei anderen von NBC produzierten Comedyserien war ich zunächst skeptisch bezüglich ihres Potentials. Heute gehören manche davon zu meinem Lieblingsserien, weswegen ich im Fall von Welcome to Sweden optimistisch gestimmt bin. Wer sich also als ein Freund subtil eingestreuter Situationskomik sieht, der darf ruhig mal einen Blick riskieren. Skol!

Diese Serie passen auch zu «Welcome to Sweden»