Warehouse 13 2x03

Es geschah im Jahre 1944. Das Gemini Project hat das geschafft, wovon heute 3D-Filme die Zuschauer träumen lassen: Nämlich eine nicht-existente Realität in die eigene zu projizieren und zum Leben zu erwecken. Was ist aber, wenn die „neue“ Realität nicht mehr Illusion ist, sondern den Platz der eigenen Realität einnimmt? Beyond Our Control zeigt uns, was sich dann ereignet: Zweiter Weltkrieg, Shootouts, Gangster und Gladiatorenkämpfe. Nein, die Warehouse 13-Episode handelt nicht von Spionage, „Mad Scientists“ und Zeitreisen, sondern - und das ist das Erfrischende - von einer nichts ahnenden Postfrau, die ein Artefakt nur zum Entertainment benutzt, ohne zu wissen, dass es sich überhaupt um ein Artefakt handelt.
Also im Vergleich zu gewöhnlichen Warehouse 13-Episoden bekommt es das Team diesmal nicht mit bösen Kräften, die Artefakte an sich reißen wollen, zu tun oder mit guten Bürgern, die vom Artefakt in unkontrollierbares Böses verwandelt werden. Aber unkontrolliert läuft auch hier die Sache ab, bevor Claudia (Allison Scagliotti) den Tag rettet. Ich finde es richtig, dass die Autoren am Anfang der neuen Staffel mehr in diese Figur investieren. Denn Claudia ist ein wandelnder Unruheherd, der etliche kleine Nebenhandlungen kreiert und die Teamdynamik positive Erschütterungen erfahren lässt.
Claudia will durchgehend alles um sich verändern, modifizieren, verbessern. In Beyond Our Control hat sie ein Auge auf die Farnsworth-Geräte geworfen und versucht daraus mehr oder weniger ein iPhone zu gestalten. Das gefällt Artie (Saul Rubinek) natürlich nicht und führt später in der Episode dazu, dass er ihre „Verbesserungen“ für die Ereignisse in der kleinen Stadt verantwortlich macht. Ein nicht unwesentlicher Schritt in der Entwicklung von Warehouse 13 wird in dieser Episode gemacht: Die Stadt, die sich in Warehouses Nähe befindet, wird vorgestellt.
Vielleicht ist „vorgestellt“ etwas übertrieben gesagt, aber das Team lernt manche Bewohner kennen. Obwohl diese das gar nicht wollen. Eigentlich mag niemand die Regierungsagenten, denn das Warehouse operiert unter dem Decknamen der Steuerbehörde: „I hate us“, sagt Pete (Eddie McClintock), der in dieser Episode wieder seine Nerd-Kenntnisse unter Beweis stellen darf. Aber diesmal in der B-Movies-Sparte. Die Grenze zwischen dem Humorvollen und dem Peinlichen, an der die Autoren Pete einen Balanceakt vorführen lassen, kann auch zum Genickbruch führen. Vielleicht könnte eine Beziehung helfen?
Dr. Kelly Hernandez (Paula Garces) ist eine einheimische Tierärztin, die in dieser Episode mit Pete zusammen dem Ausdruck „wie Hund und Katz“ gerecht wird. Sie ist die erste, die ungewöhnliche Ereignisse in der Stadt beobachtet. Es scheint so, als würden sich Filmszenen aus unterschiedlichen Raymond-St.- James-Filmen in der Realität ereignen. Im Zuge der Suche nach dem Artefakt, das dafür verantwortlich ist, trifft Claudia auf Todd. Und bevor die beiden ihre „Ich-mag-dich“-Unterhaltung zu Ende führen können, tauchen ein Tiger und ein Gladiator auf. Alle Wege führen ... zur Post.
Es ist die Postfrau, die durch ihre Vorliebe für alte Filme und Popcorn unbewusst die Ereignisse dank des Farnsworth-Projektionsapparats in Gang gesetzt hat. Wie die ganze Sache technisch-wissenschaftlich zu erklären ist, überfordert mich maßlos. Aus diesem Grund werde ich zu dem Nebenplot in dieser Episode übergehen: Er zeigt, wie Mr. Valda (Mark Sheppard) und Mrs. Frederic (CCH Pounder) Leena von dem - wie sie es nennen - MacPherson-Echo befreien wollen, das ihr die Kopfschmerzen bereitet. Dafür kommt wieder die Perle der Weisheit zum Einsatz, aber kann Leena wirklich geholfen werden? Ist es mehr als nur ein Echo? Ich hoffe, die Autoren finden eine interessante Wendung, um Leena und Mrs. Frederic etwas mehr in die Serie einzubinden, bevor die Zuschauer ungeduldig werden...
Verfasser: Vladislav Tinchev am Donnerstag, 22. Juli 2010(Warehouse 13 2x03)
Schauspieler in der Episode Warehouse 13 2x03
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