Violet Evergarden: Review der Pilotepisode

© ??Violet Evergarden“ (c) Kyoto Animation
Violet Evergarden ist die erste Animeserie, die Netflix weltweit im Simulcast ausstrahlt. Die Adaption der Light Novel von Autorin Kana Akatsuki und Illustratorin Akiko Takase sorgte nach der Veröffentlichung der ersten Trailer für eine euphorische Welle der Vorfreude, muss sich dadurch allerdings gezwungenermaßen auch hohen Erwartugen stellen, was stets eine sehr schwierige Aufgabe ist.
Die Geschichte dreht sich um die junge Violet (gesprochen von Yui Ishikawa), eine sogenannte Auto Memory Doll, die mit der Fähigkeit kreiert wurde, Gefühle in Worte umzuwandeln, um dadurch der blinden Frau ihres Entwicklers beim Schreiben ihrer Romane zu helfen. Doch, als das Land vom Krieg heimgesucht wird, schickt man sie als Geheimwaffe an die Front, wo sie die Menschheit von ihrer schlimmsten Seite kennenlernt.
Nach ihrer Heimkehr muss sie mit dem Verlust ihres Vorgesetzen umgehen, zu dem sie eine sehr enge Bindung aufgebaut hatte, und gleichzeitig ihren Platz in der Welt mit ihrer neu erlangten Freiheit finden.

Ein Fest fürs Auge
Optisch ist „Violet Evergarden“ schlichtweg umwerfend und die Animationen und Zeichnungen des Teams von Kyoto Animation gehören zu den besten, die die Animewelt vor allem im Serienbereich derzeit zu bieten hat. Mit unglaublicher Liebe zum Detail lässt sich quasi jedes Bild als ein kleines Gemälde betiteln.
Die Story weicht gleich von der Vorlage der Light Novel ab und konzentriert sich deutlich schneller und direkter auf seine zerbrechlich wirkende Protagonistin. Sehr früh merken wir, dass wir uns in einer Geschichte befinden, in der es um Menschlichkeit, Verlust, Emotionen und vor allem auch Liebe geht, denn die letzten Worte ihres Kriegsgefährten Gilbert sind für sie ein Buch mit sieben Siegeln. So ist es definitiv eine positive Entscheidung, dass der Anime sich seine eigene Identität mit eigenem Tempo und Rhytmus sucht.

Fazit
Violet Evergarden sieht mit seinen wunderhübschen Zeichnungen und Animationen sowie ambitionierter Regie einfach wahnsinnig gut aus. Ob die Animeserie um Violet die Zuschauer auch mit ihrer Geschichte abholen kann, müssen die weiteren Episoden zeigen, da diese noch etwas Raum brauchen, um an emotionaler Wucht zulegen zu können. Potential für einen großen Hit ist dabei aber definitiv vorhanden.