Victoria 1x01

In der ersten Episode des ITV-Historiendramas Victoria finden wir uns im England des Jahres 1837 wieder. Nachdem Wilhelm IV. gestorben ist, geht die Erbfolge an seine Nichte, Alexandrina Victoria (Jenna-Louise Coleman). Die gerade einmal 18-Jährige wird über Nacht zur Königin.
Long live the Queen
Eine ihrer ersten Handlungen als neue Königin ist es, sich dem Einfluss John Conroys (Paul Rhys) zu entziehen. Er und ihre Mutter, die Dutchess of Kent (Catherine H. Flemming), haben die junge Frau isoliert im Kensington Palace aufgezogen. John Conroy ist Berater ihrer Mutter, dem diese hörig erscheint. Zu Anfang wirkt Victoria trotzig, indem sie Conroy von allen ihren Belangen ausschließt und keinerlei Berater für ihre Angelegenheiten wünscht. Jedoch muss sie schnell begreifen, dass ihr ihre Unerfahrenheit im Weg steht. Ihre einzige Vertraute ist ihre Gouvernante und spätere Hausdame, die Baroness Louise Lehzen (Daniela Holtz). Ihre kindliche Seite wird auch durch ihre Puppe veranschaulicht, die sie öfter bei sich hat. Diese hat jedoch keinen richtigen Namen, nur „Doll 123“.
Victoria ernennt den Premierminister Lord Melbourne (Rufus Sewell) zu ihrem persönlichen Sekretär und vertraut ihm scheinbar blind. Ob seine Absichten gut oder schlecht für die Königin sind, bleibt vorerst offen. Da sie in Kensington zu sehr von ihrer Mutter und Conroy umgeben ist, zieht Victoria mit ihrem Gefolge in den Buckingham Palace. Der Haushalt scheint auch hier, ähnlich wie bei Downton Abbey, keine unwichtige Rolle zu spielen und man wird schon in der ersten Folge mit den Charakteren vertraut gemacht.
Auf ihrem Krönungsball trinkt Victoria zu viel Champagner und man bekommt die Vertrautheit zwischen ihr und Melbourne, den sie liebevoll „Lord M“ nennt, noch mehr zu spüren. Nachdem sie nun auch noch eine Bekannte des Lords zu ihrer Begleiterin ernennt, bekommt man das Gefühl, sie begibt sich von einer Vormundschaft in die nächste, ohne es selbst zu bemerken.
Long may she reign
Victoria gibt sich als Königin selbstsicher und souverän. Dies stürzt sie jedoch in ihre erste Krise. Sie beschuldigt die Hofdame ihrer Mutter, Flora Hastings (Alice Orr-Ewing), eine Affäre mit Conroy gehabt zu haben und nun sein Kind auszutragen. Die Ermittlung gegen Hastings findet zeitgleich mit ihrer Krönungszeremonie statt und zeigt so den Höhepunkt und den Tiefpunkt ihrer besherigen Regentschaft nebeneinander. Denn wie sich heraustellt, ist Flora Hastings nicht schwanger, sondern schwer krank. Ihre Bauchwölbung rührt von einem Tumor her, ihre Jungfräulichkeit wurde bestätigt. Victorias öffentliches Ansehen ist damit fürs Erste ziemlich beschädigt und der jungen Königin kommen Zweifel. Wie gut, dass Melbourne immer an ihrer Seite ist - so übersteht sie auch ihren nächsten öffentlichen Auftritt.
Im Verlauf der Folge bahnt sich ein Streit ihrer Einflussnehmer an. Nicht nur Corey und ihre Mutter versuchen, sie weiterhin zu beraten, sondern auch ihre Hausdame hat immer einen guten Ratschlag auf Lager und heizt gern mal die Gerüchteküche an. Dann wäre da noch ihr Onkel (Peter Firth), der Duke of Cumberland, der nur darauf wartet, nach ihr zu regieren. Nicht zu vergessen ist der scheinbar gute Lord Melbourne. Victoria findet sich in der Auftaktfolge als junge Königin wieder, umgeben von Leuten, die augenscheinlich eher auf ihr eigenes Wohl bedacht sind.
Fazit:
Das Historiendrama überzeugt mit einer gut dargestellten jungen Victoria. Auch wenn einige Szenenbilder sehr künstlich wirken, kann die erste Folge bei der Umsetzung punkten. Man merkt die Zerrissenheit der jungen Königin, spürt ihre Unsicherheit und fiebert mit ihr mit. Die Serie hält sich in der ersten Folge gut an ihre historische Vorlage. Bleibt zu hoffen, dass es so beibehalten wird.
Trailer zu „Victoria“
Verfasser: Juliane Hantke am Montag, 29. August 2016Victoria 1x01 Trailer
(Victoria 1x01)
Schauspieler in der Episode Victoria 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?