Valeria: Review der Pilotepisode

© romobild zu Valeria / (c) Netflix
Worum geht's in Valeria?
Im Zentrum der Erzählung von Valeria steht - wie in der berühmten HBO-Serie mit Sarah Jessica Parker, Sex and the City - eine Schriftstellerin im Fokus der Erzählung. Während Carrie Bradshaw ihrer Tätigkeit als Kolumnistin in New York City nachgeht, versucht Valeria (Diana Gómez) in Madrid ihre Schreibblockade bei ihrem Roman zu bewältigen.
Valeria ist seit sechs Jahren mit ihrem Mann Adrían (Ibrahim Al Shami J.) verheiratet, doch das Glück der beiden scheint schon seit langem auf wackeligen Beinen zu stehen. So reden sie nicht mehr über die eigentlich wichtigen Dinge wie über einen Jobverlust beziehungsweise eine Jobzusage, nehmen sich auch keine Zeit mehr füreinander und leben aneinander vorbei.
Die größte Stütze in ihrem Leben sind ihre drei besten Freundinnen, die sowohl beruflich als auch sexuell kaum unterschiedlicher sein könnten. Lola (Silma López) könnte man mit Samantha vergleichen. Sie hat viel Sex mit einem verheirateten Mann und ist sehr selbstbewusst und kontaktfreudig. Carmen (Paula Malia) liebt ihren Beruf, ähnlich wie Miranda. Auf ihrer Arbeit gibt es einen Mann, auf den sie steht, doch sie traut sich nicht, ihn anzusprechen. Sie fängt bei so was immer an zu stottern. (Letzten Endes macht er den ersten Schritt und bittet sie um ein Date.) Zu guter Letzt haben wir Nerea (Teresa Riott), die in der Anwaltskanzlei ihrer Eltern arbeitet und bei diesen auch wohnt. Sie ist homosexuell, doch sie hat sich noch vor ihren Eltern geoutet, weshalb sie es schwer findet, jemanden kennenzulernen.
Lola überredet Valeria immer dazu, ihr Leben auch zu genießen und nicht nur zu Hause Trübsal zu blasen. So geht sie eines Abends auf die Party des charismatischen Víctor (Maxi Iglesias), der ein Nomadenleben führt und Valeria von Anfang an mit seiner Art und seinem Lebensstil verzaubert. Er überzeugt sie davon, aus ihrem Roman einen Erotikroman zu machen.

Wie kommt's rüber?
Die Serie macht überwiegend Spaß. Sie ist aufregend, lebendig und quirlig bunt. Die vielen Farben und die fröhliche Musik tragen dazu noch zusätzlich bei. Die spanische Vertonung hilft außerdem dabei, das spanische Flair rüberzubringen. Der flippige Charme der Serie ist bereits schemenhaft erkennbar, jedoch konnte „Valeria“ in der Pilotepisode kein Alleinstellungsmerkmal entwickeln. Das könnte ihr aber noch in den nächsten Episoden der Staffel gelingen.
Die Serie ist für jeden Fan von „Sex and the City“, der einen etwas anderen Charme und einen moderneren Ansatz sucht. Dabei kann man viel Liebesdrama sowie Gespräche über Sex, die Liebe und die eigene Sexualität erwarten. Aber auch Zukunfts- und Versagensängste, Identitätskrisen könnten plötzlich Thema werden, denn sie alle fangen gerade erst an, im Berufsleben Fuß zu fassen und sich selbst zu finden. Somit ist wohl für jede Frau (in ihren Zwanzigern oder Dreißigern) Identifikationspotential vorhanden.
Gegen Ende der Episode gerät die Serie etwas in lächerliche und übertriebene Gefilde. Wozu genau das nötig war oder ob das letztlich zum Stil der Serie gehört, bleibt abzuwarten. Für mich persönlich kam dieser Moment völlig überraschend und er hat mich aus der Handlung der Serie komplett hinausgeworfen.
Fazit
Nach dem Sichten der Pilotepisode lässt sich das Potential von Valeria durchaus erkennen. Dabei muss sie sich jedoch trauen, ihren eigenen Weg zu beschreiten, um ein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln. Dazu gehört zum Beispiel ein eigener Stil und ebenso, dass man nicht aus dem Muster herausfällt, indem sie solche Momente wie in der finalen Szene kreiert. Insgesamt hat die Serie aber einen lebendigen und munteren Charme, bietet jedoch gleichzeitig durch die diversen Charaktere Identifikationspotential - eben tatsächlich ein „spanisches und neues ,Sex and the City'“, wenn man so möchte.
Noch ein kurzer technischer Hinweis: So wie alle Serien zurzeit, die auf Netflix starten (siehe auch Hollywood), so geht auch „Valeria“ zunächst lediglich im Originalton an den Start - in diesem Fall also im spanischen. Doch wie auch bei anderen Produktionen gibt es hier deutsche Untertitel, so dass auch diejenigen hierzulande, die nicht fließend Spanisch sprechen, in den Genuss dieser Serie kommen können.