Vagrant Queen: Review der Pilotepisode

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Die neue Syfy-Serie Vagrant Queen führt uns mit ihrer Auftaktepisode A Royal Ass-Kicking in eine ferne Galaxie, in der die Monarchie gewaltsam zu Fall gebracht wurde. Da ist schon einige Jahre her und seitdem ist Elida (Adriyan Rae) als überlebende Tochter der Königsfamilie auf der Flucht und verdingt sich ihren Unterhalt mit Auftragsarbeiten und allem, womit sich sonst Geld verdienen lässt. Doch ihre Vergangenheit holt sie schließlich ein...
Was geschieht im Auftakt von Vagrant Queen?
Um für ihren letzten Auftrag zu kassieren und ihre Rumpelkiste von Raumschiff den notwendigsten Reparaturen zu unterziehen, begibt sie sich zu ihrer einzigen Anlaufstelle für solche Angelegenheiten, der Xija Raumstation, welche so etwas wie ihre aktuelle Heimatbasis darstellt. Doch diese wird bald abgeriegelt, denn die Republik, welche ihr ans Leder will, hat von ihrem Aufenthalt dort Wind bekommen. Unter der Führung von Commander Lazar (Paul du Toit) initiieren die Truppen bis auf weiteres einen Lockdown der Station, die als Zufluchtsort für etliche Kleinkriminelle gilt.
Elida versucht von der Station zu entkommen, lenkt aber ein, als der mit ihr befreundete Barkeeper Chaz (Steven John Ward) von Lazar als Geisel genommen wird. Unterwegs um ihn zu befreien, sammelt sie noch dessen Schwester die Mechanikerin Amae (Alex McGregor) auf, welche sie bei ihrem Vorhaben unterstützt. Ebenso stolpert sie über ihren alten Kumpel Isaac (Tim Rozon), mit dem es zuletzt ordentlich Krach gab, der aber Informationen über ihre Mutter zu haben scheint und sich ihr anschließen will. Dazu kommt ebenso Nimh, einer der wenigen vernünftigen verbliebenen loyalen Untertanen der Krone, der als einziger von diesen nicht versucht, sie mit Gewalt zu ihrer Rolle als Königin zu zwingen, sondern ihr einfach seine helfende Hand reicht.
Nachdem die Gruppe Chaz befreien kann, liefern sie sich auf dem Weg zu ihrem Schiff ein Feuergefecht mit den Soldaten der Republik, nach welchen Nimh schwer verwundet zurück bleibt, während Elida, Amae und Isaac mit Vollgas die Station hinter sich lassen. Weit dürften sie jedoch mit ihrem schwer angeschlagenen Schiff nicht kommen und die holprige Landung auf dem nächstgelegenen Planeten ist bereits vorprogrammiert.
Welchen Eindruck liefert der Einstand von Vagrant Queen?
Speziell aufgrund des oft relativ limitierten Budgets von Syfy-Serie werfen wir zunächst einmal einen Blick auf die äußeren Werte der Produktion: Während in der Anfangsszene zumindest die Gore-Effekte etwas künstlich ins Auge stachen, so kann man doch beruhigt feststellen, dass technische Engpässe später nicht mehr ins Auge fallen, auch wenn sicherlich nicht das ganz große Geld für Kulissen ect. verfügbar gewesen ist. Das Gegenteil ist eher der Fall: Die Kostüme und Masken sind beispielsweise handgemacht und versprühen dadurch einen gewissen Retro-Charme, während die in bunte Neonlichter gehüllte Station mit ihrer Vielzahl an unterschiedlichen Aliens einen lebhaften Eindruck vermittelt. Auch die Action ist optisch rundherum durchaus ansprechend gestaltet und stilisiert.
Storytechnisch bleibt es erstmal relativ simpel aber effektiv, auch wenn man wohl in dieser Hinsicht keine riesigen Innovationen erwarten sollte. Muss man aber auch nicht, denn die Serie wird eindeutig von ihren Charakteren getrieben, wobei man vor allem auf lockere Dialoge, clevere und scharfzüngige Sprüche, eine Prise schwarzen Humor und den ein oder anderen Oneliner setzt, was im positiven Sinne einen Hauch von spaßigem Trash mit sich führt. Ob einem diese Art von Humor gefällt oder man es zu albern findet, kann man ganz gut an der Szene erkennen, in der Elida in einem Müllschacht landet und mit einem Republik-Trooper darüber diskutiert, ob es denn eine gute Idee sei, sie aus der Schleuse ins All zu pusten und ob dies von seinem Chef eher eine Beförderung oder Degradierung nach sich ziehen könnte.
Bei Bösewicht Lazar lässt sich das auch tatsächlich nicht genau sagen, doch eins ist sicher: Seine geringe Fehlertoleranz sorgt einige Schmunzler, doch auch wenn generell der ein oder andere fiese Witz dabei ist, so nimmt sich die Serie selbst nicht allzu ernst, wodurch die Atmosphäre stets locker bleibt. Ebenso sicher ist auch, dass die Comic-Adaption von Autorin Magdalene Visaggio bald auf eigenen Füßen stehen muss, denn mit nur einem veröffentlichtem Sammelband und einem derzeit laufendem 2. Arc, dürfte man spätestens nach einer zweiten Staffel sein Quellmaterial eingeholt haben (die erste Ausgabe des Comics gibt es übrigens derzeit gratis bei Comixology).
Fazit
Flotte Sprüche und lockerer Humor verhelfen Vagrant Queen zu einem durchweg unterhaltsamen Start. Die Serie könnte die Lücke füllen, die Serien wie Killjoys hinterlassen haben und im besten Fall sich mit seiner bunten Optik und dezentem Retro-Charme zu einer Art Budget-Version von „Guardians of the Galaxy“ mausern. Ob man so hoch greifen kann, wird sich noch zeigen, die Mischung aus Sci-Fi, Humor und etwas Trash mit einem Cast, der sichtlich mit Spaß bei der Sache ist, dürfte zumindest aber für Genrefreunde einen Blick wert sein.
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Der Serientrailer zu „Vagrant Queen":