V-Wars 1x01

V-Wars 1x01

Netflix nimmt sich mit V-Wars einer Comicvorlage an, in der ein prähistorischer Virus aus Menschen Vampire macht. The-Vampire-Diaries-Star Ian Somerhalder kämpft diesmal auf der Seite der Menschen, um seinen besten Freund von der Krankheit zu heilen.

V-Wars
V-Wars
© Netflix

Die Horror-Sci-Fi-Serie V-Wars basiert auf der gleichnamigen Comic- und Buchreihe von Jonathan Maberry, in der der Vampir nicht Teil einer uralten Parallelgesellschaft ist, sondern, so wie der Zombie in der Popkultur, durch einen Virus entsteht. Eine Krankheit, die sich auf der Welt ausbreitet und potentiell jeden in ein blutrünstiges Monster verwandelt, birgt natürlich ganz andere Gefahren als Wesen, die in irgendwelchen Schlössern oder in gut organisierten Geheimgesellschaften leben. Diese Bedrohung wird in der Vampirserie anhand zweier Freunde, einer ist ein Vampir und der andere ein Mensch, erzählt.

Im Gegensatz zu The Vampire Diaries spielt Ian Somerhalder in der Netflix-Serie keinen Vampir, sondern den Arzt Dr. Luther Swann, der den Virus zusammen mit seinem besten Freund Michael Fayne (Adrian Holmes) in der Arktis entdeckt. Durch die Klimaerwärmung, so erklärt Luther im Rahmen einer Konferenz innerhalb der ersten fünf Minuten, bestehe die große Gefahr, dass uralte Krankheiten, die im Eis eingeschlossen sind, wieder auftauchen. Das geschieht natürlich prompt wenige Minuten später. Doch, während Luther von den Krankheitserregern relativ unberührt bleibt, verwandelt sich Michael in einen Vampir, der durch Morde seinen Blutdurst stillen will.

Wo sind denn die ganzen Vampire?

In der ersten Folge Down with the Sickness gibt es von dem titelgebenden Vampirkrieg noch nichts zu sehen, da Michael als „Patient Zero“ lange Zeit der einzige Blutsauger bleibt. Primär scheint es auch mehr um die Beziehung zwischen Luther und Michael zu gehen als um die globale Bedrohung der Erde. Trotzdem wird Luther als Auserwählter etabliert, der dank seiner medizinischen Kenntnisse als einziger den Virus bekämpfen kann. Es ist fraglich, ob die Serie es schafft, einem die Gefährlichkeit des Virus für den gesamten Planeten nahezubringen, wenn die Geschichte nur aus wenigen Perspektiven erzählt wird, die sich alle in der gleichen Stadt befinden.

Von der Freundschaft zwischen Luther und Michael wird zwar ständig gesprochen, aber es gibt kaum Momente, die diese Aussagen wirklich bestätigen. Das liegt vor allem daran, dass die Geschichte hastig erzählt wird und den Figuren kaum Raum gelassen wird, um sich zu entwickeln. Besonders zu Beginn wird von einem Plotpunkt zum nächsten gesprungen: Luther soll einen Wissenschaftler in der Arktis besuchen. Schnitt. Er und Michael befinden sich in der Forschungsstation, schauen sich zwei Minuten lang um, finden eine mysteriöse Biomasse und rote Spritzer, die vermutlich Blut sein sollen, aber eher wie Reste von Wandfarbe aussehen. Ein weiterer Schnitt. Die beiden befinden sich in Washington, D.C. in einem Quarantänezentrum und werden auf prähistorische Viren untersucht. Auch, wenn dieses flotte Tempo im Laufe des Piloten etwas nachlässt, wird man nie das Gefühl los, dass zwischen den plotrelevanten Szenen die Auseinandersetzungen zwischen den Figuren fehlt.

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Netflix - © Netflix

Früher Model, jetzt Arzt

Ähnlich wie bei der Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren wird dem Zuschauer auch mehr gesagt als gezeigt, dass Luther von Beruf Arzt ist. Man sieht ihn zwar einmal in einem Labor stehen, aber auch diese Szene treibt nur die Handlung weiter voran und zeigt ihn nicht bei der Arbeit. So richtig kauft man Ian Somerhalder sein Medizinstudium einfach nicht ab. Dafür wirkt er mit seinen Muskeln und seiner perfekten Frisur zu sehr wie eine typische Heldenfigur ohne Ecken und Kanten.

Wie auch oft bei der Figur des Zombies sind die Vampire (noch) nicht organisiert, sondern einfach blutdürstige Monster mit riesigen Reißzähnen, die visuell an die Vampire aus Supernatural erinnern. Trotzdem wirken sie nie furchteinflößend. Daran können auch die wenigen jump scares nichts ändern. Das liegt auch an den Effekten, die selbst für eine Fernsehproduktion teilweise wirklich billig aussehen und den Zuschauer aus der Serie reißen. Besonders die Forschungsstation in der Arktis sieht aus, als wäre sie vorm heimischen Greenscreen entstanden.

So richtig Freude will bei „V-Wars“ einfach nicht aufkommen. Zwar machen die Schauspieler ihre Sache nicht schlecht und auch die Kombination aus Zombie und Vampir ist interessant, aber zumindest in der ersten Episode wird nichts Neues zu der Vampirthematik beigetragen. Das überhetzte Erzähltempo nimmt den Figuren jegliche Möglichkeit, sich zu entfalten und das, obwohl doch die Beziehung zwischen Luther und Michael im Mittelpunkt steht. Leider funktioniert die Mischung aus Action und Drama auch nicht als leichte Unterhaltung, denn dafür sind die Figuren und ihr Schicksal zu belanglos und die Inszenierung zu generisch und fast schon trashig.

Hier der Trailer zur US-Serie V-Wars:

Verfasser: Mira Winthagen am Donnerstag, 5. Dezember 2019

V-Wars 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(V-Wars 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Erkrankt
Titel der Episode im Original
Down with the Sickness
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 5. Dezember 2019 (Netflix)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 5. Dezember 2019
Autoren
Glenn Davis, William Laurin, Larry Lalonde, William Laurin
Regisseur
Brad Turner

Schauspieler in der Episode V-Wars 1x01

Darsteller
Rolle
Adrian Holmes
Jacky Lai
Kimberly-Sue Murray

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