Christina Applegate, Will Arnett und die zumindest in den USA bekannte Saturday-Night-Life-Darstellerin Maya Rudolph in einer Comedyserie?!? Das muss lustig werden, sollte man meinen. Der Serienpilot zu Up All Night ließ in seiner ausgestrahlten Form allerdings noch zu wünschen übrig.

„Up All Night“: Herzlichen Glückwunsch, sie sind schwanger! / (c) NBC/Foto: Trae Patton
„Up All Night“: Herzlichen Glückwunsch, sie sind schwanger! / (c) NBC/Foto: Trae Patton

Die Tatsache, dass sich Darsteller und Autoren von Comedyserien meist über mehrere Wochen und Folgen in ihre Charaktere einarbeiten müssen, um einen Rhythmus zu finden, macht allgemein die Bewertung einer Comedyserie nach ihrem Piloten schwierig. Wenn man dazu addiert, dass ein ursprünglicher Serienpilot wie im Fall von Up All Night auch noch nachträglich mit neuen Ideen und einigen neuen Szenen ergänzt wurde, wird es ganz schwierig. In diesem Serienpiloten gilt jedoch klar: Zu viele Köche haben den Brei verdorben.

Handlung

Überraschend“ wird das Paar Reagan (Christina Applegate) und Chris (Will Arnett) schwanger. Die Serienhandlung überspringt elegant die Schwangerschaft, Geburt und die ersten Lebensmonate des Säuglings Amy und setzt ein, als Reagan nach der Mutterschaft ihren ersten Arbeitstag hat. Sie ist Produzentin einer beliebten Daily-Talkshow, deren Hauptfigur die egozentrische Ava (Maya Rudolph) ist - gleichzeitig Reagans beste Freundin. Oder ist Reagan einfach nur gewohnt, ihre Chefin zu stützen?

Gleich zum Arbeitsbeginn steht für Reagan ein schwieriger Einstieg an: Ava will bemuttert werden, und die Vorbereitungen für die folgende Woche müssen über den Haufen geworfen werden. Zudem steht der siebte Hochzeitstag an, und da will sich das Paar etwas Besonderes gönnen. Derweil befindet sich der Anwalt Chris irgendwo im Niemandsland zwischen Vorfreude auf das „Nichtstun“ der Haushaltsführung, der Panik vor dem neuen und ungewohnten Aufgabenfeld als Hausmann sowie der daraus resultierenden Isolation: Säuglinge sind als Gesprächspartner bekanntlich nur bedingt stimulierend.

Kritik

Was Up All Night leider in der Pilotepisode fehlt, ist die Gelegenheit zum Lachen - woran auch immer das liegen mag. Vielleicht ist auch die Tatsache, dass die lustigeren Momente dem geneigten Serienjunkie aus den Trailern bekannt sind, Schuld daran. Vielleicht auch, dass der Serienpilot eben nochmals überarbeitet worden ist, was sicherlich auch dem Erzählfluss geschadet hat. Oder, dass die Beschäftigung mit dem eigenen Nachwuchs eben ein Thema ist, zu dem man wegen eigener Erfahrungen einen Bezug hat oder eben nicht. Das erwies sich schon bei der „SchwangerschaftscomedyNotes from the Underbelly oftmals als maßgebliches Kriterium bezüglich der Lustigkeit der Serie.

Ursprünglich, das sei der Vollständigkeit halber erwähnt, sollten Reagan und Ava in Up All Night gemeinsam ein PR-Büro unterhalten. Dadurch passt so manches zwischen den beiden Visionen für den Serienpilot nicht zusammen und der Serienjunkie fängt an, die Szenen gedanklich in Rubriken wie „aus dem ursprünglichen Piloten“ und „nachgedreht“ zu unterteilen.

Zu den Momenten, die beim Zuschauen wenigstens zum Schmunzeln anregen, gehören die Eröffnungsszene, in der das Ehepaar die Schwangerschaft feststellt, und die Szenen, in denen Reagan und Chris fluchen wie Seeleute. Auch Will Arnett als überforderter Neu-Vater macht Hoffnung auf eine gute Entwicklung für die folgenden Episoden.

Hingegen lässt die Dynamik der Szenen zwischen Reagan und Ava noch zu wünschen übrig. Und Ava ist als klassischer „maßlos überzeichneter Boss“ derzeit noch nicht die Neuerfindung des Rades - Alec Baldwin legt da aber auch die Messlatte sehr hoch.

Fazit

Der Serienpilot von Up All Night ist nicht das Gelbe vom Ei. Jedoch entsteht aus den dargelegten Gründen durchaus die Hoffnung, dass die Serie in den kommenden Episoden ihren Rhythmus finden kann.

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