In der ersten Episode der neuen FX-Animationsserie Unsupervised genießen die beiden Protagonisten Gary und Joel das Leben ohne nervige Eingriffe durch die ihre Eltern und schmeißen eine wilde Party. Review.

Gary und Joel, die beiden Hauptfiguren aus „Unsupervised“ / (c) FX
Gary und Joel, die beiden Hauptfiguren aus „Unsupervised“ / (c) FX

Unsupervised und Archer, die andere animierte Serie, die der amerikanische Kabelsender FX derzeit im Programm hat, könnten kaum unterschiedlicher sein. Bei ersterer stehen zwei Teenager im Mittelpunkt, die aufgrund der Abwesenheit ihrer Eltern freie Hand über ihre Freizeitgestaltung haben, während die Hauptfigur aus der Agenten-Zeichentrickserie „Archer“ als Muttersöhnchen beschrieben werden könnte, der zugegebenermaßen auch nicht zu reifen scheint. Doch wie hat sich die erste Episode von „Unsupervised“ geschlagen?

Inhalt der Pilotepisode von Unsupervised

Die beiden besten Freunde Gary (Justin Long, New Girl) und Joel (David Hornsby) sind zwei nach außen hin normal wirkende Teenager, die sich so durch die High-School schlängeln, ohne groß aufzufallen. Sie sind weder Streber noch Sportler, aber können sich wie viele Jungs in ihrem Alter nicht vor ihren Hormonen verstecken und interessieren sich für das andere Geschlecht. Doch wie landet man bei diesem, wenn man unter dem Radar durchfliegt?

Da die Eltern der beiden entweder ständig abwesend sind, oder sich nicht weiter drum kümmern, wie sie ihre Freizeit verbringen, steht ihnen Garys Haus für allerhand Schabernack zur Verfügung. Denn dessen Vater hat ihn vor vielen Jahren verlassen und seiner Stiefmutter überlassen, die jedoch nie zugegen ist. Doch Gary macht das beste aus der Situation und lernt somit Selbstständigkeit. Er ist ein Wäscheexperte und kriegt jeden Fleck aus Textilien.

Joels Eltern sind alt und arm und kümmern sich nicht großartig um ihren Sprössling, also hängt er viel bei Gary ab. Übrigens ist seine Familie so arm, dass er die Unterhosen seines viele Jahre älteren Bruders aufträgt und Gary ihm nach dieser Offenbarung ein paar Neue besorgt.

Bisher hängen sie in der Schule mit Megan (Kristen Bell), einer rothaarigen Außenseiterin, die lieber unschuldigen Spaß haben will und gerne Filmabende mit ihrer Mutter veranstaltet, also einen drauf zu machen und dem übergewichtigen Darius (Romany Malco) ab.

Doch in der Schule bemerken sie, dass andere schon sehr viel weiter sind als sie und bei Privatparties ausgelassen feiern. Gemeinsam kommt ihnen die grandiose Idee eine wilde Party bei Gary zu schmeißen, um ein paar Mädels, wie die Latina Christina (Alexa Vega) und ihre Freundin Rachel zu beeindrucken. Natürlich dürfen dabei Zigaretten, Alkohol und einige Einsteigerdrogen nicht fehlen.

Gary schafft es durch sein Wissen über Fleckenentfernung bei Christina und Rachel zu laden und mit ihnen zu tanzen, aber kann auf der Tanzfläche seinen Lendenbereich nicht kontrollieren und verscheucht die Mädels. Joel schafft es sogar, bei Carol, die durch ihre Oberweite den Spitznamen „rocket tits“ erhält, zu landen.

Ausgerechnet das Fehlverhalten eines Erwachsenen, nämlich Christinas Vater Martin (Fred Armison), der nach einer Zigarette in den Pool stürzt, stört die Party. Doch Garys Nachbar, der eine zeitlang unter Kängurus in Australien gelebt hat, rettet ihn. Trotz allem erweist sich die erste große Party wohl als voller Erfolg für die beiden Freunde.

Kritik

Hinter der Animationsserie Unsupervised stecken Mitarbeiter von It's Always Sunny In Philadelphia und Archer. Das merkt man der Pilotepsisode noch nicht unbedingt an. Einige Kritiker vergleichen die Serie mit Beavis & Butt-Head doch außer zwei männlichen Protagonisten, die größtenteils ohne Eltern ihre Abenteuer erleben, bestehen hier wenige Gemeinsamkeiten. Klar sind beide Duos ein Stück weit hormongesteuert. Doch die beiden „Unsupervised“-Hauptdarsteller sind eher Normalos als Loser und sind auch sehr viel lebensfroher und weniger zynisch als die beiden MTV-Zeichentrickhelden. Außerdem scheint das Sozialleben von Gary und Joel nicht nur aufeinander konzentriert zu sein, sondern auch auf Leute wie Megan, Darius, oder einige der erwachsenen Nachbarn.

Zudem strahlen die Figuren, trotz des Verlangens, das weibliche Geschlecht zu beeindrucken, eine gewisse Wärme aus und bestechen durch teilweise wirklich herzerwärmende freundschaftliche Momente. Wenn Gary etwa Joel die Wäsche macht oder ihm anbietet, neue Unterwäsche zu kaufen. Oder am Ende der Episode, als die Beiden in Schlafsäcken auf dem Dach nächtigen, ihn davor bewahrt herunterzurutschen. Bei anderen Serien gäbe es hier wohl eher Momente des ins-Bockhorns-jagens oder des Auslachens.

Der Ton der Serie ist also eine willkommene Abwechslung zum „gemeinen Humor“ anderer Serien, der zugegebenermaßen sehr unterhaltsam sein kann, aber in anderen Serien bereits überstrapaziert wurde. Ebenfalls interessant ist, dass man weitestgehend eine zusammenhängende Geschichte erzählt und bis auf eine Traumsequenz am Anfang und ein Flashback zur Vergangenheit einer Figur auf Gimmicks wie „random cutaways“ und ähnliches verzichtet. Die erste Episode kann man außerdem nicht gerade als Gag-Feuerwerk beschreiben - doch was nicht ist, kann ja noch werden.

Die bisher eingeführten Figuren weisen zumindest interessante Ansätze auf, noch fehlen aber weitere Charakteristika oder Marotten, um sie vollends ins Herz zu schließen und sie besser kennen zu lernen. Rub (Rob Russell) und das Riechen an seinem Verband, oder Darius' Sprechweise oder aber Megans (noch) kindliche Art sind bereits klar erkennbar Wesenszüge, aber noch ausbaufähig. Doch welche Serie schafft so etwas bereits nach nur einer Folge?

Fazit

Unsupervised ist eine Animationsserie, die noch etwas an ihrem Humor feilen muss, es aber bereits schafft, einige sympathische und vor allem auch zur Abwechslung mal nette Teenagerfiguren zu zeichnen, die trotz abwesender Eltern das Beste aus der High-School-Zeit machen und wahrscheinlich noch einige Dummheiten begehen werden. Der Serienpilot kommt über Mittelmäßigkeit jedoch noch nicht hinaus.

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