United We Fall: Review der Pilotepisode

United We Fall: Review der Pilotepisode

Jo und Bill haben ein unordentliches Haus, ein chaotisches Leben, nervige Verwandte, freche Sprüche und zwei wundervolle Kinder. In der Sitcom United We Fall kommt wenig Neues auf die Mattscheibe, das aber trotzdem sehr charmant.

United We Fall (c) ABC
United We Fall (c) ABC
© nited We Fall (c) ABC

In der Sitcom United We Fall begleiten wir eine US-amerikanische Fernsehfamilie durch den chaotischen Alltag. Die Prämisse ist dünn und altbacken, doch die Ausführung hat ein paar kleine Pluspunkte zu verbuchen.

Wovon handelt die Serie?

Jo (Christina Vidal, Code Black, Training Day) und Bill (Will Sasso, „MADtv“, Mom) sind Eltern von zwei kleinen Mädchen, Emily (Ella Grace Helton) und Lulu (Ireland Carvajal und Sedona Carvajal). Im Haus haben sie außerdem Bills Mutter Sandy (Jane Curtin, „Hinterm Mond gleich links“), die während einer schweren Krankheit zwei Jahre zuvor zu ihnen zog und sich auf wundersame Weise erholt hat. Ein oft gesehener Hausgast ist außerdem Jos Bruder Chuy (Guillermo Díaz, Scandal), der sich gerne als großer Helfer aufspielt und ungefragt Ratschläge erteilt. Jo und Bill unterdessen wollen eigentlich nur eines: ihre Ruhe.

In der Pilotepisode müssen die beiden in Emilys Schule antreten und schon die Aussicht darauf lässt den Angstschweiß bei beiden ausbrechen. Emily tut sich schwer, Freunde zu finden und legt einige eher ungewöhnliche Verhaltensweisen an den Tag. Doch die Lehrerin hat die hochgradig nervösen Eltern zu sich gerufen, um ihnen zu sagen, dass sie ziemlich gute Eltern sein müssen, da Emily trotz ihrer Anpassungsschwierigkeiten ein sehr glückliches Kind sei.

Während die beiden ihren Siegestanz vor Sandy und Chuy aufführen, kommt Emily ins Wohnzimmer und präsentiert ihren herausgefallenen Anus. Bitte, was? Ja, richtig gelesen. Ihr Enddarm verabschiedet sich aus dem Körperinneren. Eine Fahrt in die Notaufnahme später erfahren die geschockten Eltern, dass so was passieren kann. Doch, da sie bereits dreimal in diesem Jahr in der Notaufnahme waren, müssen sie bei der jungen Sozialarbeiterin der Klinik vorsprechen. Die nehmen die Eltern gehörig in die Mangel mit einer großen Rede darüber, dass man nun mal nicht alles richtig machen kann als Eltern und es trotzdem jeden Tag wieder versucht.

Zurück im Krankenzimmer der Tochter erleben die Eltern, wie die Kleine ihre erste Freundschaft knüpft: ihre Bettgenossin im Krankenhauszimmer. Auf der nächtlichen Heimfahrt erinnern Jo und Bill sich daran, wie glücklich sie sich schätzen können - bis hinter ihnen die Polizeisirene aufheult...

Wie kommt es rüber?

Die Prämisse hinter der Sitcom United We Fall ist alles andere als originell. Selbst das Haus der Familie sieht aus, als wenn eine ähnlich generische CBS oder FOX-Familie gerade ausgezogen wäre. Die Drehbücher wirken ebenfalls wiederverwertet, doch die Details machen ein paar Punkte gut. Denn zumindest in den ersten Episoden hebt sich die neue TV-Familie von ihren Vorgängern ein bisschen ab. Der Besuch im Krankenhaus wegen eines herausgefallenen Darms wirkt eher wie eine Geschichte, die man von echten Eltern im wahren Leben erzählt bekommt als wie die sonst doch eher typischen Abenteuer der TV-Pendants. Das zusammen mit dem guten Zusammenspiel der Hauptdarsteller könnte ein Grund sein, dranzubleiben und abzuwarten, in welche Richtung sich die Serie entwickelt.

Szene aus United We Fall
Szene aus United We Fall - © ABC

Bill und Jo wollen weder Helikoptereltern sein noch wollen sie ihre Kinder sich selbst überlassen. Sie haben dabei keinen besonderen Erziehungsstil, wie sie es im Krankenhaus beschreiben. Sie versuchen einfach, in jeder neuen Situation das Richtige zu tun. Aber sie hoffen auch, dass sie ein Stück dieser Verantwortung abgeben können, an die Lehrer und Erzieher, um sich manchmal in Ruhe zurückzulehnen und auf ihre Handys zu starren.

Sie fühlen sich in dieser Mischung an wie aus dem Leben gegriffen. Sie sind diejenigen, die die meisten Eltern nicht unbedingt sein wollen, aber an vielen Tagen eben doch sind... Im Zusammenspiel mit Sandy und Chuy sind sie oft nicht gerade die Erziehungsberechtigten, die richtig liegen. Zumindest auf dem Papier. Denn der Schwager und die Schwiegermutter beten im Prinzip die guten Vorsätze herunter, die Eltern haben. Zum Beispiel, dass man einfach gemeinsam konsequent sein muss, damit die Kinder lernen, das Richtige zu essen. Bill und Jo sind hingegen im Alltag angekommen und über derartige hochtrabende Ideen können sie nur noch milde lächeln. Ihr Ziel ist es lediglich, ausreichend Lebensmittel bis zum Mittagessen in zwei kleine Mägen zu bekommen und es pünktlich um sieben aus der Haustür zu schaffen.

Sie lieben ihre Kinder und wollen das Allerbeste für sie, aber sie scheitern mit diesem Anspruch oft an der Welt, am Alltag oder einfach an einem Verkehrsstau. Sie wollen sich dabei auch selbst nicht aufgeben und nehmen sich das Recht, eine Pause für sich selbst zu verlangen.

Etwas, was sie außerdem von anderen Fernseheltern absetzt, ist die Fähigkeit, als Team aufzutreten, als brüchiges, manchmal selbstzerstörerisches Gespann, das Termine zusammen wahrnimmt. Die Autoren legen anscheinend Wert darauf, die beiden als Duo auftreten zu lassen, das sich nicht gegenseitig hintergeht, um eine Pause zu bekommen. Sie gehen gemeinsam unter. Der Serientitel, wenn auch etwas melodramatisch, hat hier durchaus seine Berechtigung. Die beiden Darsteller haben jeder für sich genügend Charisma und gemeinsam ausreichend Chemie, um das gebeutelte Dreamteam unterhaltsam auf die Mattscheibe zu bringen.

Fazit

United We Fall erfindet die Familien-Sitcom zwar nicht neu, bringt aber ein durchaus angenehmes Update. Die Eltern treten nicht gegeneinander an, sondern halten zusammen, was auch passiert. Die Verwandten sind nervig, aber sie legen kein grenzwertiges Sozialverhalten an den Tag, sie sind ebenfalls im besten Interesse der Kinder unterwegs und haben auch oft gute Argumente für ihre Handlungen oder Ideen. Die Kinder unterdessen dürfen selbst Charaktere entwickeln und dienen eben nicht nur als stumme Kulissensteher.

Die neue ABC-Sitcom ist nicht aufsehenerregend, aber für Leute mit Interesse am Thema oder am Genre durchaus einen Versuch wert.

Hier abschließend noch der aktuelle Trailer zur neuen ABC-Sitcom „United We Fall“:

Diese Serie passen auch zu «United We Fall»