Under the Dome 3x09

In der neunten Episode der dritten Staffel Under the Dome erkennen wir, dass die Kuppel wohl ein paar Bindungsängste hat. Die ersten zwei Staffeln hindurch hat sie es locker mit uns und den Bewohnern gehalten, hier mal ein Flirt mit Julia (Rachelle LeFevre), dort mal ein kleines Stelldichein mit den vier Händen. Doch hintenherum hat sie sich die ganze Zeit Christine (Marg Helgenberger) und Eva (Kylie Bunbury) warmgehalten und jetzt, wo das sowieso raus ist, wird es ernst: Nachwuchs und Bausparvertrag scheinen nicht weit.
Worum es in der Episode geht
Barbie (Mike Vogel) und seine Kumpanen jagen die Widerstandsbewegung, doch die hat sich ein neues Quartier beim Bestatter gesucht. Christine wird immer nervöser, die Kuppel macht Druck und bald erfahren wir, dass es an Joe (Colin Ford) liegt, in welche Richtung das Pendel ausschlägt. Wie genau das zusammenhängt, ist unklar. Dass es so ist, ist überdeutlich dank mehrerer, zum Teil unangebrachter Erwähnungen.
Der zweite Teil des Kuppelplans ist dank Christines überflüssiger Aufzeichnungen ebenfalls sonnenklar: Durch das Baby von Barbie und Eva soll eine neue Generation gestartet werden. Christine überbringt in der Episode Plan B die frohe Kunde vom anstehenden Nachwuchs. Doch die Babyparty wird auf Eis gelegt, denn die Schwangerschaft scheint schneller vorbei zu sein, als man schauen kann. Noch in dieser Episode richtet Christine ein gruseliges Geburtslabor in einer Scheune ein. Immer mehr wird die Therapeutin zur Sektenführerin.
Junior (Alexander Koch) nimmt die Neuigkeiten seine Person betreffend relativ gefasst auf. Anders, als er dachte, ist er nicht für Christine bestimmt, sondern soll viele Gespielinnen haben. Junior ist ja schon seit der ersten Staffel, je nach Tageslaune der Autoren, ein unzurechnungsfähiger Psychopath oder ein verständnisvoller Mensch mit tiefen Problemen. Im Moment kann man ihn als Figur links liegen lassen und abwarten, ob er die Kurve noch bekommt. Charakter ist zurzeit nicht vorhanden, er ist das dankbarste Gehirnwäscheopfer, das man sich vorstellen kann - und das weiß man selbst im Lager der Resistance.
Dort wird derweil diskutiert, wie mit den Befallenen umzugehen ist. Julia will auf jeden Fall Barbie retten. Klar, die sind ja füreinander bestimmt und es ist die ganz große Liebe. Damit sie das nicht im Alleingang entscheiden muss, bestärkt Norrie (Mackenzie Lintz) diesen Plan aus dem Blauen heraus ebenfalls, Barbies Rettung ist das Ziel. So viel Glück hat Junior nicht, sein Vater hält alle, inklusive seines Sohnes, für verloren.
Barbie, der stolze werdende Vater, versucht, Julia in eine Falle zu locken, indem er ihr vormacht, wieder menschlich zu sein. Doch, als sie sich treffen, entwickelt sie das bessere Schauspieltalent und nimmt ihn gefangen. Gemeinsam mit Big Jim (Dean Norris) foltert sie den Exsoldaten, um ihn zu seinen Gefühlen zu führen. Doch nichts funktioniert und so rennen die beiden Exliebhaber schließlich sich gegenseitig verfolgend durch den Wald, bis Julia alles auf eine Karte setzt und sich ihm ausliefert, ihre Liebe beteuernd. Es wäre nicht Under the Dome, wenn das nicht der klischeebeladene Schlüssel zum Erfolg wäre.
Auch jemand anderes wechselt in der Episode Plan B erneut die Seiten: Sam liefert Joe an die Kinship aus, während Norrie und Hunter sich gegenseitig bestärken, dass alles gut ausgehen wird.
Ach ja, ganz nebenbei findet der an den Rollstuhl gefesselte Hacker heraus, wer die ganze Zeit der wahre Kopf hinter Aktaion war.
Nothing is gonna happen to your - or this baby.
Fast jeder Satz in der Episode Plan B ist ein Stich ins Herz der Zuschauer, die sich ein eigenes Drehbuch für jede Serie wünschen. Auch die Musik kommt mittlerweile ziemlich abgegriffen daher. Das alles darf jedoch nicht zu sehr aufgebauscht werden, trägt es doch zur Unterhaltung bei.
Doch auf der interessanten Seite der Story darf festgehalten werden, dass der Erfolg des Widerstands im Moment darin begründet liegt, dass sie einander vertrauen und an die gute Sache glauben. In dieser Under the Dome-Episode sprechen sowohl Norrie als auch Hunter ihre Kampfgenossen von einer eventuellen Mitschuld an Kriegsverlusten frei. Trotz Querschnittslähmung und verlorener Mütter richten die Mitglieder des Widerstands sich nicht gegeneinander, sie halten weiter zusammen, so unterschiedlich sie auch sein mögen.
Sie erfüllen damit die Kriterien, die die Kuppel eigentlich an die Kinship stellt: komplettes Vertrauen in das große Ziel und die Unterordnung persönlicher Gefühle. Auch Julias Tricks unterscheiden sich nicht wesentlich von denen einer Christine oder einer Eva. Am Ende liefert sie sich Barbie auf Gedeih und Verderb aus und wartet ab, dass er sie nicht töten kann. Sie gesteht ihm ihre Liebe und er erwidert es mit einem vielsagenden Kuss. Nicht viel anders hatte Eva ihn auch zurückgewonnen - er darf der Beschützer sein, das gefällt ihm.
Julia bleibt damit einer ganz alten Strategie treu, schon in den Prä-Christine-Tagen, zu Zeiten der vier Hände, hat sie Glauben und Vertrauen gepredigt. Damals nahm sie an, es sei der Wille der Kuppel, jetzt tut sie es für das Überleben nach ihren Vorstellungen. Aber wer weiß das schon, was die Kuppel eigentlich wirklich will, vielleicht ist der Widerstand die auserwählte Gruppe, getestet durch Christine und die anderen, ganz nach dem Willen der Kuppel.
Fazit
Auf die Episode Plan B ist Verlass: Die Klischeedichte und die Willkür, gepaart mit Vorhersehbarkeit, nehmen nicht ab. Die furchtbar komischen Dialoge treffen genau da, wo es ein bisschen wehtut und wo Humor die einzige Überlebensstrategie sein kann. Wenn eine Under the Dome-Episode mit einem Kuss zwischen Barbie und Julia endet, dann kann man sich sicher sein, dass die Schmerzfreiheit der Autoren nach wie vor beeindruckend ist.
Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 17. August 2015(Under the Dome 3x09)
Schauspieler in der Episode Under the Dome 3x09
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