Under the Dome 2x11

Viele Probleme der Serie Under the Dome kann man ignorieren. Die schlechten, lieblos geschriebenen Dialoge dürfen fast schon als charmanter Trash durchgehen. Doch vieles bleibt ärgerlich. Und wenn die Story kaum noch Sinn ergibt, ist es schwierig, das Interesse aufrechtzuerhalten.
Romanze
Die großen Liebesszenen zwischen Julia (Rachelle LeFevre) und Barbie (Mike Vogel) werden einfach nicht besser und belasten in der Episode Black Ice eine ganze Storyline. Der Unfall erscheint vermeidbar, eine Reihe schlechter Entscheidungen, für die die beiden Figuren eigentlich zu schlau wirken. Sich während der Fahrt abzuschnallen, um in den Laderaum zu klettern, bei Eiseskälte nicht mit einer glatten Fahrbahn zu rechnen, das alles ist schon dürftig geschrieben. Doch das Schlimmste an dieser Geschichte ist die absolut unglaubwürdig große Liebe, an der die Under the Dome-Autoren weiter blind festhalten. Schaut man auf die Geschichte dieser beiden zurück, zeigt sich eines der Probleme der Serie. Das Geheimnis, dass Barbie in den Tod von Julias Ehemann verwickelt ist, wurde einst groß aufgekocht. Doch aufgrund fehlender Charakterzeichnung ist die ganze Sache dann in der Nichtigkeit verlaufen. Ab einem gewissen Punkt war es für die Geschichte einfach notwendig, dass die beiden ein eingeschworenes Liebespaar sind, und niemand hat sich darum gekümmert, uns das glaubhaft zu verkaufen. In erster Linie setzen die Serienautoren wohl darauf, dass wir ohnehin angesichts der auf uns geworfenen Rätsel den einen oder anderen unter den Tisch gefallenen Konflikt gnädig vergessen. Manchmal funktioniert das, doch im Ganzen bleibt es nach wie vor schwierig, Julia und Barbie ihre Emotionen abzukaufen.
Auch das Ungleichgewicht der Bedrohung macht die Story nicht glaubwürdiger. Während die beiden sich zähneklappernd im Wagen zusammenkauern, kann Big Jim (Dean Norris) relativ ungestört durch die Gegend laufen.
Gut oder böse? Egal
Norries Schuldanfall ist leider an den Haaren herbeigezogen. Was geschehen ist, ist Big Jims Schuld. Und die Tatsache, dass sie das nicht einsieht und sich ausgerechnet an den mysteriösen Neuling Hunter (Max Ehrich) wendet, passt überhaupt nicht zu der schlagfertigen, kritischen Figur, die wir bisher kennengelernt haben. Sicherlich ist sie in einer Ausnahmesituation, doch davon haben wir schon mehrere erlebt - unter anderem den Tod ihrer Mutter.
Ebenfalls nervig an dieser Storyline ist die Lässigkeit, mit der Joe (Colin Ford) auf die Entdeckung reagiert, dass Hunter geschickt worden ist, um die Situation auszuspionieren und in Kontakt mit jemandem außerhalb der Kuppel steht, den er sogar fragt, wann er rauskommen kann. Angesichts seines Fundes muss Joe davon ausgehen, dass diese Person und vielleicht auch Hunter selbst, eine Möglichkeit kennen, der Kuppel zu entkommen. Sollte so etwas nicht eine bahnbrechende Entdeckung sein, die zu einer unmittelbaren Konfrontation führt oder zumindest einen Plan in Gang setzt?
Immerhin Norrie (Mackenzie Lintz) wird angesichts der Entdeckung wieder zu ihrem alten Ich. Doch schnell wird klar, wieso Hunters Betrug von den Under the Dome-Machern auf so kleiner Flamme gekocht wird, immerhin wird uns in derselben Episode noch untergejubelt, dass er zu dieser Zusammenarbeit gezwungen wurde. Irgendwie spielt nichts so richtig eine Rolle, weder für die Figuren noch für uns. Norrie hat Hunter ein offenbar großes Geheimnis verraten, was ein großes Problem wird als er - für eine Viertel-Episode - zum Betrüger wird. Doch schon mit dem Ende der Episode Black Ice rudern die Under the Dome-Autoren zurück und machen aus dem Neuling ein Erpressungsopfer.
Große Hindernisse
In der Serie Under the Dome wird die Charakterzeichnung nicht eben zur Priorität erklärt, das ist kein Geheimnis. Es geht vor allem um den reinen Kampf gegen die Kuppel und die zahlreichen Bedrohungen, die sie immer wieder auf die Bewohner wirft. Doch auch die Bedrohungen werden immer irrelevanter und unzusammenhängender. Der Kälteeinfall als Storyline wurde in der letzten Episode bereits aufgebaut, was schon bemerkenswert war. Doch am Ende von Black Ice verschwindet die Gefahr wieder, wie die meisten Katastrophen bisher, wohl ohne größere Konsequenzen. Die zahlreichen Herausforderungen, die an die Bewohner gestellt werden, sollten zu einer Charakter- und Storyentwicklung führen. Doch beides geschieht, wenn überhaupt, meist von der Bedrohung unabhängig. Nichts hängt zusammen und die großen Wendungen erreichen uns ohnehin immer aus dem Blauen heraus. Ein großer Plan ist längst nicht mehr zu erkennen.
Fazit
Die Episode Black Ice bringt eine große Kälte, die wie alles in Chester's Mill zunächst wie eine unüberwindliche Bedrohung wirkt, nur um dann wieder in der Versenkung zu verschwinden und Platz zu machen für die nächste Katastrophe. Nicht nur in Sachen Kuppel bleiben die Under the Dome-Macher ihrem Muster treu. Auch mit den Figuren verfahren sie so. Hunter steht für die Hälfte einer Episode unter Betrugsverdacht, nur um sich dann mit einer Erpressungsgeschichte zu rehabilitieren und wieder an dem Punkt zu landen, von dem er gestartet ist - als jemand, der die Bewacher der Kuppel hasst und dessen Sympathien auf Seiten der Eingeschlossenen liegen. Auch das Aufeinandertreffen von Big Jim und Junior (Alexander Koch) ist nichts Neues. Was also hat diese Episode uns eigentlich gebracht?
Under the Dome: promo zur Episode 2x12:
Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 9. September 2014(Under the Dome 2x11)
Schauspieler in der Episode Under the Dome 2x11
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?