Under the Dome 2x02

Die Episode Infestation schafft es, gleich auf mehreren Ebenen zu nerven. Nicht nur die Ereignisse werden immer haarsträubender, auch die Charakterisierung der einzelnen Figuren und Konstellationen gibt immer mehr Anlass zum Augenrollen.
Die große Drei
Angie (Brittany Robertson) hat es also wirklich erwischt. Das ist schade, denn Angie schien eigentlich wie eine Figur, die Potential hatte, auch wenn die Autoren in der ersten Staffel ziemlich viel Unfug mit ihr angestellt haben. Die große Frage, die sich stellt, ist die nach dem Mörder. Doch richtig spannend wird das nicht. Denn die Serie Under the Dome hat im Moment ein Problem. Die Zusammenhänge, die uns seit der ersten Staffel als große Mysterien präsentiert werden, verlaufen sich oft in der Nichtigkeit. Die Allianzen haben sich in der eigentlich sehr kurzen Zeit, die die Menschen erst unter der Kuppel sind, schon zu oft und zu unmotiviert gedreht. Die Charaktere haben schon zu viele bisher sinnlose Wendungen durchgemacht.
Das sieht man besonders deutlich an den drei Figuren, die zu Beginn der Geschichte im Mittelpunkt standen. Barbie (Mike Vogel) und Julia (Rachelle LeFevre) liegen in der Episode Infestation zusammen im Bett und sagen sich Dinge, die sich anhören, als würden sie eine Langzeitbeziehung führen. Sie hat es vermisst, mit ihm zusammen zu sein, dabei sind es erst wenige Tage seit sie ihn kennt, Vertrauen zu ihm gefasst hat, erfahren hat, dass er in den Mord an ihren Mann verwickelt ist und mit ihm zusammengekommen ist. Julia sagt Barbie außerdem, dass sie das Gefühl hat, sie verliere ihn, als wär er etwas, was sie bereits längere Zeit ernsthaft in ihrem Leben hätte.
Wenn die Under the Dome-Autoren Wert darauf legen, dass wir uns für die Beziehung der beiden engagieren, dann machen sie so einiges falsch. Einerseits sehen wir nie emotionale Momente zwischen den beiden, die zeigen, wie sie sich näherkommen, andererseits produzieren sie in Szenen wie dieser eine unangebrachte Nähe, die man beiden nur schwer abkaufen kann.
Big Jim (Dean Norris) ist der dritte im Bunde derer mit Sonderrolle. In der ersten Staffel ist er zum Mörder, Lügner, zum Choleriker, Machtmensch und schlechtem Vater abgestempelt worden. Sein Umschwung in der Episode Infestation wirkt nicht aufrichtig, sondern viel mehr so, als ob die Under the Dome-Autoren sich einen Neustart für die Figur wünschten, aber sich dabei nicht sonderlich viel Mühe geben. Er ist geläutert, hat zum Glauben gefunden und passenderweise trifft er nun auch direkt auf Menschen, die ihn zum offiziellen Anführer befördern möchten.
Die Neuen
Big Jims Schwager Sam (Eddie Cahill) trifft in der Episode Infestation auf seinen Neffen, der ihm am Ende der Episode ein wenig überraschendes Geständnis macht. Junior (Alexander Koch) glaubt, er habe Angie getötet. Das ist fast schon einschläfernd. Junior ist vom Psychopathen zum sympathisch-verwirrten Sohn geworden. Die Under the Dome-Autoren versuchen uns zu verkaufen, dass die Kuppel möglicherweise die Handlungen und Gefühle der Menschen beeinflusst. Doch um das glaubhaft zu machen, müssten sie uns mehr von diesen Emotionen zeigen. Wir schauen seit der Pilotepisode von außen auf Junior, niemals erfahren wir, was wirklich in ihm vorgeht. Doch nur weil die Serienmacher uns etwas als mysteriös anpreisen, indem sie uns die Wahrheit verweigern und nur bruchstückhafte Informationen zukommen lassen, bedeutet das noch lange nicht, dass es spannend wird.
Das kann man auch am Fall des mysteriösen Mädchens (Grace Victoria Cox) sehen. Sie lassen sie in einem See auftauchen, an einem Mordtatort sein und verwirrt durch den Wald laufen. Und trotzdem kann sie kaum Interesse wecken. Interessiert es jemanden wirklich, woher sie kommt, nachdem so viele andere Unerklärlichkeiten bereits in der ersten Staffel im Sande verlaufen sind?
Die dritte Neue ist Rebecca (Karla Crome), die sie als Fürsprecherin der Wissenschaft und Gegenspielerin von Julia ins Spiel gebracht hat. Und wieder einmal geht alles viel zu schnell. Barbie als großer Held steht zwischen Rebecca alias der Rationalität und Julia alias dem Glauben, die ihrerseits auch noch Juniors Onkel in der Hinterhand hat. Die Idee klingt auf dem Papier nicht schlecht, doch die Umsetzung lässt bis jetzt arg zu wünschen übrig.
Rebecca wird ungewollt zum Teil der schlimmsten Szene der Episode Infestation, in der Barbie zum Held wird. Ohne dramatische Hintergrundmusik könnte man glatt übersehen, dass es sich bei dem Flug um eine wichtige Szene handelt, denn weder die Bedrohung noch die Gefahr werden vernünftig in Szene gesetzt. Doch wider Erwarten kann die Rettung das Ganze noch übertreffen. Mit dem Wissen um einen Ersatztank rettet Jim nicht nur die Stadt, sondern auch Barbies Leben.
Rebecca als Figur ist so seltsam, dass man spätestens bei der Szene vor der Kirche das Gefühl bekommt, sie ist von der Kuppel ferngesteuert. Irgendetwas stimmt mit ihr nicht, doch das Traurige ist, dass das nicht einmal Absicht der Autoren sein muss. Während der ersten Staffel haben wir gesehen, dass die vielversprechendsten Geheimnisse in der Serie Under the Dome gar keine waren.
Fazit
Die Episode Infestation setzt den schwachen Staffelauftakt fort. Die Under the Dome-Autoren wehren sich weiterhin erfolgreich dagegen, uns echte Charaktermomente zu schenken. Leider ist jedoch auch die Geschichte, die sie erzählen, derzeit nicht gerade mit Spannung gesegnet. Die Serienmacher sollten sich schnell mal überlegen, womit sie die Zuschauer eigentlich fesseln wollen.
Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 8. Juli 2014Under the Dome 2x02 Trailer
(Under the Dome 2x02)
Schauspieler in der Episode Under the Dome 2x02
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