Under the Dome 1x13

Under the Dome 1x13

Das Staffelfinale von Under the Dome, Curtains, enttäuscht mit leeren Dialogen, unmotivierten Wendungen und einer Menge seltsamer Offenbarungen, die sich einmal mehr anfühlen als wenn die Autoren die Zuschauer zum Narren halten wollen.

Junior (Alexander Koch) weiß nicht so recht, wo er hingehört in der Serie „Under the Dome“ / (c) CBS
Junior (Alexander Koch) weiß nicht so recht, wo er hingehört in der Serie „Under the Dome“ / (c) CBS

Die Episode Exigent Circumstances hatte doch so vielversprechend vorgelegt. Doch mit dem Staffelfinale Curtains kehrt die Serie Under the Dome zurück zu den flachen Dialogen und seltsam leeren Charakteren. Doch nicht nur das kann den Zuschauer verärgern. Auch eine unmotivierte Geschichte und ein unnützer Cliffhanger tragen nicht zum Vergnügen bei.

Die Minikuppel

Oft war in der Serie Under the Dome das Problem, dass die Story auf dem Papier ganz gut aussah, aber in der Umsetzung einfach keine Spannung aufkam. Dieses Problem schien sich in der letzten Episode Exigent Circumstances ein bisschen aufgelöst zu haben. Doch nun zeigt sich: Im Staffelfinale Curtains schwächelt die Serie noch mehr als gewöhnlich.

Endlich wissen wir es: Das Geheimnis um die Kuppel wird im ersten Staffelfinale der Serie Under the Dome nicht aufgelöst, Chester's Mill geht gefangen in eine weitere Staffel. Das kommt wenig überraschend. Dafür lernen wir einiges über die Kuppel: Die Miniausgabe verabschiedet sich und entlässt den zunächst totgeglaubten Schmetterling in die Freiheit. Der kürt zunächst Barbie (Mike Vogel), dann aber doch Julia (Rachelle LeFevre) zur Monarchin, bevor seine Spur sich verliert.

Die spannendste Wendung ist wohl das Auftauchen einer Unbekannten, die das Aussehen von Norries verstorbener Mutter Alice (Samantha Mathis) annimmt. Und dieses Wesen teilt der Minidome-Gruppe mit, dass die Kuppel dem Schutz der Stadt vor einer kommenden Gefahr dienen soll. Dazu allerdings müsste das Ei beschützt werden.

Generell ist es vollkommen in Ordnung, dass die Kuppel viele Geheimnisse mit in die neue Staffel nimmt. Doch die Zusammenhanglosigkeit der Offenbarungen, die wir bereits bekommen, kann einen beim Zuschauen schon ärgern. Die Kuppel zeigt den Teenagern und Julia an, was zu tun ist, durch aufleuchtende Hände, durch Alice, durch das Ei, oder einfach durch Eingebung. Bisher ergibt die Story wenig Sinn, wir kennen die große Bedrohung nicht, wissen nicht, wer die Wesen sind, die sie geschickt haben. Doch was wir auch nicht wissen, ist, wie der Schmetterling damit zusammenhängt, wieso Julia die Monarchin ist, wie die Kuppel Julia gezeigt hat, dass sie das Ei ins Wasser werfen soll.

Die Geschichte von Chester's Mill ist voller Geheimnisse, doch man wird schnell müde, Anteil an diesen zu nehmen, wenn man nicht einmal kleine Zusammenhänge oder Hinwiese bekommt. Nach wie vor ist alles möglich, es wirkt als wenn die Autoren sich nicht festlegen wollen. Sie erzählen uns eine mysteriöse Geschichte und statt wenigstens im Staffelfinale kleine Zusammenhänge aufzudecken, verschleiern sie alles mit weiteren Geheimnissen, die alles oder nichts bedeuten könnten.

Das Ende

Als wenn das nicht schon reichen würde, werfen die Under the Dome-Autoren uns am Ende auch noch einen sinnlosen Cliffhanger nach. Big Jim (Dean Norris) steht kurz davor Barbie zu töten. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, ist überaus gering. Barbie ist uns als zentrale Figur vorgestellt worden. Das heißt nicht, dass er automatisch geschützt ist. Er ist nicht der Monarch, sein großes Geheimnis ist draußen, er hatte seinen romantischen Wiedervereinigungsmoment mit Julia und seine ewig gleichen Kämpfe mit Big Jim drehen sich auch im Kreis.

Doch wenn die Autoren ihn hätten sterben lassen wollen, hätten sie es im Staffelfinale tun sollen. Ihn im Auftakt der zweiten Staffel zu töten oder gar einfach ohne ihn zurückzukehren, das erscheint sinnlos. Auf diese Weise würde der Schockmoment verlorengehen und trotzdem alle angefangenen Mysterien mit ihm untergehen. Barbie ist nach wie vor derjenige, den die Armee kontaktieren will, der Fähigkeiten hat, die sie zur Rettung als notwendig erachten. Er ist auch der einzige, der Big Jim die Stirn bieten kann. Besonders nachdem Linda (Natalie Martinez) im Staffelfinale auf ganzer Linie enttäuscht hat.

Wir haben sie als aufrichtige Person kennengelernt, die irgendwie auf der richtigen Seite steht. Doch stattdessen bleibt sie neben Big Jim kleben, lässt sich von den Teenagern nichts erklären und scheint sich nicht einmal zu widersetzen als Barbie ohne Prozess zum Galgen geführt wird. Lange schien es, als wenn sie zwar zwischenzeitlich von Big Jim geblendet wäre, aber am Ende zu sich und der Wahrheit finden würde. Doch die Episode Curtains ist auch das Ende der Figur Linda. Von der überforderten, aber integren Polizeichefin ist sie zur Handlangerin Big Jims geworden.

Wenig überzeugend wirken auch Juniors Zweifel und Gewissensbisse. Er pendelt zwischen seiner Liebe zu Angie (Brittany Robertson), seiner Überzeugung, dass die Kuppel einen Plan verfolgt, den seine Mutter bereits erkannt hat und dem Verlangen, Anerkennung von seinem Vater zu erlangen. Mal scheint er in die eine Richtung zu schwanken, manchmal in die andere. Doch die Charakterzeichnung ist so schwach, dass der Konflikt leer und unmotiviert wirkt. Was treibt ihn in die eine, in die andere Richtung? Zu Beginn der Episode Curtains sehen wir, wie er sich verzweifelt an die Kuppel wendet, er will Antworten, will wissen, wieso er seinen Vater töten soll. Das fühlt sich wie ein Durchbruch an. Doch am Ende bleibt es beim Alten: Die Minidome-Gruppe um Angie, Joe (Colin Ford) und Norrie (Mackenzie Lintz) versucht Junior (Alexander Koch) die Wahrheit zu sagen, was ihn wieder in die Arme seines Vaters treibt. Doch der handelt immer psychopathischer, was selbst Junior zu denken gibt.

Für Big Jim haben die Autoren sich ebenfalls wenig ausgedacht, das passend für ein Finale wäre. Er hat nur noch ein Ziel: Barbie zu töten und die Minikuppel zu zerstören. Auch hier bekommen wir eine kleine Szene, die Hoffnung auf mehr macht: Big Jim erkennt den Zusammenhang zwischen den Visionen seiner Frau und der Kuppel. Doch auch wenn Linda von seiner Wichtigkeit überzeugt ist und er es nutzt, seinen Sohn zurückzugewinnen, geht Big Jim anschließend ungerührt zur Tagesordnung über.

Kurzzeitig wird es auch interessant als die Bewohner sich einer anderen Autorität zuwenden als Big Jim, nämlich der Religion. Doch auch aus dieser Konstellation machen die Autoren nichts Interessantes.

Julia (Rachelle LeFevre) muss das Ei beschützen. © CBS
Julia (Rachelle LeFevre) muss das Ei beschützen. © CBS

Fazit

Auch wenn wir jetzt etwas mehr über die Kuppel wissen, es fehlt einfach an guten Dialogen, Charakterzeichnung und Spannung. Statt Rätsel serviert die Episode Curtains uns einmal mehr unzusammenhängende Geheimnisse. Wenn es irgendwo in der Serie Under the Dome an Logik, Tiefe oder ein Ausweg fehlt, retten sich die Autoren immer wieder in das wichtigste Mantra: Die Kuppel wollte es halt so, weitere Erklärungen überflüssig. Das macht es immer schwieriger, die Geschichte mit Interesse zu verfolgen.

Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 17. September 2013
Episode
Staffel 1, Episode 13
(Under the Dome 1x13)
Deutscher Titel der Episode
Glanz und Finsternis
Titel der Episode im Original
Curtains
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 16. September 2013 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 2. Oktober 2013
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 2. Oktober 2013
Autoren
Brian K. Vaughan, Scott Gold
Regisseur
Jack Bender

Schauspieler in der Episode Under the Dome 1x13

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