Under the Dome 1x08

Nachdem in der Episode Thicker Than Water auch dem letzten Bewohner von Chester's Mill klar geworden ist, dass die Ressourcen begrenzt sind, bricht der Kampf um die Macht aus. Dabei sind die Teams nicht festgefahren. Es ergeben sich einige Zweckgemeinschaften, darunter Big Jim (Dean Norris) und Barbie (Mike Vogel).
Zwischen den Fronten
Big Jim ist sicher keine reine Seele, doch bisher haben wir keinen Beweis dafür geliefert bekommen, dass er nicht in erster Linie am Wohl der Stadt interessiert ist. Natürlich unter seiner Führung. Auf der anderen Seite steht Ollie (Leon Rippy, Deadwood, Saving Grace), von dem wir bisher ausschließlich die egoistische Seite kennengelernt haben. Er tut nichts anderes als Big Jim: Er versucht, die Macht an sich zu reißen. Doch anders als im Fall des Stadtrats kommen wir bei Ollie nicht in den Genuss, mehr über ihn zu erfahren. Seine Lebensumstände, seine Familie lernen wir nicht kennen. Sein Ableben am Ende der Episode Thicker Than Water ist zumindest für die Story kein großer Verlust. Das Interessanteste an seiner Figur war sein Einfluss auf Big Jims Leben. Niemand anders hat mit ihm um die Macht konkurriert, niemand hat sich zwischen ihn und Junior (Alexander Koch) gedrängt. Ollie hat sich selbst zum Katalysator der Rennie-Ereignisse gemacht und dabei den Kürzeren gezogen.
Theoretisch ist der Konflikt zwischen dem Stadtrat und seinem Sohn eine gute Idee. Der selbstsichere, machtbewusste Big Jim hat einen wunden Punkt, mit dem er umgehen muss: seinen unkontrollierbaren Sohn. Dabei zeigt sich, wie kaltblütig der Mann sich an der Macht halten will. Juniors konstante Einmischung fordert Jim immer wieder heraus. Und am Ende zeigt sich, dass er seinen Sohn schützen wollte, dass er eigentlich ein Familienmensch ist. Das Problem an der Sache ist: Die ganze Geschichte bleibt zu flach. Der Tod der Mutter führt zur Konfrontation und beinah zum Tod des Stadtrats, aber am Ende zur unglaublichen Versöhnung. Auch dieses Konstrukt sieht auf dem Papier gut aus. Doch in der Umsetzung fühlt sich die Geschichte um den Tod der Mutter wie ein reines Mittel zum Zweck an. Aufrichtig mitfühlen bleibt schwierig.
Kampf der Alphatierchen
Mehr Chemie als Junior und sein Vater haben da schon Barbie und Big Jim miteinander. Jim sieht sich als Anführer, und in vielerlei Hinsicht hat er auch das Zeug dazu. Barbie hingegen möchte sich am liebsten im Hintergrund halten, doch unübersehbar ist er ebenfalls ein geborener Anführer. Beide haben Geheimnisse, die Auswirkungen auf die Gegenwart haben: Jim hat gemeinsame Sache mit Drogendealern gemacht, Barbie hat Julias Ehemann auf dem Gewissen.
Der Konflikt zwischen den beiden verschärft sich mit jedem Problem, für das sie grundverschiedene Lösungen vorschlagen. Auch wenn sie bisher mit Linda eine Zweckgemeinschaft bilden, wird das Eis, auf dem diese Allianz fußt, immer dünner. Der gemeinsame Feind Ollie ist besiegt. Ob der Konflikt sich nun zuspitzt oder durch ein anderes Ereignis wieder einmal verschleppt wird, muss sich zeigen. Auf jeden Fall ist der Konflikt zwischen den beiden Alphatierchen einer der spannenderen Plots, den die Serie Under the Dome zu bieten hat.
Schade ist, dass Linda (Natalie Martinez) als Sheriff bisher kaum ein Wörtchen in diesem Machtkampf mitredet.
Gebrochene Herzen
Nicht nur Junior, Big Jim und Barbie sind sich noch nicht so sicher, wie sie zueinander stehen. Auch die anderen Bewohner von Chester's Mill durchleben so manches hin und her in ihren Beziehungen.
Eine der Beziehungen, die in der Episode Thicker Than Water enttäuschen, ist das Verhältnis zwischen Julia (Rachelle LeFevre) und Barbie. Sie sollen zusammen sein, das wissen wir und die beiden seit der ersten Episode. Doch abgesehen von dieser Tatsache, geben die Serienmacher sich wenig Mühe, diese Beziehung weiter zu festigen. Mittlerweile legen sie sich abends nach neuen Abenteuern ins gemeinsame Bett, sie scheinen vor allem deshalb ein Paar zu sein, weil sie keine Lust mehr haben, diese ihnen von außen auferlegte Bestimmung zu bekämpfen.
Viel mehr Chemie haben da schon Norrie (Mackenzie Lintz) und Joe (Colin Ford), bei denen man die gegenseitige Anziehungskraft miterleben kann. Sie küssen sich nicht im Regen und leben ansonsten weitgehend unbemerkt nebeneinander her wie Julia und Barbie. Joe zeigt seine Zuneigung für Norrie immer häufiger direkt, während die aufmüpfige Norrie ihre Gefühle eher zwischen den Zeilen, aber doch sehr deutlich ausdrückt.
Die Episode Thicker Than Water bringt einen geradezu winzigen Konflikt in diese Beziehung. Norrie macht Joe kurzzeitig für den Tod ihrer Mutter verantwortlich, was wieder zu deutlich als Mittel zum Zweck hervorscheint. Dadurch haben die beiden Gelegenheit, neue Abenteuer mit anderen Figuren zu erleben: Joe nutzt die Gelegenheit, das Ei an Julia zu verraten und Norrie freundet sich mit Angie (Brittany Robertson) an.
Die Szene, in der die beiden die Schneekugeln an die Kuppel schmeißen, ist schon wirklich spaßig. Auch wenn die Idee der Schneekugeln ohnehin schon so offensichtlich ist, dass Norries Erklärung, nun seien sie selbst in einer Schneekugel, schon fast weh tut.
Die Monarchin
Die Kuppel hat einen weiteren Satz preisgegeben: „The Monarch will be crowned“. Der Schnitt auf Angies Schmetterlingstattoo bringt uns einen Schritt näher an des Rätsels Lösung. Hier braut sich ein Kreis zusammen, Angie als potentielle Königin, die vielleicht in Gefahr ist, vielleicht selbst die Gefahr ist, auf jeden Fall eine Sonderrolle einnimmt, was Junior bereits erahnt hat. Das wiederkehrende Motiv der Schmetterlinge könnte ebenfalls wichtig werden.
Fazit
Die Episode Thicker Than Water zeigt einmal mehr das grundlegende Problem der Serie Under the Dome: Theoretisch sind die Plots gut aufgebaut, doch das nützt nur wenig, wenn man sich als Zuschauer schwer tut, mit den Figuren mitfühlen zu können.
Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 26. August 2013(Under the Dome 1x08)
Schauspieler in der Episode Under the Dome 1x08
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