True Blood 7x03

Die True Blood-Autoren versuchen mit allen Mitteln, uns darauf hinzuweisen, dass wir uns dem Ende der Story nähern. Sie töten wichtige Figuren, versuchen auf Biegen und Brechen den Kreis zum Beginn der Geschichte zu schließen und die Bedrohung immer höher anzusetzen. Nicht viel davon gelingt in der Episode Fire in the Hole. Dafür erleben wir einige sehr schöne emotionale Charaktermomente, die die Episode zumindest kurzfristig retten.
Die Toten
In der letzten Staffel können die True Blood-Macher sich dazu durchringen, wichtige Figuren zu töten. Doch besonders gut sind sie darin nicht. Taras Abgang im Staffelauftakt war nichtssagend. Soll das wirklich schon alles gewesen sein? Nicht nur die Anwandlungen ihrer Mutter Lettie Mae (Adina Porter) lassen stark vermuten, dass hier noch ein Nachspiel auf uns wartet. Immerhin haben die Autoren in der Episode Fire in the Hole endlich das Rätsel gelöst, wieso Pam (Kristin Bauer) den Tod ihres Schützlings nicht kommentiert hat. Wir waren einfach nicht dabei, als sie es gefühlt hat. Im Gespräch mit Eric ( Alexander Skarsgard) versuchen die Macher, den Moment trotzdem als gefühlsgeladene Szene rüberzubringen - doch es ist zu spät. An dieser Stelle der Geschichte ist es nur noch eine billige Erklärung, die eine Lücke schließt.
Doch damit nicht genug, nun nehmen sie uns auch noch Alcide (Joe Manganiello). Er war ein wichtiger Charakter, er war immer auf der richtigen Seite, hat sich als Nachzügler in der Story schnell in die Herzen der Zuschauer gespielt. Und doch ist sein Tod nicht das, was die Autoren uns verkaufen wollen. Er stirbt, weil er Sookie (Anna Paquin) beschützen will. Es soll großes Drama sein, doch die Beziehung zwischen den beiden hat hauptsächlich in dem berüchtigten Zeitsprung am Ende der letzten Staffel stattgefunden. Einerseits war der Schutz Sookies der einzige Weg für ihn, zu gehen, andererseits können wir kaum emotionalen Anteil daran nehmen. Alcide hat mehr verdient als die lange Szene einer verzweifelten Sookie.
Die Kämpfer
Immerhin bringt die Schlussszene der Episode Fire in the Hole die Bedrohung durch die infizierten Vampire und die aufgebrachten Stadtbewohner endlich zu größerer Bedeutung. Bisher sind beide Parteien nicht sonderlich gefährlich rübergekommen, zuweilen sogar recht dümmlich. Schlauer sind sie jetzt zwar auch noch nicht, aber das braucht es ja auch nicht unbedingt, um bedrohlich zu wirken. Sie haben Waffen und Kraft und können gerade durch ihre Unüberlegtheit viel Schaden anrichten.
Viel hat es in dieser True Blood-Episode aber nicht gebraucht, um die anderen zu überlisten. Sookies großer Plan war, unter einem Baum zu warten, während Bill auf dem Ast sitzt? Das grenzt schon fast ans Lächerliche. Statt sich angesichts der Bedrohung mit allen Kräften zu wappnen, hängt sie ihren Freund ab und sagt auch sonst niemandem Bescheid. Und das alles nur, um Sookie und Bill (Stephen Moyer) auf eine Autofahrt zu schicken, auf der die beiden ihre gemeinsame Vergangenheit aufarbeiten können. Sollte es so gewesen sein, hätten die Autoren das wenigstens besser umsetzen können. Fesselnd war hier nichts. Bill ist ein neuer Vampir, der mit den Erinnerungen an seine Schandtaten leben muss. Wer riecht hier nicht meilenweit im Voraus eine billige Möglichkeit für ein Beziehungsrevival der beiden Hauptfiguren?
Eines der erinnerungswürdigsten Ereignisse dieser Episode ist der Tod von Hoyts Mutter. Sie war keine wichtige Figur, aber sie hat so viel zu der Atmosphäre in Bon Temps beigetragen wie keine andere. Die Geschichte wird mit dem kommenden Showdown also wirklich zu Ende gehen, denn kann sich jemand eine wiederhergestellt Normalität vorstellen, ohne dass Ms. Fortenberry (Dale Raoul) sich im Diner niederlässt?
Krank und allein
Unterdessen hat Pam endlich Eric gefunden, was in mehrfacher Hinsicht eine gute Sache ist. Eric bringt nicht nur sein bezauberndes Selbst mit, sondern auch noch einen heißen Rückblick auf eine vergangene Liebschaft (Gabriella Wright, The Tudors), gekrönt vom Spruch der Episode: „Sylvie will ihr Studium zu Ende machen.“ („Sylvie wants to finish her university.“)
Eric und Pam sind wieder einmal einer der Lichtblicke in True Blood, und es wäre nun an der Zeit, dass sie nach Bon Temps zurückkehren. Wir haben ja in der Episode Fire in The Hole gesehen, wie die Sache endet, wenn Sookie und Bill alleine einen Plan schmieden. Und nun ist nicht einmal mehr Alcide als Stimme der Vernunft da.
Der Höhepunkt
Alcide stirbt, Pam und Eric durchleben einen emotionalen Moment. Doch der Höhepunkt der Episode geht überraschenderweise an den Reverend Daniels (Gregg Daniel, City of Angels) und Willa (Amelia Rose Blaire). Wer hätte das gedacht?
Die Geschichte seiner Beziehung zu Taras Mutter, die emotionale Szene mit dem Abschied von Willa, trifft einen überraschenden Nerv. Bisher haben wir Lettie Mae vor allem als äußerst nervig präsentiert bekommen, während dem Reverend ein echter Charakter über weite Strecken völlig fehlte. Auch Willa selbst weckt wohl nicht bei vielen Zuschauern große Gefühle. Doch zusammen werden sie in der Episode Fire in the Hole zu einem überraschend guten Team.
Der zweite Platz geht an Lafayette (Nelsan Ellis) und seinen neuen Freund James (Nathan Parsons), die sich - wie vorherzusehen - immer weiter annähern.
Fazit
Es sind die eher ruhigen Momente, die diese Episode tragen - nicht die großen Kämpfe und Abschiede. Immerhin gibt es sie also noch in der Serie True Blood, doch etwas falsch fühlt es sich schon an, wenn der Reverend ähnlich viele Gefühle wecken kann wie der Tod einer Figur wie Alcide.
Trailer zur Episode 7x04 der Serie „True Blood“
Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 8. Juli 2014True Blood 7x03 Trailer
(True Blood 7x03)
Schauspieler in der Episode True Blood 7x03
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