True Blood 3x01

True Blood 3x01

True Blood ist zurĂŒck und voller neuer Figuren, die vermutlich auch nach Blut lechzen. Serienjunkies.de-Redakteur Vladislav Tinchev hört das Heulen der Wölfe.

Das waren noch friedliche Zeiten! / (c) HBO
Das waren noch friedliche Zeiten! / (c) HBO

True Blood zeigte fĂŒr mich erst in der zweiten HĂ€lfte der zweiten Staffel, abgesehen von manchen Mary-Ann-Orgien, ihr wahres Blut. Ich weiß noch, wie ich damals die frisch gestartete Serie verrissen habe ###news0### und wie ich dann aufhörte, sie zu schauen. Aber der Blutdurst war stĂ€rker und ich kam zurĂŒck. Und wurde nicht enttĂ€uscht, sondern eines Besseren belehrt. Ich glaube, die VerĂ€nderung in meinem Empfinden ergibt sich daraus, dass nach dem anfĂ€nglichen Bombardement seitens Alan Ball & Co. mit politischen und allen möglichen Gender-Statements sich die Lage beruhigte und man dazu ĂŒberging die Figuren nicht nur als laufende Provokations-Metaphern zu benutzen, sondern ihre Beziehungen zueinander immer interessanter und abwechslungsreicher zu gestalten.

Dazu kommt das stĂ€ndige HinzufĂŒgen an neuen Mythen und Figuren, die die anfĂ€ngliche Hauptstory ĂŒber Bill (Stephen Moyer) und Sookie (Anna Paquin) nicht nur bereichert, sondern teilweise ĂŒbertrumpft haben. True Blood bewegte sich sehr schnell von der verbotenen Romanze zu der BrutalitĂ€t und dem rohen Inhalt der Vampir- und Menschenseelen. True Blood bleibt zwar schwer politischen Aussagen verpflichtet, aber es ist Fun-TV. Und ich bin mir sicher, ausgehend von Pack of Wolves, dass die dritte die bisher beste Staffel sein wird. Wir haben in den letzten Wochen bereits einiges an Spoiler-Material genossen, aber ich werde an dieser Stelle nicht erzĂ€hlen, was demnĂ€chst kommt und was es vielleicht heißen mag, sondern mich auf die Ereignisse der ersten Episode konzentrieren. Und die sind voll von scharfen GegenstĂ€nden, ZĂ€hnen und ... Ihr wisst schon.

Ist aber alles wirklich so „scharf“, we es sein sollte? Keine neuen Zuschauer erwĂŒnscht, heißt das True Blood-Motto, denn die Serie setzt ihre Geschichte nahtlos fort - genau von dem Punkt, an dem sie aufgehört hat. Keine Zeit, um Sachen zu erklĂ€ren oder nachzuerzĂ€hlen. Ist auch gut so, denn es lohnt sich, alle bisherigen Episoden mitzunehmen! Sookie findet keine UnterstĂŒtzung vom Sheriff der Menschen auf der Suche nach Bill und deswegen geht sie zum Sheriff der Vampire, Eric Northman (Alexander Skarsgard). Man muss an diesem Punkt sagen, dass True Blood die Geschichte von Sookie und Bill ist, aber die Kamera von Anfang an Eric ins Herz geschlossen hat. Ich sage es nicht nur, weil er in der Szene komplett nackt zu sehen ist, sondern weil generell in Szenen, an welchen er beteiligt ist, die Kamera nicht aufhört zu arbeiten. Er wird aus unterschiedlichen Perspektiven gezeigt, die Kamera wechselt stĂ€ndig ihre Lage, als wenn sie durch Erics PrĂ€senz beunruhigt wird.

Sookie ist es allemal.

Nachdem Sookie an Pams (Kristin Bauer) BegrĂŒĂŸung „Now I don't remember telling you that lavender was my favorite color“, mit der Antwort „I'm in no mood for lesbian weirdness tonight, Pam. Where's Bill?“ vorbei geht, wird sie Zeugin, wie Eric Speed-Sex mit der neuen TĂ€nzerin Yvetta (Natasha Alam aus der True Blood-Minisode) betreibt - wie wir erfahren schon seit sechs Stunden. Die Szene zeigt uns nicht nur, wie sich Yvetta Eric hingibt, sondern, wie Sookies Resistenz gegenĂŒber Eric gleichzeitig machtvoll und zerbrechlich ist. Den Rest der Diskussion ĂŒberlasse ich lieber Team Eric und Team Bill.

Kristin Bauer van Straten, Pam, bekommt in dieser Episode, wie so oft in True Blood, einige der besten Dialogzeilen und kann glĂ€nzen (Team Pam, anybody?): „I don't know what it is about me that makes people think I want to hear their problems. Maybe I smile too much. Maybe I wear too much pink. But please remember I can rip your throat out if I need to. And also know that I am not a hooker. That was a long, long time ago.“ Pam sagt das zu Lafayette (wie immer wunderbar gespielt von Nelsan Ellis), nachdem sie ihn zwingt das ganze Vampir-Blut möglichst schnell zu verkaufen, denn Eric und The Queen bekommen anscheinend demnĂ€chst interne Probleme.

Apropos Queen (Evan Rachel Wood): Ihr Auftritt, als sie zusammen mit The Magister (Zeljko Ivanek) bei Eric auftauchen, ist relativ blass (in jedem Sinne) und ihre ZĂ€hne sind eindeutig zu lang. The Magister scheint Eric und The Queen kein einziges Wort abzukaufen. WĂ€hrenddessen kauft man Andy erstmals die Story ab, dass er derjenige ist, der Eggs erschoss. Jason (Ryan Kwanten) ist natĂŒrlich außer sich, aber Andy rĂ€t ihm, weiterzumachen: „Conscience off, dick on.“ Wie wir sehen, leichter gesagt als getan. Sam hat es auch nicht leicht, denn er hat nicht nur damit zu kĂ€mpfen, herauszufinden, wo seine Familie ist, sondern auch mit erotischen TrĂ€umen ... von sich und Bill. Was soll man sagen: Shapeshifted. Bill ist gar nicht nach erotischen Phantasien, denn nachdem er von seinen EntfĂŒhrern flieht, sich mit dem Blut einer alten Frau stĂ€rkt, gerĂ€t er unter Wölfe - buchstĂ€blich: „I should warn you, I've fed.“, sagt er zu den Wölfen, die ihn umkreisen.

Haben die Wölfe etwas mit den Tatoos von Bills EntfĂŒhrern zu tun, deren Symbol, wie Jessica (Deborah Ann Woll) und Sookie herausfinden, Operation Werwolf bedeuten?

Verfasser: Vladislav Tinchev am Montag, 14. Juni 2010
Episode
Staffel 3, Episode 1
(True Blood 3x01)
Deutscher Titel der Episode
Böses Blut
Titel der Episode im Original
Bad Blood
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 13. Juni 2010 (HBO)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 4. November 2010
Autor
Brian Buckner
Regisseur
Daniel Minahan

Schauspieler in der Episode True Blood 3x01

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?