Togetherness 1x01

Die US-Serie Togetherness erzählt keine neue Geschichte, doch sie schafft es, eine alte Erkenntnis amüsant aufzubereiten: Auch bei denjenigen, die wirken, als hätten sie ihr Leben im Griff, kann es unter der Oberfläche ganz schön brodeln.
Worum geht es?
Vielleicht hat der Drehbuchschreiber Goethes „Die Wahlverwandschaften“ gelesen, anschließend fettig zu Abend gegessen und in der Nacht ziemlich wild geträumt. Vielleicht hat er sich aber auch gefragt, was aus den optimistischen Cliquen aus Serien wie How I Met Your Mother werden würde, wenn sie dem Ernst des Lebens zehn Jahre nach dem Happy End noch einmal ins Auge blicken müssten.
In der Pilotepisode der US-Serie Togetherness lernen wir das Ehepaar Pierson kennen, die jüngst ein weiteres Mal Eltern geworden sind. Doch hinter der Familienidylle zeichnet sich immer deutlicher ein großes Problem ab: Die beiden haben keinen Sex mehr, zumindest nicht gemeinsam. Brett (Mark Duplass; The League, The Mindy Project) unternimmt zwar immer wieder Anläufe, seine Frau zu verführen, doch beweist dabei nicht gerade ein Händchen für gutes Timing. Michelle (Melanie Lynskey, Two And A Half Men) auf der anderen Seite scheint sich damit abgefunden zu haben, dass ihr Sexleben sich nur noch hand- beziehungsweise vibratorgemacht abspielen wird und bringt in ihren Soloauftritt auch gerne mal neue Ideen wie die Verwendung von Wäscheklammern ein.
In der Pilotepisode begegnen wir auch Alex (Steve Zissis), ein Jugendfreund von Brett, der mit der Hoffnung auf eine Schauspielkarriere nach Los Angeles gekommen ist und nach der Pfändung seiner Wohnung nun endgültig hinschmeißen und zurück zu seiner Mutter ziehen will. Michelles Schwester Tina (Amanda Peet, The Good Wife) macht das Quartett komplett, als sie für ihren neuen Freund (Ken Marino, Marry Me) von Houston nach Kalifornien kommt. Spontan entscheidet sie sich für einen Umzug nach Los Angeles, doch ihr Angebeteter scheint andere Pläne zu haben und verlässt die Verliebte per Textnachricht, noch bevor die Hälfte der Episode vorbei ist.
So landen vier erwachsene Menschen, die irgendwie doch nicht alles so richtig im Griff haben, gemeinsam auf einem Familientag am Strand und ziehen anschließend zu einem Abendessen weiter, das in einer wilden Nacht ausartet.
Wie kommt es rüber?
Wer erwachsen ist, sollte gewisse Dinge in geregelte Bahnen gelenkt haben. So zumindest sieht es von außen aus. Viele Serien über Cliquen, Paare oder auch einzelne Personen begleiten den Weg dahin, durch die ersten Jahre und immer scheint es, als ob das Ziel näherrückt. Jeder Schritt bringt die Protagonisten näher an wichtige Erkenntnisse, sie steuern auf große Lebensveränderungen zu.
Togetherness wirft einen Blick auf das Leben nach dem Happy End. Wenn die beiden sich bekommen und eine Familie gegründet haben, wenn der Typ, der alles auf eine Karte gesetzt hat, feststellen muss, dass er vermutlich niemals ein großer Filmstar sein wird. Oder wenn die attraktive Frau erkennen muss, dass Dating jenseits der 30 nicht mehr spaßig ist, sondern viel mehr mit Verzweiflung zu tun hat.
Die Autoren der Serie basieren ihre Story auf der Erkenntnis, dass niemand alles im Griff hat, auch nicht diejenigen, deren Idylle nahezu perfekt erscheint. Sie präsentieren in der Pilotepisode keine Illusionen - sie schenken den Figuren zwar einige sorglose Momente, die jedoch durchwachsen oder gefolgt sind von den Auswüchsen der Probleme.
Auf den ersten Blick wirkt niemand glücklich. Brett kann den Familienausflug nicht ohne seinen besten Freund durchstehen und Michelle schleppt ihre Schwester auf die Datenacht mit. Die Voraussetzungen für diese Ehe scheinen nicht besonders gut zu sein. Doch im Verlaufe des Tages sehen wir, dass hinter all den Problemen immer noch etwas Gemeinsames ist. Sie können zusammen Spaß haben, sie verstehen sich gut. Doch das Problem mit dem Sex kann auch nicht durch eine wilde Partynacht gelöst werden. Ebenso geht es den anderen beiden. Vieles in dem Leben von Tina und Alex ist nicht so gelaufen, wie sie es sich erhofft hatten.
Die Botschaft, die die Togetherness-Macher uns mit auf den Weg geben, ist nicht das altbekannte Mantra „Mit guten Freunden kann einen nichts umhauen.“ Sie scheinen uns zu sagen: Das Happy End wird niemals eintreten. Das geht allen so, komm' damit klar und hab' trotzdem Spaß.
Fazit
Die US-Dramedyserie Togetherness begleitet vier Menschen, die unter einem Dach leben, durch die Tiefen und Probleme des Alltags. Sie zeigt uns, dass es trotz Abwesenheit eines Happy Ends zwischendurch amüsant zugehen kann, mit oder ohne Zustimmung der Figuren.
Promo zur US-Serie „Togetherness“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 12. Januar 2015(Togetherness 1x01)
Schauspieler in der Episode Togetherness 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?