Wie der Titel des neuen Comedy Central-Formats Time Traveling Bong bereits vermuten lässt, präsentieren uns Ilana Glazer und Paul Downs darin einen abgefahrenen Kiffertrip, der zwei Tunichtgute zeitreisen lässt. Das ist größtenteils unterhaltsam, wenn auch ziemlich harmlos.

In dieser Gemütslage befinden sich Sharee (Ilana Glazer) und Jeff (Paul W. Downs) beinahe durchgehend. / (c) Comedy Central
In dieser Gemütslage befinden sich Sharee (Ilana Glazer) und Jeff (Paul W. Downs) beinahe durchgehend. / (c) Comedy Central

Zwei liebenswerte Schluffis, die in ein waghalsiges Abenteuer stürzen - die Prämisse der Comedy Central-Miniserie Time Traveling Bong ist alles andere als ausgefallen, wird von den Serienschöpfern Paul W. Downs und Ilana Glazer - die auch gemeinsam in Broad City vor der Kamera stehen - jedoch mit viel Hingabe ausgeführt. Sie spielen die Cousins Jeff und Sharee, die zusammenwohnen, sich aber nicht besonders gut verstehen. Das könnte daran liegen, dass Jeff den Laptop seiner Cousine benutzt, um seine körperlichen Verlangen zu befriedigen, oder sich über ihren Chicken-Wing-Vorrat hermacht.

Born in the wrong decade

Eine viel größere Sympathieträgerin ist Sharee jedoch auch nicht. Sie geht mit einem verheirateten Typen (Kevin Heffernan) aus, der ein „All Lives Matter“-T-Shirt trägt und seine Sonnenbrille mit einem Gummiband an seinem Kopf befestigt. In solchen Momenten deutet sich bereits an, dass hier keine reine Kiffercomedy erzählt wird (auch wenn das den größten Teil einnimmt), sondern auch geringe Dosen Sozialsatire eingestreut werden. Der Abschied von Pornofilmen in HD-Qualität und einem dead end job bei Hertz erfolgt jedenfalls dank des titelgebenden Rauchinstruments, das zwei überfahrene Aliens auf der Straße hinterlassen.

Bezeichnenderweise interessiert es die herbeigerufenen Cops nicht die Bohne, dass dabei Fahrerflucht begangen wurde - sie wollen lediglich eine Bestätigung dafür, dass die beiden Überfahrenen selbst schuld sind an ihrem Tod. Der erste Trip führt Sharee und Jeff in ein Land vor unserer Zeit, wo der Aufenthalt wegen akuter Dinogefahr jedoch nur wenige Sekunden dauert. Weiter geht's danach ans Ende des 17. Jahrhunderts und ausgerechnet nach Salem, wo Sharee sogleich als Hexe identifiziert wird, während sich „Sir Jeff“ über sämtliche weltliche Freuden amüsieren darf.

Es ist die beste Sequenz dieser Auftaktepisode, was nicht nur an der bissigen Sozialsatire liegt, die rund um den Hexenprozess von Sharee eine witzige Szene an die nächste reiht, sondern vor allem auch an dem großartigen Gastauftritt von Neil Casey aus dem ebenso großartigen Other Space. Er schlüpft in die Rolle des örtlichen Glasbläsers, der eine knappe Woche für die Reparatur der Bong veranschlagt. Das krumm zusammengeblasene Ding wird schließlich von Jeff eingesetzt, um Sharee im letzten Moment vor dem Feuertod auf dem Scheiterhaufen zu bewahren.

Allerdings landen sie nicht auf der heimischen Couch, sondern bei den Höhlenmenschen - die fragwürdige Handwerkskunst des Glasbläsers sei Dank. Wäre Time Traveling Bong auf acht bis zehn Episoden angesetzt, wie es im Comedybereich außerhalb der Networks mittlerweile üblich ist, würde ich nach dieser Pilotepisode aussteigen, weil ich das alles schon einmal gesehen habe. Da es aber lediglich drei Episoden sind, werde ich meinem „BC“-Fanboy-Herzen weitere Auftritte von Glazer und Downs gönnen - wenngleich es schade ist, dass Abbi Jacobson fehlt.

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