The Winchesters 1x10

© zenenfoto aus The Winchesters 1x10, (c) The CW
Suspicious Minds
Mit Suspicious Minds wird der rote Faden um die Akrida wieder aufgenommen. Die beiden Haupthandlungen, denen wir folgen, beschäftigen sich ausgiebig mit der Suche nach und der Bekämpfung der Akrida, während nebenbei verschiedene Beziehungen eine Rolle spielen und in die jeweiligen Handlungen eingeflochten werden.
Lata (Nida Khurshid) und Carlos (Jojo Fleites) klappern die verschiedenen, möglichen Aufenthaltsorte der Akrida-Königin ab und nutzen dafür die Aufzeichnungen, die Samuel Campbell (Tom Welling) unserem Team überlassen hat. Als sie ziemlich ratlos alle potenziellen Orte erfolglos abhaken können, hat Lata eine Idee, die die beiden zu Roxy (Bridget Regan) führt. Vielleicht kann Roxy sich an etwas erinnern und bei der Suche nach dem Aufenthaltsort der Königin helfen?
Mary (Meg Donnelly) und John (Drake Rodger) erhalten derweil Besuch von jemandem, der sich als Porter J. Hobbes (Charles Shaughnessy) ausgibt und behauptet, ein ehemaliger Man of Letters zu sein. Mehr noch, Porter wähnt sich als Experte in Sachen Akrida, an denen er vor 15 Jahren bereits herumgeforscht hat und gibt vor, einen Weg zu haben, mit dem sich die drei Stacheln, die die Akrida ihren Opfern verpassen, operabel entfernen und die jeweiligen Personen retten lassen. Er benötigt lediglich ein Testsubjekt für die Prozedur, welches Mary und John in Form von Officer Jones (Jeronimo Spinx) auch abliefern. Aber Porter scheint etwas zu verbergen und als Mary und John erkennen, wen sie vor sich haben, ist es fast zu spät.
Außerdem wohnen wir noch ein paar Szenen bei, die verschiedene Akrida bei einem Treffen zeigen. Haben sie unser Team eingangs noch dafür benutzt, um die Essenzen seltener Monster zu sammeln, sind unsere Jäger nun zu einem Problem geworden, welches eliminiert werden muss. Kyle (Ryan McCartan) meint, er hätte einen Plan und wie der aussieht, erfahren wir im wöchentlichen Cliffhanger. Ein brisantes Detail ist außerdem, dass die Akrida ebenfalls ein Foto von Dean Winchester (Jensen Ackles) besitzen und ihn als denjenigen erkennen, der das Team zusammengeführt hat - womit Dean ebenfalls auf der Abschussliste der Akrida landet.
Mary und John
Bevor der Überraschungsgast im Bunker auftaucht und den frisch installierten Alarm von Millie (Bianca Kajlich) auslöst, kommt die Chance auf ein normales Leben in Marys Reichweite. Denn sie wurde von der Kansas State University akzeptiert und hat dort einen Studienplatz sicher. Ob sie allerdings tatsächlich Zeit für ein Studium finden wird, bleibt mit Blick auf ihr jetziges Jägerleben doch eher fragwürdig. Auch ihre Beziehung mit John könnte zur Belastungsprobe werden, falls sie diesen Weg einschlägt.
Aber vorerst gilt es, den aktuellen Fall der Woche um Porter zu lösen. Diesen finden John und Mary im Bunker vor, nachdem der Alarm ausgelöst wurde. Und die Geschichte, die Porter den beiden erzählt, scheint auch einigermaßen zu passen. Schließlich bestätigt der nette ältere Herr, der unsere beiden Jäger mit einem Tee empfängt, dass die Men of Letters vor 15 Jahren tatsächlich schwer mit den Akrida zu kämpfen hatten und kann ein paar Lücken aus der Vergangenheit füllen. Wenn es allerdings um Porters Motive geht oder auch um seine vergangene Rolle im Bunker, fallen Mary, John und uns ein paar Ungereimtheiten auf. Irgendetwas scheint Porter zu verbergen, weshalb er verdächtig bleibt und wir gespannt auf den Twist warten.
Sollte es ein Monster der Woche geben, dann ist es weniger der Golem (Jeff Chase), mit dem John und Mary es später zu tun bekommen, sondern Jack Wilcox (die echte Identität von Porter), der schließlich als wahnsinniger Wissenschaftler in Erscheinung tritt. Jacks Frau Dorothea (Kaytlin Borgen) wurde vor 15 Jahren ein Opfer der Akrida und liegt seitdem im Koma. Jack, der schon damals gerne auf grausame Art und Weise an Monstern herumexperimentiert hat und deshalb von den Men of Letters ausgeschlossen wurde (der Name Henry Winchester (Gil McKinney) fällt dabei), will Dorothea retten, indem er ihr Bewusstsein in Marys Körper transferiert. Er selbst will Johns Körper besetzen, um anschließend die Jahre mit seiner Frau nachzuholen, die ihm gestohlen wurden und einen Weg zu finden, Rache an den Akrida zu üben.
Nicht gerade die originellste Hintergrundgeschichte, zumal es im Folgenverlauf mehrere Hinweise darauf gibt. Aber immerhin lässt sich nachvollziehen, woher Jacks egoistischer Plan kommt, der von den Jägern ohnehin nicht viel hält (das klingt immer wieder durch) und in diesem Fall John und Mary benutzt, um an die Stacheln von Officer Jones zu gelangen - die Zutat, die er für seine Prozedur benötigt. Die „tragische Liebesgeschichte“ hinter Jacks Motiven hat natürlich einen Haken beziehungsweise zwei in Form von John und Mary. Das ist auch der Unterschied zwischen guten und bösen Figuren. Die guten sind bereit, jedes Opfer füreinander zu bringen, um den anderen zu retten, während die bösen sich Opfer suchen, um sich selbst zu retten, dabei aber nie selbstlos agieren.
Wenn Mary und John kurz darüber diskutieren, ob sie einmal wie Jack werden könnten, ist das schon fast absurd. Schließlich konnten wir erst letzte Woche sehen, wie John sich sein eigenes Leben genommen hat, um den Tag zu retten. Riskant, selbstlos und im Vertrauen darauf, dass das Team ihn zurückholen würde. Würden er oder Mary sich in einer Lage wiederfinden, die der von Jack entspricht, würden sie bestimmt einen anderen Weg finden, um sich zu retten und ohne über Leichen zu gehen.
Lata und Carlos
Lata und Carlos befinden sich auf der Suche nach dem Aufenthaltsort der Königin. Doch die Orte, die Samuel ihnen in seinen Notizen aufgezeigt hat, erweisen sich als Nieten. Carlos ist außerdem mit den Gedanken woanders, denn seine Beziehung mit Anton (Nicholas Duvernay) wird langsam ernst, weshalb er darüber nachdenkt, Schluss zu machen - ein Punkt, den weder Lata noch wir verstehen. Am liebsten würde er Anton sogar ganz vergessen, aber diese Meinung soll sich im Folgenverlauf wieder ändern.
Lata kommt auf die Idee, Roxy aufzusuchen. Wir erinnern uns kurz daran, dass unser Team sie für die Königin hielt und es ist tatsächlich interessant mitanzusehen, was aus Roxy im Anschluss an ihren letzten Auftritt geworden ist. Kein Job, keine Freundin, keine Wohnung mehr. Sie versucht im Alkohol zu ertränken, was ihr passiert ist und die Alpträume zum Schweigen zu bringen, die sie von der Zeit hat, als sie zu den Akrida gehörte. Alpträume, die aus fragmentierten Erinnerungen bestehen und unserem Team helfen könnten, die Königin zu lokalisieren. Da Ada (Demetria McKinney) diese Woche erneut pausiert, ist Lata gefragt, um die Erinnerungen auf magische Art und Weise hervorzuholen. Wie das geht, hat sie von Tony (Tyler Lofton) gelernt, mit dem sie offenbar eine (Fern-)Beziehung pflegt - ein brisantes Detail, welches Carlos und uns nicht entgeht.
Und Roxy kann nach einigen Überredungsversuchen tatsächlich weiterhelfen, womit unser Team endlich eine Spur hat, der es sich nachzugehen lohnt. Ob Deborah (Brandi Nicole Wilson) die Königin ist? Wir konnten sie bereits in Reflections sehen und sie nimmt auch sehr prominent an der Versammlung der Akrida teil, die uns gegen Mitte der Episode beschert wird.
Noch einmal zurück zu Roxy. Mir hat sehr gefallen, dass wir sie nach dem Midseasonfinale noch einmal wiedersehen und zudem noch in einer wichtigen Rolle. Meinetwegen darf sich auch ihr Wunsch (Stichwort: „Sucker Punch“) gerne noch erfüllen. Dass sie ihre schlimmen Erinnerungen behalten möchte, obwohl Lata diese ebenso magisch entfernen könnte, wie sie sie hervorgeholt hat, weiß ebenfalls zu gefallen. Diese Nebenfigur, die wir zu Beginn der Episode am Boden gesehen haben, wächst damit über sich hinaus und schöpft neue Hoffnung. Solche Entwicklungen sind stets gerne gesehen und wenn die dann noch auf Carlos und sein Anton-„Problem“ abfärben, umso besser.
Akrida
Auch wenn (oder falls?) unser Team jetzt durch Carlos und Lata vom Aufenthaltsort der Königin erfahren hat, wird es zunächst wohl kaum zum großen Einsatz kommen. Drei Folgen sind in dieser ersten Staffel noch offen und der Gegner hat sein Jäger-Problem ins Visier genommen. Ganz zu schweigen davon, dass Millie noch keinen Erfolg bei der Reparatur der magischen Box hatte und somit das Wichtigste fehlt, was unser Team für einen Sieg benötigt: Eine Waffe, mit der sich die Königin (und ihr gesamtes Gefolge) besiegen lässt.
Der Cliffhanger zeigt uns derweil, wie Kyles Plan ausgesehen hat. Er will John einen Mord anhängen und wenn ich Millies Gesichtsausdruck richtig deute, könnte Kyle sich sogar in dieser Hinsicht erfolgreich selbst getötet haben. Wie soll John auch der anrückenden Polizei erklären, dass er unschuldig ist? Und jede Wette, dass Betty (Andrea Londo) zu den Einsatzkräften gehört, die bereits auf dem Weg sind. Wenn die Serie in zwei Wochen weitergeht, muss also zunächst John vor der Justiz gerettet werden, was sich durchaus schwierig gestalten könnte.
Die Akrida haben aber auch Dean auf dem Schirm. Dessen Foto(s) kursiert nun schon seit einigen Episoden durch die Serie und lässt mit Spannung auf eine Auflösung warten. Zeitreisen sind nichts Neues in der Supernatural-Welt, aber da wir Sam (Jared Padalecki) nicht sehen, liegt die Vermutung nahe, dass Dean irgendwann einen Alleingang unternommen hat. Vermutlich mit guten Absichten und vielleicht auch mit dem Ziel, die Akrida zu bekämpfen. Aber die Frage danach, ob sein Eingriff uns jetzt eine Parallelwelt mit The Winchesters gibt oder dem etablierten Kanon trotz einiger Veränderungen/Anpassungen folgt, bleibt vorerst bestehen. Fraglos können wir allerdings davon ausgehen, dass Jensen Ackles nicht nur seine Stimme als Sprecher hergeben wird, sondern tatsächlich ein „neuer“ Auftritt als Dean Winchester erfolgen muss, um ein paar Erklärungen abzuliefern.
Fazit
Endlich! Neben den üblichen Charakterentwicklungen, die bislang jede Woche etwas für sich hatten, wird der Kampf gegen die Akrida wieder zum Mittelpunkt. Lata und Carlos können einen gewaltigen Fortschritt erzielen, während sich Mary und John mit einem Wolf im Schafspelz auseinandersetzen, der am Ende „nur“ ein Bösewicht ist. Viel spannender ist allerdings, dass die Akrida unser Team auf dem Schirm haben und wir aus ihrer Sicht zu sehen bekommen, wie die Akrida gegen die Jäger vorgehen. Diese Folge war ein guter Schritt nach vorne, weshalb ich vier von fünf Sternen vergebe. Und Ihr?
The Winchesters 1x11 Serientrailer
Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 12. Februar 2023The Winchesters 1x10 Trailer
(The Winchesters 1x10)
Schauspieler in der Episode The Winchesters 1x10
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