The Winchesters 1x02

The Winchesters 1x02

In der Folge Teach Your Children Well der US-Serie The Winchesters wird unser neues Team auf einen verschwundenen Jungen in Topeka aufmerksam. Es gibt Spannungen zwischen John und Millie, während Carlos und Lata Probleme mit dem Führungsstil von Mary haben.

The Winchesters
The Winchesters
© The CW

Teach Your Children Well

Die zweite Episode The Winchesters ist ein klassischer „Monster der Woche“-Fall. Mary (Meg Donnelly), John (Drake Rodger), Lata (Nida Kurshid) und Carlos (Jojo Fleites) finden zusammen mit Ada (Demetria McKinney) in Savannah, Georgia ein paar Zombies vor. Offenbar war Samuel Campbell (Tom Welling) vor ihnen dort, worauf ein paar signierte Patronenhülsen und ein leeres Archiv hinweisen. Ein Zeitungsartikel wird von Mary als Hinweis auf die nächste Station interpretiert - Topeka, Kansas, wo Barry (Sterlin English) verschwunden ist.

In der dortigen Hippie-Kommune befragen sie Barrys Freundin Maya (Gina Marin), die von einem Monster spricht, welches Barry geholt hat. Dass dieser Fall nichts bis wenig mit Marys Vater oder den Akida zu tun hat, wird schnell deutlich. Vielmehr finden wir uns in der klassischen Supernatural-Welt (allerdings im Jahr 1972) wieder. Mary und John nutzen gefälschte Ausweise mit offensichtlichen Fake-Namen, es gilt, ein Monster zu finden und zu identifizieren und am Ende muss neben den gewöhnlichen Opfern auch ein Teammitglied gerettet werden.

Die Natur des Monsters, welches sich als Opfer junge Menschen nimmt, die sich von ihren Eltern entfremdet haben, spielt in die Beziehung von John und Millie hinein, welche zuvor ein Streitgespräch hatten. Gleichzeitig wird Marys Führungsstil in Frage gestellt, denn sie kommandiert die anderen herum und hört eingangs auch nicht zu, als Latika erste Hinweise findet, die zur Identifizierung des Monsters beitragen. Somit gibt es beziehungstechnisch zwei Fronten, die im Verlauf des Abenteuers geklärt werden müssen, um unsere Figuren wachsen zu lassen - was der Episode auch gelingt.

Mary Campbell

Mary ist in den Fußstapfen ihres Vaters unterwegs und übernimmt die Führung des Teams. Als Anführerin gibt sie die Richtung vor, in die ermittelt wird und bestimmt auch, dass die weitere Reise nach Topeka führt. Dass es aufgrund dessen im Team kriselt, ist offensichtlich. Besonders Carlos hat Probleme damit, von Mary herumkommandiert zu werden, was beinahe schon in Savannah dafür sorgt, dass das Team zerbricht. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Jagd.

Mary muss definitiv noch lernen, wie Teamwork funktioniert. Zwar benötigt jedes Team eine Person, die den weiteren Weg vorgibt und Entscheidungen fällt - die Suche nach Samuel dominiert hier Marys Kommando. Aber ein Team ist eben kein Team, wenn nicht jede Stimme gehört wird und die einzelne Meinung in besagte Entscheidungen einfließt. Insofern sollte Mary stets ein Ohr für die anderen haben und zusammen mit ihnen die verschiedenen Optionen diskutieren, ehe sie den weiteren Weg vorgibt - und zwar gut begründet.

Glücklicherweise erkennt sie während des Abenteuers diesen Fehler und entschuldigt sich dafür. Nur so kann im Anschluss auch das Monster korrekt identifiziert und dessen Schwachstelle gefunden werden und nur so gelingt es Mary, Carlos und Lata, Barry und John zu retten, der mittlerweile in den Fängen des Monsters gelandet ist. Eine notwendige Entwicklung, die nicht nur das Abenteuer erfolgreich ausgehen lässt, sondern unser Team am Ende stärker dastehen lässt als zu Beginn der Folge.

Mutter und Sohn

Millie ist nicht begeistert davon, dass John auf die Jagd geht. Als er nach dem Abenteuer in Savannah blutverschmiert vor ihr steht („Das ist nicht mein Blut.“), macht sie ihm Vorwürfe, weil er sich nicht gemeldet hat. Es kommt zum Streit, woraufhin John der Meinung ist, dass seine Mutter ihm die Jagd nicht zutrauen würde. Und dieser Streit soll John ins kommende Abenteuer begleiten, ihn sogar für die Opferrolle prädestinieren, die er schließlich auch einnimmt.

Sehr gefallen hat mir dabei, dass John und Mary über die Probleme mit ihren Eltern sprechen. Das sind vertrauensvolle Dialoge zwischen besten Freunden. Natürlich haben wir im Hinterkopf, dass aus John und Mary ein Paar werden wird. Aber allzu schnell wird das nicht passieren, denn zunächst muss die Basis gelegt werden und da ist ein vertrauensvoller Umgang miteinander sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Ferner erkennt John, dass er selbst daran zweifelt, ein guter Jäger zu werden und womöglich nicht gewappnet für diesen Werdegang ist. Aber wer ist das schon? Mary hat jahrelange Erfahrungen als Jägerin, während John gerade erst ins kalte Wasser geworfen wurde. Dass er sich dabei gut schlägt, wird ihm von Mary versichert. Und zu Recht, schließlich erkennt er als es soweit ist, dass nicht seine Mutter ihn aufgesucht hat, sondern das Monster. Dummerweise helfen ihm die Kupferrohre dort nicht weiter, was aber bestimmt nicht sein Fehler ist.

Bei Millie sorgt ein Besuch von Ada für eine der besseren Szenen der Episode. Ada kannte Henry und die Men of Letters und kann Millie mit einer kleinen Bemerkung versichern, dass John nicht unbedingt nach dem Vermächtnis des Vaters strebt, sondern ebenfalls mütterliche Züge aufweist, die nur von Millie stammen können. Als i-Tüpfelchen gibt es eine weitere Bemerkung zum Kletterstrauch vorm Haus, denn Jasmin dient dem Schutz. Während John also im Gespräch mit Mary das Verhältnis zu seiner Mutter ergründet, kann Ada Millie ein wenig beruhigen und gibt ihr später sogar die Adresse des Teams in Topeka.

Letzteres lässt Millies Besuch bei John möglich wirken, wenngleich es für uns keine Überraschung ist, wenn Millie sich als das Monster entpuppt, welches jetzt John als nächstes Opfer auserwählt hat. Als kleinen Negativpunkt möchte ich allerdings anführen, dass dieses Monster mit den vorherigen Opfern keinen langen Austausch hatte, sondern stets schnell zuschlug. Außerdem dürfen wir uns fragen, wie bestimmte Entfernungen überbrückt werden, um das jeweilige Opfer ins Nest zu bringen, wo es langsam versterben soll. Womit wir gleich zum nächsten Abschnitt kommen.

Zuvor aber noch kurz zu Mutter und Sohn. Beide beenden den Streit und rücken den Haussegen wieder gerade. Es wird eine Übereinkunft gefunden, die für beide funktioniert, was äußerst wichtig ist. Keine große Überraschung, denn schon Supernatural hat sehr viel Wert auf die Familienverhältnisse gelegt, wie kompliziert sie auch immer wurden. Entsprechend erfreulich ist es, wenn diese Familienverhältnisse auch bei The Winchesters eine Rolle spielen und daran gearbeitet wird.

Monster der Woche

Obwohl ein gewisser Clyde (Michael Regan) als Anführer der Hippie-Kommune direkt verdächtig wirkt, ist mit den Eröffnungsszenen bereits gesichert, dass etwas Übernatürliches sein Unwesen treibt. Clyde als zweites Opfer zu wählen, lässt den erfahrenen Zuschauer schonmal ausschließen, dass er irgendwie das Monster kontrolliert (und dafür füttern muss, was ebenfalls ein Klassiker wäre). Die Idee eines Shapeshifters ist nicht unbedingt abwegig, aber davon haben wir auch mehr als genug bereits gesehen. Diese Monster dürfen gerne auch in den 70ern ihr Unwesen treiben, aber frischer Wind ist das, was man sich beim klassischen Monster der Woche wünscht. Und das sollen wir bekommen.

Wobei, naja, so ganz optimal war Latinda (?) jetzt auch nicht. Einmal, weil sie (?) mehr oder weniger als Einzelgestalt mit Herkunft Kolumbien beschrieben wird und zum Zweiten, weil sie kurioserweise und extrem schnell größere Wege mit ihren Opfern zurücklegen kann, um diese im Nest zu platzieren. Dabei hinterlässt sie eine Spur, der unser Team folgen kann, was mir wiederum zu einfach erschien. Außerdem konnte John sich und Clyde ohne zu große Mühe vom Wurzelwerk befreien.

Andererseits sind „neue“ Monster immer willkommen und dass dieses hier in die Eltern-Sohn-Beziehungen hineinspielt, würde ich ebenfalls als positiv erachten. Ferner war die Art und Weise, wie das Monster ausgeschaltet wird, ein bisschen origineller als sonst. Und mal abgesehen vom Monster kommen alle Opfer diese Woche mit dem Schrecken davon, was ungewöhnlich ist.

Lata, Carlos und Ada

Wie wichtig Lata für das Team ist, wird hier wunderbar herausgestellt. Sie ist vielleicht keine gute Jägerin (als Pazifistin verständlich), aber sehr aufmerksam, wodurch es ihr abermals gelingt, entscheidende Hinweise zu finden und diesen nachzugehen, die schlussendlich dazu führen, dass das Monster der Woche besiegt werden kann. Glücklicherweise hört sie nicht auf Mary, die davon überzeugt ist, dass es sich um einen Gestaltenwandler handelt. Auf mich macht Lata jedenfalls einen guten Eindruck und es stört mich nicht, dass sie in Sachen Action oft außen vor bleibt.

Carlos finde ich nach wie vor amüsant und beschert uns diese Woche in der Tat wieder etwas Humor. Seine Kritik an Mary zeigt aber auch, dass er nicht einfach nur mit dem Rest des Teams mitschwimmt, sondern eigene Vorstellungen davon hat, wohin die Reise gehen soll. Als Jäger schlägt er sich gut, aber was seine Persönlichkeit betrifft, benötigen wir weitere Einblicke und eine adäquate Hintergrundgeschichte, die hoffentlich noch kommt. Ähnliches gilt vielleicht für Lata, aber bei wir wissen wir immerhin, wo ihr Steckenpferd liegt.

Ada soll diese Woche die Box „reparieren“, die in Savannah unverhofft den Dienst verweigert. Stattdessen repariert sie Millie, was mich positiv überrascht hat und lässt sich anschließend auf ein eigenes, persönliches Abenteuer ein, welches durchaus gefährlich gewesen sein dürfte. So schön es auch ist, dass Ada einen neuen Anhaltspunkt für die weitere Reise des Teams findet, sollte sie sich nicht leichtfertig mit Dämonenmagie beschäftigen. Ein gewisser Kevin weiß sicher, wovon ich rede. An Marys Stelle hätte ich aber sicher eine Augenbraue gehoben und mal nachgefragt, weshalb Ada sich ohne Netz und Boden darauf einlässt, ihrem letzten, unfreiwilligen Körpergast nachzugehen. Unterm Strich gefällt mir Ada (gerade wegen den Szenen mit Millie), aber ich würde sie nach dieser Folge als risikobehaftet einstufen.

Samuel Campbell

Noch haben wir von Samuel Campbell wenig bis nichts gesehen und ich wäre der Meinung, dass er dieses Abenteuer in Marys Hände gelegt hat, um sie davon abzuhalten, ihm weiter zu folgen. Dafür spricht vieles, denn schließlich hat er sie auch nicht eingeweiht, als er sich davon gemacht hat, um seinem aktuellen Abenteuer zu folgen. Aber vielleicht hat er vorhergesehen, dass seine Tochter ihm folgen würde und deshalb eine falsche Fährte gelegt - nur für den Fall, dass sie doch aufschließt.

Dagegen spricht natürlich, was wir in den letzten Szenen der Episode sehen. Eine vermummte Gestalt mit einigen Kreaturen, die ihr folgen, sucht das Nest auf und fängt offenbar die Essenz ein, die das Monster hinterlassen hat. Kurios. Und ich habe keine Ahnung, was ich daraus ableiten soll. Vielleicht die erste Visualisierung der Akida und somit mit dem Verschwinden von Samuel Campbell verbunden. Vielleicht aber auch nicht. Abwarten.

Fazit

Wie sich bereits anhand des Artikels erkennen lässt, bleibe ich weiter am Ball. The Winchesters macht als Serie weiterhin einen guten Eindruck und füllt das Loch, welches das Finale von Supernatural hinterlassen hat bis dato ganz gut. Die Geschichte ist ähnlich ausgelegt und Folge zwei beschert uns nun ein Monster der Woche, welches wir zuvor noch nicht gesehen haben. Nicht alles passt zusammen, aber charaktertechnisch gibt es überall Fortschritte zu verzeichnen, die Lust auf mehr machen. Von meiner Seite gibt es diese Woche dreieinhalb von fünf Sternen. Und von Euch?

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 22. Oktober 2022
Episode
Staffel 1, Episode 2
(The Winchesters 1x02)
Deutscher Titel der Episode
Fußstapfen
Titel der Episode im Original
Teach Your Children Well
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 18. Oktober 2022 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 17. November 2023
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Freitag, 17. November 2023
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 17. November 2023
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 17. November 2023
Autoren
Eric Kripke, Robbie Thompson, David H. Goodman
Regisseur
John F. Showalter

Schauspieler in der Episode The Winchesters 1x02

Darsteller
Rolle
Meg Donnelly
Drake Rodger
Nida Khurshid
Jojo Fleites
Demetria McKinney
Bianca Kajlich

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