The Widow 1x01

© zenenfoto aus „The Widow“ (c) Amazon Prime Video
Wenn es um rätselhafte Ereignisse geht, die aufgrund Korruption, Krieg und Armut unmöglich zu entwirren sind, gilt die Demokratische Republik Kongo wohl als beste Anlaufstelle, um die Szenerie einer emotionalen und hoffnungsgeladenen Geschichte zu bilden. Das dachten sich auch die Produzenten der neuen Dramaserie The Widow, die ab sofort beim Streamingdienst Amazon Prime Video zu finden ist.
Die Erzählung einer jungen Witwe, die sich auf die aussichtslos erscheinende Suche in den Kongo nach ihrem tot geglaubten Ehemann macht, bietet enormes Potential für einen von Hoffnung und Spannung erfüllten Verlauf der Serie. Auch wenn der Zuschauer sich anfangs durch ein komplexes Netz an Handlungssträngen und Charakteren kämpfen muss, wird er letzten Endes für seine Aufmerksamkeit belohnt. Ich persönlich möchte jetzt auf jeden Fall wissen, was hinter den mysteriösen Ereignissen steckt und ob die Witwe ihren Ehemann am Ende doch noch wiederfinden kann...
Kongo, Wales, Rotterdam
Drei Jahre sind vergangen, seitdem Will (Matthew Le Nevez), Georgias (Kate Beckinsale) Ehemann, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist. Sie selbst führt seit jeher ein eher einsames Leben, begleitet von Stille und der unendlichen Weite inmitten der Hügel von Wales. Ihre Antriebslosigkeit verschwindet schlagartig in dem Moment, in dem sie in den Nachrichten eine bekannte Gestalt erkennt. Könnte es sich bei dem Mann mit der orangenen Kappe gegen jegliche Wahrscheinlichkeit hin um ihren Mann handeln?
Durch gelegentliche Rückblenden erfahren wir, dass die beiden eine liebevolle Beziehung geführt haben und Will, bevor er arbeitsbedingt in den Kongo gereist war, ihr einen neuen Ehering im Handschuhfach des Autos hinterlassen hatte. Ohne große Gesten berührt die Vertrautheit zwischen ihnen den Zuschauer und lässt ihre Geschichte nur noch tragischer erscheinen.
Zwischenzeitlich präsentieren sich dem Zuschauer zwei weitere Handlungsstränge. Dabei handelt es sich einerseits um zwei Kinder, die im Urwald des Kongo einer größeren Gruppe von Soldaten angehören und bewaffnet helfen, weitere Kinder einer Schule zu rekrutieren. Andererseits erhalten wir Einblick in das Leben von Ariel (Ólafur Darri Ólafsson), der in Rotterdam an einer klinischen Studie teilnehmen möchte, um sein Augenlicht zurückzuerlangen und unterdessen auf die ebenfalls blinde Beatrix (Louise Brealey) trifft. Wie die Akteure zusammenhängen? Die Frage lässt einen wohl erst mal am Ball bleiben.

Go home
Genau wie bereits in der Vergangenheit reist Georgia in den Kongo. Vor drei Jahren traf sie auf viele weitere schockierte Angehörige: unter ihnen ein Mann, der seinen Bruder verloren hat und Emmanuel (Jacky Ido), dessen Frau im verunglückten Flieger saß. Ebenjener nimmt sie bei ihrer zweiten Reise in Empfang und bringt sie zu Wills ehemaliger Kollegin Judith (Alex Kingston, bekannt aus Emergency Room). Diese ist so gar nicht von Georgias These überzeugt, verschweigt jedoch gleichzeitig, dass Will durchaus einen Grund hatte, spurlos zu verschwinden.
Mithilfe Emmanuel stößt Georgia auf eine Spur, die nicht nur auf Wills Überleben hindeutet, sondern auch auf jemanden, der über seinen Verbleib Bescheid wissen könnte: Es geht um den Mann, der damals vorgab, seinen Bruder verloren zu haben, obwohl dessen Name nie in den Papieren auftauchte... Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei um Mr. Tequila alias Pieter Bello (Bart Fouche). Uns erschließt sich so langsam der Zusammenhang der verschiedenen Handlungsstränge, als dieser bei der Gruppe Soldaten, die auch Kinder zur Waffe greifen lässt, erscheint und sie für ihre Dienste auszahlt...
Auch die Verknüpfung zu Ariel in Rotterdam wird hergestellt, als dieser erzählt, wie er der einzige Überlebende bei dem Flugzeugabsturz war, dabei jedoch seine Fähigkeit zu sehen verloren hat. Ihr merkt: An Komplexität wurde hier nicht gespart, doch der Spannungsbogen neigt sich noch lange nicht dem Ende zu... Georgia wird ein Leihwagen zugeschickt, der exakt dem Auto gleicht, in dem sie Will damals zum Flughafen gebracht und zum letzten Mal gesehen hatte. Perplex steigt sie in den Wagen, öffnet das Handschuhfach und findet eine versteckte Nachricht: „GO HOME.“

Fazit
Damit endet die Pilotepisode The Widow von The Widow und rundet das Gesamtpaket einer packenden und verheißungsvollen Folge ab, die wahrscheinlich den einen oder anderen (mich eingeschlossen) die Serie in einem Rutsch durchschauen lassen wird. Dabei stimmen neben der Story und der überzeugenden schauspielerischen Leistungen auch die grandiosen Aufnahmen des Urwaldes und der walisischen Landschaft.
Der Trailer zur ersten Episode, Pilot (1x01), der neuen Serie The Widow:
Verfasser: Greta Kaiser am Freitag, 1. März 2019The Widow 1x01 Trailer
(The Widow 1x01)
Schauspieler in der Episode The Widow 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?