The Vampire Diaries 5x10

Die Episode Fifty Shades of Grayson punktet wieder einmal mit Katherine (Nina Dobrev). Ihrem furchtbar amüsanten Kampf gegen den Alterstod, ihre wiederentdeckte Verbindung zu Stefan (Paul Wesley) und wie sie es dabei trotzdem schafft, eine rücksichtslose Egoistin zu bleiben. Doch auch die Story um das Versuchslabor hat Sehenswertes zu bieten.
Die Blutsbrüder und die Wildcard
Das Schönste an der Story um Dr. Maxfield (Rick Cosnett) ist, dass er den Salvatore-Brüdern Gelegenheit gibt, endlich mal wieder zu zweit loszuziehen. Stefan ist ein bisschen mehr „bad ass“, Damon (Ian Somerhalder) ist jetzt der, der seine Freundin retten will, doch die Dynamik der beiden funktioniert nach wie vor bestens. Ganz nebenbei erwecken sie mit ihrem Erpressungsversuch auch endlich Aaron (Shaun Sipos) zum Leben. Bisher war er weniger Charakter und mehr seltsames Anhängsel des Gegners Wes. Seit der letzten Episode hat Aaron einen unglaublichen Prozess durchgemacht, bis vor kurzer Zeit wusste er nichts von Vampiren, dem Versuchslabor, der echten Todesursache aller seiner Verwandten und seiner Freunde. Da darf man schon mal ein bisschen verwirrt sein.
Der Angriff von Damon und Stefan hat einen weiteren interessanten Nebeneffekt: Er treibt Aaron von Wes weg, da ersterer sich von letzterem verkauft fühlt. Seine Abschiedsrede erweckt zusätzlich den Eindruck, dass Aaron sich auch aus eigener Überlegung heraus gegen die Vampirversuche wendet, was eine Vielzahl von Allianzen möglich erscheinen lässt. Falls Aaron in den Genuss einer echten Storyline kommt, denn im Moment erinnert er stark an April (Grace Phipps), die ebenfalls oft kurz davor stand, endlich eine wichtige Rolle in der Geschichte zu übernehmen und deren Figur dann einfach in der Nichtigkeit untertauchte.
Aaron ist, wie April einst, der Nachwuchs von zentralen, aber toten Figuren, er ist ein Neuling in der Welt des Übernatürlichen. Als wir ihn kennengelernt haben, erschien er schon fast ein bisschen apathisch. Doch nun hat er sich zu einer Entscheidung durchgerungen, er hat sich von Wes losgesagt. Vielleicht macht er sich nun auf die Suche nach einem anderen Team. Vielleicht sehen wir ihn aber auch kaum mehr wieder.
Das Fiesling-Vakuum
Ein Problem bleibt auch in der Episode Fifty Shades of Grayson bestehen: Es ist kein vernünftiger Gegenspieler in Sicht. Der beste Anwärter Wes bleibt zu blass für den Umstand, dass die Serie The Vampire Diaries ihre besten Geschichten stets um die Gegner herumgebaut hat. Wes ist Teil einer Geheimgesellschaft, die Versuche an Vampiren durchführt. Doch wir sehen in ihm bisher nur den Einzelgänger, den Wissenschaftler, der eine Art Befriedigung darin findet, andere zu quälen. Nichts davon ist er so ganz, alles bleibt etwas verschwommen. Ist er nun eher die Art wahnsinniger Professor, dem es besondere und unerklärliche Freude bereitet, die Tochter seines ehemaligen Mentors zu foltern und sich mit ihr dabei über ihren Vater zu unterhalten? Oder ist er Teil einer größeren Gesellschaft, die es sich zum Ziel gemacht hat, Vampire gegeneinander auszuspielen und/oder einen medizinischen Nutzen für Menschen aus den übernatürlichen Wesen zu ziehen? Er könnte natürlich auch beides sein, doch im Moment fühlt es sich eher so an als wenn er so richtig nichts von allem ist.
Als echter Gegenspieler taugt er bisher nicht so richtig. Das muss wohl auch Stefan so sehen, sonst würde er Wes ja nicht einfach so liegen lassen als er Elena (Nina Dobrev) rettet. Niemand hätte wohl einen bewusstlosen Silas (Paul Wesley) einfach irgendwo herumliegen lassen ohne nicht mindestens versuchen, ihn festzuhalten oder gar zu töten. Diese Entscheidung wird sich wohl noch rächen.
Zurück auf Anfang
Damon und Elena mit der Story um den Augustine-Vampir zu verknüpfen ist eine gute Idee. Doch nur für einen der beiden ist der Übergang fließend. Elenas Verbindung zur Geheimgesellschaft über ihren Vater wurde bereits am Beginn der Staffel eingeführt, als Caroline (Candice Accola) und sie ein Foto ihres Vaters in Megans Handy gefunden haben. In diesem Fall fügt sich alles wunderbar zusammen. Anders sieht es auf Damons Seite aus, jede Offenbarung über seine Augustine-Vergangenheit fühlt sich immer noch aus der Luft gegriffen an. Der Moment, in dem Damon erkennt, dass Enzo (Michael Malarkey) nicht im Feuer gestorben ist, hat nur wenig mit den großen Offenbarungen aus der The Vampire Diaries-Vergangenheit zu tun. Die Autoren hecheln geradezu ein bisschen durch die Story. Und wofür das Ganze? Im Moment sieht es so aus als wenn der Grund dafür zurück ins Liebesdreieck führt. Während Damon sich durch die Erinnerung an Enzo wieder mit alten Dämonen herumschlägt, greift Stefan heldenhaft ein und rettet Elena.
Damon nutzt die Episode Fifty Shades of Grayson, um Elena zu verlassen, warum nur? Es ist nicht das erste Mal, dass er sich zu minderwertig für Elenas Liebe fühlt, aber wir haben doch schon so viele romantische Ansprachen von Elena gehört und Damon hat so viele Fortschritte gemacht, dass man dieses Problem als abgehakt betrachten durfte. Wieso holen die The Vampire Diaries-Autoren die ganze Angelegenheit wieder hervor ohne es um einen neuen Aspekt zu erweitern?
Dieser Rückschritt tut nicht nur Damon nicht gut, auch für Elenas Figur könnte er negative Folgen haben. Sie hat hart daran gearbeitet, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, auf eigenen Beinen zu stehen. Sie hat Damon schon vor längerer Zeit gesagt, dass sie sich für ihn entschieden hat, dass sie ihn liebt, obwohl er all diese Dinge getan hat. Und trotzdem ist es jetzt wieder Damon, der das tut, was für Elena am besten ist. Auf diesem Weg waren wir auch schon mehrfach unterwegs, es hat der Figur nie gut getan.
Das neue Paar
Stefan rettet Elena, aber es gibt einen guten Grund, aus dem seine Rückkehr ins Liebesdreieck noch aufgeschoben werden sollte: Er funktioniert einfach so wunderbar zusammen mit Katherine. Abseits vom Doppelgänger-Fluch und der Tatsache, dass die beiden schon damals ein Paar waren, ist es auch einfach interessant, dass die beiden Gutmenschen Elena und Stefan sich nach der gescheiterten Beziehung den „bösen“ Gegenparts angenähert haben.
Ihr Kampf gegen den drohenden Alterstod, ihre Art, ihrer Tochter Nadja (Olga Fonda) gegenüber weiterhin als riesige Egoistin aufzutreten, Katherine ist auch ohne Stefan immer wieder erlebenswert. Das Ende jedoch gibt Rätsel auf, soll das ein Cliffhanger sein, der uns im Unklaren über Katherines Leben oder Sterben lässt? Das ist gerade deswegen enttäuschend, weil Katherines möglicher Tod schon der letzte Cliffhanger war als Silas ihr Blut samt Heilmittel ausgesaugt hat.
Fazit
Ist es schon eine Krise, ist es eine Findungsphase oder ist es einfach ein schwacher Plot um die Geheimgesellschaft? Die Serie The Vampire Diaries hatte schon stärkere Zeiten. Es sind kleine Dinge, aber auch das generelle Gefühl, dass die Story nirgendwo mehr hinführt, wo wir nicht schon gewesen sind. Einer der wenigen Lichtblicke ist immer noch Katherine.
Schade ist auch, dass Caroline mittlerweile fast gar keine Rolle mehr für die Story spielt und wenn sie auftaucht, ganze Entwicklungsstufen vergisst und sich wieder so neurotisch wie ganz zu Anfang der Serie verhält. Und wieso wurde Bonnie (Kat Graham) mit so großem Aufwand gerettet, mit einer neuen Story belegt (den Schmerzen, die sie als Anker zur anderen Seite hat), nur um dann episodenlang nicht mehr aufzutauchen? Jeremy (Steven R. McQueen) wird ebenfalls schon länger vermisst, was schade ist, weil es ja auch um seine Familiengeschichte geht.
Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 13. Dezember 2013The Vampire Diaries 5x10 Trailer
(The Vampire Diaries 5x10)
Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 5x10
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?