The Vampire Diaries 5x02

Die Episode True Lies hat einige interessante Seiten, aber auch ein paar fade Szenen. Die Gegner lauern an allen Ecken, und auch die Lügen, die sich Damon (Ian Somerhalder), Bonnie (Kat Graham) und co. untereinander erzählen helfen nicht weiter. Richtig erfolgreich sind in dieser The Vampire Diaries-Episode nur zwei ehemalige Randgestalten.
Endlosschleife
Seit sie ihre Menschlichkeit zurückbekommen hat, ist die Figur Elena (Nina Dobrev) viel besser in die Story involviert und hat eine ganze Menge neuer Facetten von sich gezeigt. In der Episode True Lies kämpft sie dennoch überraschend mit alten Problemen. Sie wird aus Sorge von Damon angerufen, lässt sich ein Stück weit zurück in Stefans Bann schlagen, erkennt einerseits zwar nicht, dass es sich eigentlich um Silas handelt, unterhält andererseits dennoch eine mysteriöse Verbindung zu Stefans Gefühlen. In Sachen Liebesdreieck bietet diese The Vampire Diaries-Episode zwei, nur schlecht in die Story eingebaute Liebesszenen, die wohl symptomatisch für die zwei Beziehungen stehen. Es gibt heißen Beinah-Sex mit Damon, der irgendwie mit dem Hass in Verbindung steht, den Silas in Elenas Kopf gepflanzt hat. Und es gibt eine romantische Knutschszene am See, die in diesem Fall in Stefans Kopf stattfindet. Auch wenn sie ihrem aktuellen Freund am Ende der Episode versichert, dass sie ihn auch noch lieben wird, wenn sie Stefan (Paul Wesley) finden, wir wissen ja: Elena sind nur wenige Voraussagen über ihre Gefühlswelt zuzutrauen. Vielmehr fühlt sich diese Episode eher wie die Einleitung der Rückkehr des Liebesdreiecks an. Das ist nicht einmal die schlechteste Idee, denn Damon und Elena haben im Vergleich zu früher in der fünften Staffel einiges an Chemie eingebüßt.
Unabhängig von ihren romantischen Verwicklungen ist es auch wieder einmal ärgerlich, dass Elena sich ganz plötzlich wieder wie ein Spielball behandelt lässt und dabei nach wie vor die Attitüde an den Tag legt, am besten eigenhändig alle Probleme lösen zu können.
Ein bisschen enttäuschend ist auch der Umgang der Autoren mit der Figur Caroline (Candice Accola). In der letzten Zeit hatte Caroline die Fäden in der Hand, sie hat sich in die erste Reihe der Fanlieblinge gespielt, besonders dadurch, dass sie mehr geworden ist als die beste Freundin der weinerlichen Hauptfigur. Sie hat Stefan geholfen, ihr eigenes Liebesdrama mit Tyler (Michael Trevino) und Klaus (Joseph Morgan) entwickelt und immer wieder bewiesen, dass sie eine gute Krisenmanagerin ist. College tut ihr nicht gut. Sie wird wieder zickig und naiv. Am ärgerlichsten daran könnte ihr Flirt mit Jesse (Kendrick Sampson) werden.
So richtig vertrauenswürdig erscheint er bisher nicht: Wie durch Zauberhand ist er immer da, wo Caroline und Elena sind und schließlich holt er auch noch eine sensible Geschichte darüber zum Vorschein, dass er von seiner Ex-Freundin betrogen worden ist. Alles an ihm schreit: Geheime Pläne, schlechte Verbündete, große Wende. Das führt uns zurück in die The Vampire Diaries-Anfangstage, in denen Caroline die erste war, die Damon, dem frisch eingetroffenen Bösewicht verfallen ist. Die Figur hat lange gebraucht, darüber hinwegzukommen, hoffentlich schicken die Autoren sie kein zweites Mal durch eine so große Enttäuschung. Denn als Kämpferin ist sie auf Dauer wesentlich unterhaltsamer denn als verletzte Zicke.
Man kann nur hoffen, dass Elena Recht behält und Caroline die Stellung am College hält, indem sie weiter in dem Mord an Megan ermittelt und sich nicht einfach von den falschen Leuten ausspielen lässt.
Die neuen Bösen
Silas begleitet die Mystic-Falls-Clique nun schon eine ganze Weile. Doch für einen richtigen Bösewicht fehlt ihm das Feuer. Er ist einerseits zu übermächtig und macht andererseits oft nicht genug aus seinen Möglichkeiten. Auch wenn er sich seit der vierten Staffel schon gesteigert hat, wissen das wohl auch die Autoren. Und stellen ihm weitere mysteriöse Mitstreiter an die Seite. In der Episode kommt Nadja (Olga Fonda) dazu, die Silas gemeinsam mit ihrem Traveller-Kumpanen eigentlich gejagt hat. Welche Agenda sie nun hat, weiß bisher nur Stefan. Wir erfahren also auch in der zweiten Episode so gut wie nichts über die beiden. Außer dass Nadja ohne mit der Wimper zu zucken, ihren Mitstreiter tötet. Doch dieser Schockmoment verpufft im Nichts, immerhin wissen wir weder über ihn noch über sie nur das Geringste, das unser Interesse an dem Mord wecken könnte. Nun sind Silas und Nadja also ein Team.
Interessant könnt auch Dr. Wesley Maxfield (Rick Cosnett) werden. Bisher hat er sich mehr als verdächtig gemacht. Er scheint seine Finger beim Mord an Megan im Spiel zu haben und präsentiert sich selbst (wobei er von Jesse unterstützt wird) als despotisches Genie. Er hat etwas zu sagen, über den Mord, über die Umstände auf dem Campus, über Elenas Vater. Doch die schlägt dieses verlockende Angebot aus weil sie die Lage in Mystic Falls retten muss. Und das kann, wie wir wissen, oder sie zumindest glaubt, ja immer nur Elena. Dr. Maxfield erinnert nicht wenig an Shanes Auftauchen in der letzten Staffel. Nur, dass er eine noch seltsamere Lehrerfigur ist weil sein Alter, oder zumindest sein Aussehen ihn sogar zu einem potentiellen love interest machen.
Die eigentlichen Helden
Dabei sind die einzigen, die in der Episode True Lies erfolgreich in ihrer Mission sind, Matt (Zach Roerig) und Jeremy (Steven R. McQueen). Einst waren sie nicht mehr als Nebenfiguren, die von Zeit zu Zeit in den Vordergrund traten. In dieser The Vampire Diaries-Episode werten die beiden enorm aufgewertet. Sie bekommen ihren eigenen Plot, den sie nur mit Katherine teilen müssen. Und während Elena und Caroline keine Fortschritte in den Mordermittlungen machen und Damon Stefan immer noch verloren hat, beschützen Matt und Jeremy Katherine erfolgreich vor Silas. Zumindest bis zu dem Punkt, an dem Katherine schließlich die beiden beschützt.
Sie geben gute Ratschläge, Jeremy erklärt Katherine, weshalb alle sie wie eine Sache behandeln und nicht wie eine Person, zeitgleich tröstet der tote Matt Bonnie auf der anderen Seite und macht ihr klar, dass sie und Jeremy nicht weiter über ihren Zustand lügen können, dass sie sich mit ihrem Tod auseinandersetzen muss um den Tod ihres Vaters zu verarbeiten.
Derjenige, der sich in der Episode True Lies gerne als Held in Szene setzen würde, ist Damon. Er versucht die Kontrolle über die Situation zurückzugewinnen, und wenn es nur aus dem Grund ist, Elena nicht enttäuschen zu wollen. Mit ihm entwickeln die Autoren eine Art Selbstironie indem sie ihm in den Mund legen, dass Elena ja nun mit ihm einen Serienkiller datet. Auch Katherine darf sich ein bisschen über die immer wiederkehrende Taktik der The Vampire Diaries-Macher lustig zu machen, in jeder Staffel eine Sache zu werfen, die alle haben wollen, wie einst den Moonstone und nun Katherine. Hin und wieder hat TVD sehr wohl amüsante Momente, doch die tapsigen Versuche, selbstironisch zu wirken, stehen der Serie nicht besonders gut. Dafür geht es zu sehr um Leben und Tod, um übernatürliche Kräfte und vor allem um melodramatische Wendungen, dafür ist die Story immer viel zu ernst und wird von allen auch so genommen.
Fazit
Die Episode True Lies ist für The Vampire Diaries-Verhältnisse Durchschnitt. Einiges plätschert vor sich hin, anderes nimmt eine interessante Wendung. Doch das Beste an der Episode ist das Ende, die Dinge, die eine spannende Zukunft versprechen, wie Stefans Flucht und Nadjas Pläne. Die Gegenwart der Episode ist weniger interessant.
Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 11. Oktober 2013(The Vampire Diaries 5x02)
Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 5x02
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