The Terminal List 1x01

© he Terminal List (c) Prime Video
Lieutenant Commander James Reece (Chris Pratt, „Guardians of the Galaxy“, „Jurassic World“) und sein Platoon sollen eine geheime Anlage in Syrien sichern, die von einem gesuchten Kriegsverbrecher angelegt wurde. Dort jedoch laufen die Soldaten ins offene Messer: Besagte Anlage ist voller Sprengfallen, ferner werden die Seals von überraschend auftauchenden feindlichen Truppen angegriffen. Lediglich Reece und sein Kamerad Boozer Vickers (Jared Shaw, „The Tomorror War“) überleben das Massaker und werden schließlich aus der Gefechtszone ausgeflogen.
Kurz vor dem Heimflug erhält Reece Besuch von der investigativen Journalistin Katie Buranek (Constance Wu, „Crazy Rich“), die über Ungereimtheiten in der US-Army schreibt, von Reece jedoch abgewimmelt wird. Allerdings sind es genau solche schweren Ungereimtheiten, die Reece nach seiner Rückkehr in die Staaten zu seiner Frau Lauren (Riley Keough, The Girlfriend Experience) und seiner kleinen Tochter Lucy (Arlo Mertz, „Wildling“) erwarten: Zunächst wird Reeces gefallener Platoon-Kamerad Donny Mitchell (Patrick Arnold Schwarzenegger, „Moxie“, der Sohn eines berühmten Vaters) beschuldigt, den Tod der anderen Soldaten durch einen Ausraster verursacht zu haben, was Reece entschieden bestreitet.
Als nächstes wird er in die Wohnung von Boozer gerufen, der sich mittels seiner Pistole suizidiert hat - angeblich zwei volle Tage, bevor er zusammen mit Reece in die Staaten zurückkehrte. Man versucht Reece einzureden, unter Gedächtnisstörungen infolge seiner Gehirnerschütterung zu leiden, einzig Reeces Freund Ben (Taylor Kitsch, Friday Night Lights), ebenfalls ein ehemaliger Navy Seal, glaubt ihm. Auf dem Ehrenbegräbnis der toten Soldaten bietet Ministerin Hartley (Jeanne Tripplehorn, The Gilded Age) Reece eine hohe Auszeichnung an.
Anschließend trifft er erneut auf Journalistin Buranek, die ihn bis nach Hause verfolgt und ein weiteres Mal dazu bringen will, ihm Informationen zu verschaffen, was Reece erneut ablehnt. Als er sich wegen seiner angeblichen Hirnschädigung in einem Krankenhaus untersuchen lässt, wird er dort von mörderischen Maskenträgern angegriffen.
Verschwörung

Nach einem actionreichen, allerdings auch hochemotionalen und tragischen Einstieg in die Pilotfolge und somit die Handlung der neuen Serie wird recht schnell klar, was deren eigentliches Thema in dieser und den noch nachfolgenden sieben Episoden sein wird: Es geht um eine mörderische Verschwörung innerhalb der US-Armee, genaugenommen der Marine, die in ähnlicher Weise bis in höhere Kreise zu führen verspricht wie etwa in den zahlreichen Romanen des verstorbenen Autors Tom Clancy („Jagd auf Roter Oktober“) der Fall. Allerdings stammt die Vorlage zu The Terminal List nicht von Clancy, sondern seinem Schriftstellerkollegen Jack Carr, der den gleichnamigen Roman bereits 2018 herausbrachte und als ehemaliger Navy Seal sehr gut weiß, worüber er schreibt.
Verschwörungen liegen per se natürlich voll auf der Höhe der momentanen Zeit, und das leider nicht nur in TV-Serien und Kinofilmen, sondern auch in einem hohen Maß in der guten alten Wirklichkeit. Ergo trifft man mit der neuen Serie auch ziemlich genau den gegenwärtigen Publikumsgeschmack, und insbesondere auf den Action-erfahrenen Hauptdarsteller Chris Pratt (gegenwärtig noch im dritten Film der Reihe „Jurassic World“ erfolgreich in den Kinos zu sehen sowie demnächst in „Thor: Love and Thunder“ aus dem Marvel Cinematic Universe in einem Gastauftritt als Star-Lord) wirkt die Story wie zugeschnitten.
Dunkle Geheimnisse und jede Menge Action

Als Showrunner der Serie, in der neben der bereits genannten Verschwörung auch weiterhin die Action nicht zu kurz kommen dürfte, fungiert der Autor David DiGiglio, der unter anderem an der für 2025 angekündigten Disney-Produktion „Tron 3“ mitarbeiten wird. DiGiglio fungiert auch als einer der ausführenden Produzenten des Films und wird dabei von Hauptdarsteller Pratt sowie Antoine Fuqua (Regisseur des Erfolgs-Thrillers „The Equalizer“ und seiner Fortsetzung) unterstützt, während die Serie gemeinsam von Amazon Studios (auf deren Streamingdienst Amazon Prime Video sie auch zu sehen ist), Civic Center Media, Fuqua Films, Invisible Productions und MRC Television realisiert wurde.
Rambos Erbe?
Allzu viel Tiefsinn darf man als Action-affiner Zuschauer nun nicht von The Terminal List erwarten, deren Helden wider Willen gegen Ende weitere tragische Vorfälle (die wir an dieser Stelle nicht spoilern wollen) dazu zwingen, zu einer Art neuem Rambo zu werden. Dennoch dürfte die Geschichte durchaus komplexer werden als die Abenteuer des legendären ewigen Soldaten. Doch letztendlich steht die durchaus spannungsversprechende Unterhaltung im Vordergrund der Geschehnisse, die zudem eine eher harte Gangart einschlägt, wie bereits im Pilotfilm zu sehen ist. Ebenso versteht sich von selbst, dass dergleichen immer ein zweischneidiges Schwert darstellt und sich zwangsläufig die Frage auftut, ob wir in unsicheren Zeiten wie der gegenwärtigen wirklich so dringend eine weitere brutale Actionserie über Verschwörungen gebraucht haben; eine Frage, die jeder Zuschauer nur für sich selbst beantworten kann.
Produktionstechnisch besehen ein starker Einstand

Dennoch ist die Pilotfolge routiniert inszeniert (übrigens vom bereits genannten Antoine Fuqua) und eigentlich schon von den ersten Minuten an spannend, was man bekanntlich bei Weitem nicht von jedem neuen Serienpiloten behaupten kann. Darum sei kurz gefasst gesagt: Wer mit dergleichen nichts anfangen kann, wird seine Meinung durch „The Terminal List“ auch nicht ändern. Wer sich jedoch für die Missionen eines Jack Ryan begeistern konnte, der wird auch hier nicht enttäuscht werden. Vier von fünf Sternen auf der Flagge!
The Terminal List: Offizieller Trailer
Hier abschließend noch der Trailer zur Serie „The Terminal List“:
Verfasser: Thorsten Walch am Freitag, 1. Juli 2022The Terminal List 1x01 Trailer
(The Terminal List 1x01)
Schauspieler in der Episode The Terminal List 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?