The Terminal List: Dark Wolf 1x01

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Das passiert in der Serie „The Terminal List: Dark Wolf
Irak, im Jahr 2015: Der IS beherrscht in The Terminal List: Dark Wolf große Teile des Landes. US-amerikanische Spezialeinheiten bilden zur Unterstützung zahlreiche IFC-Soldaten aus und versuchen das Land so fit für den Krieg gegen die Terrororganisation zu machen. Der Navy Seal James Reece (Chris Pratt) und sein Team sind auf einer Basis mitten im Nirgendwo stationiert und unterstützen die einheimischen Soldaten bei ihren Einsätzen.
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Eines Tages wird der Trupp zu einem Gefangenaustausch entsendet, der schiefgeht. Ein wichtiger Funktionär des IS kommt dabei frei und zahlreiche Zivilisten und Soldaten sterben. Einige Monate später erfährt James, dass dieser sich in Mossul aufhält und von der CIA geschützt wird. Entgegen ausdrücklichen Befehlen stürmen er und seine Männer das Gebäude und Edwards tut etwas, das ihn in große Schwierigkeiten bringt...
Nicht „The Terminal List“
Wer mit „The Terminal List: Dark Wolf“ eine Art Fortsetzung des Serienhighlights The Terminal List mit ähnlicher Prämisse und Handlung erwartet, wird möglicherweise beim Anschauen der ersten Folge zunächst einmal stutzen. Statt einer handfesten Action-Thrillerserie um Treue, Verrat und Rache erleben wir in der ersten Staffel der Serie die Vorgeschichte von James Reece und Ben Edwards, die 2015 im Irak als Seals stationiert sind und dort ein ums andere Mal in gefährliche Kampfhandlungen geraten.
Das ist nun nicht negativ oder gar abwertend gemeint, ganz im Gegenteil sogar, denn schon in den ersten Minuten wird deutlich, wie hochwertig, dicht und düster die Serie produziert ist. Die Geschichte beginnt mit einem Gefangenenaustausch auf einer Brücke, der in einem Blutbad endet. US-amerikanische und irakische IFC-Soldaten beharken sich aufs Brutalste mit Kämpfern des IS, nachdem die Gotteskrieger einige Gefangene rücksichtslos mit Sprengsätzen versehen haben, um die feindlichen Truppen in die Luft zu jagen.
Zum Leidwesen der Opfer, aber zum Glück für die Soldaten, fliegt der Anschlagsversuch jedoch auf. Was wir nun erleben, ist eine Brückenschlacht vom Feinsten, hervorragend inszeniert, rasant getimt und höchst professionell choreografiert. Man merkt sofort, dass die Serienerfinder Jack Carr (der auch die Romanvorlage zu „The Terminal List“ schrieb) und David DiGilio viel Zeit und Mühe in die Authentizität der Protagonisten und Statisten investiert haben, um ihre Story in so glaubwürdigen Bildern wie möglich zu erzählen.
Nachwehen

Nach den Ereignissen auf der Brücke gehen es die Macher erst einmal etwas ruhiger an und geben dem Publikum Gelegenheit, das Umfeld der Protagonisten näher kennenzulernen. Außerdem erfahren wir, dass neben Chris Pratt und den erneut in seine Rolle des Ben Edwards schlüpfenden (Taylor Kitsch) einige weitere bekannte Gesichter auftauchen, unter ihnen auch Jai Courtney aka Steve Horn, den wir aus drei Episoden von „The Terminal List“ kennen.
Als weitere Stargäste gesellen sich nebenbei erwähnt übrigens noch Arnold Schwarzeneggers Sohn Patrick Schwarzenegger sowie Luke Hemsworth mit Figuren hinzu, die wir entweder bereits kennen oder die in der zweiten Staffel der Serienmutter auftauchen werden. Damit ist der Bezugspunkt zum Original gegeben, auch wenn sich die Serie in ihrer Tonalität und vom Thema her in der Pilotfolge (noch) recht stark von dem Rachethriller aus dem Jahr 2022 abhebt.
Bezugspunkt ist ein gutes Stichwort, denn in „Dark Wolf“ geht es indes kameradschaftlich zu. James und seine Teammitglieder sitzen gemeinsam am Feuer und feiern die Bruderschaft ihrer Einheit. Hier und da fällt ein pathetischer Kommentar über Stolz und Ehre und die heldenhaften US-Soldaten lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie von ihrer Sache felsenfest überzeugt sind.
Verrat auch hier
Das mag auf den ersten Blick überzogen wirken, ergibt aber im Kontext der Serie Sinn, denn Reeces Treue wird schon bald auf die Probe gestellt. Denn auch hier ist der Verrat nicht weit, angeblich natürlich zum Wohl der USA und des Iraks von der CIA an den eigenen Soldaten begangen.
Wie sich in den nächsten Minuten herausstellt, lebt der Verantwortliche für das oben erwähnte Brückenmassaker noch und führt nicht weit vom Camp entfernt in aller Seelenruhe ein gutes Leben in Mossul. Mehr noch: Er wird sogar von der CIA als Informant geführt und beschützt, womit die Autoren klarmachen, dass ihr Land auf Stolz und Ehre pfeift, wenn es um die eigenen Vorteile diverser Institutionen geht.
Sicherlich mag man an dieser Stelle argumentieren, die Soldaten dienten einem höheren Wohl und müssen daher auch solche Kröten schlucken. Doch der Informant hat das Blut von Hunderten, darunter Frauen, Kinder und Kameraden an seinen Händen und lässt James' Gefühle hochkochen. Derartige Plot-Points sind in Kriegs-Thrillern nichts Neues, sorgen aber bei guter Schreibe und Inszenierung immer wieder für Spannung.
Spannung pur
Und genau die ist hier gegeben, zumal die Autoren mit dem irakischen Sergeant und Übersetzer Daran (Fady Demian) eine tragische Komponente einbauen, die die nun folgenden Handlungen von Reece triggert. Daran war ein Freund des Navy Seal und stand ihm treu zur Seite. Er verlor im Kampf ein Bein und wird nun von dem neuen Antagonisten der Serie namens Massoud Danawi (Farshad Farahat) gezwungen, einen Selbstmordanschlag in der Basis zu verüben, da er seine Familie gefangen genommen hat. Das Opfer ist indes vergebens und James findet die Leiche seiner Frau in ihrem Haus.
Mit diesem Wissen im Gepäck fällt es uns wesentlich leichter, James' Ausraster seinem Vorgesetzten gegenüber zu verstehen, als er erfährt, dass der IS-Führer von der CIA beschützt wird. In einem von Pratt intensiv gespielten Dialog speit der Soldat seine Meinung hinaus und ersinnt mit seinen Kameraden einen Plan, um doch noch seine Rache zu bekommen. Damit erreichen wir sowohl den zweiten großen Wendepunkt als auch die zweite große Actionszene in der Folge, die zu einem noch wichtigeren Plotpoint führt.
Fazit
„The Terminal List: Dark Wolf“ ist auf der Autorenebene kein Meisterwerk, aber spannend und mitreißend geschrieben. Die Actionsequenzen sind qualitativ hochwertig, die Schauspielriege glänzt mit Spielfreude sowie bekannten Namen und das hohe Tempo sorgt für Unterhaltung. Wer auf Kriegsdramen mit Thrillereinschlag steht, macht also garantiert nichts verkehrt.
Wir verteilen daher bisher vier von fünf Navy Seals.
Verfasser: Reinhard Prahl am Mittwoch, 27. August 2025The Terminal List: Dark Wolf 1x01 Trailer
(The Terminal List: Dark Wolf 1x01)
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