SurrealEstate - Spukhäuser in Bestlage: Review der Pilotepisode

© zenenfoto aus der Serie SurrealEstate (c) Syfy
Die junge angehende Medizinerin Megan Donovan (Tennille Read, Hudson & Rex) fühlt sich alles andere als wohl in ihrem eigentlich behaglich wirkenden Haus: Dort nämlich treibt ein furchteinflößender Spuk sein Unwesen. Immobilienmakler Luke Roman (Tim Rozon, Wynonna Earp) soll ihr dabei behilflich sein, ihren alles andere als leicht verkäuflichen Besitz zu veräußern. Roman ist allerdings kein gewöhnlicher Vertreter seiner Zunft. Zusammen mit dem nerdigen IT-Spezialisten August Ripley (Maurice Dean Wint, „Haven“), Ex-Priester Phil Orley (Adam Korson, „Seed“) und der neu hinzugekommenen Susan Ireland (Sarah Levy, Schitts Creek) ist er auf Spukhäuser abonniert.
Neben mit Megans Haus bekommen es die Mitarbeiter des Roman-Büros jedoch noch mit einer weiteren heulenden Hütte zu tun. Im Haus der Familie Lenore, bestehend aus Mutter Elsa (Petrina Bromley, „Come From Away“), Vater Herb (Kevin Curran, „Dragonwheel“ und Teenie-Tochter Lauren (Jessica Clement, „A Christmas Horror Story“) geht, so erscheint es, ein Poltergeist um.
Dieser scheint insbesondere dann aktiv zu werden, wenn etwas nicht nach dem Willen von Töchterlein Lauren geschieht und entwickelt sich schließlich auch zu einer körperlichen Bedrohung für die Lenores, als das Familienoberhaupt nach einem Angriff der Wesenheit im Krankenhaus landet. Die Lösung des Rätsels ist letztlich ebenso einfach wie verblüffend. Doch auch in Megans Haus gehen die unheimlichen Vorkommnisse weiter.
Es scheint, als hätten dort einst barbarische Menschenversuche am lebenden Objekt stattgefunden, und in einer spukhaften Vision landet Megan selbst auf dem Versuchstisch diabolischer Wissenschaftler.
Geisterjäger-Immobilienmakler Roman hat indes verschwiegen, dass er eine überaus persönliche Verbindung zu Megans Haus besitzt, die bis in seine Kindheit zurückführt.
Verfluchte Häuser
Bereits in der Eröffnungsszene der Pilotfolge wird eins der Vorbilder der Serie SurrealEstate deutlich, die nach ihrer deutschen Premiere bei Sky nunmehr im Abendprogramm von Tele 5 zu sehen ist: Wenn Makler Roman in Hut und Mantel im Regen vor Megans Spukhaus stehenbleibt, fühlen sich manche Horror-Altfans an eine Art Light-Version einer der berühmtesten Szenen aus dem Filmklassiker „Der Exorzist“ erinnert.
Ansonsten drückt die nach ihrer Eröffnungsstaffel pausierende Serie (erst über ein halbes Jahr nach dem Ende von Staffel 1 wurde die für 2023 angesetzte zweite angekündigt) einem in Gruselkreisen beliebten Thema einen neuen Stempel auf. Was wird eigentlich aus Spukhäusern wie dem The Haunting of Hill House, Haunting of Bly Manor oder ebenso dem Anwesen aus „Amityville Horror“, wenn der Geisterspuk erst einmal nachgelassen hat?
Allerdings verzichtet man in „SurrealEstate“ auf sonstige beliebte Patentrezepte gegen Heimsuchungen und geht stattdessen in einer eher ungewöhnlichen Art und Weise auf die Suche nach entsprechenden Lösungen.
Typisch kanadische Serie
Bei alledem kann es SurrealEstate in puncto Produktions-Aufwand nicht mit thematisch ähnlichen Produktionen wie etwa Supernatural oder der Nachfolgeserie The Winchesters aufnehmen, sondern erinnert diesbezüglich weit mehr an andere kanadische Serien-Produktionen wie Wynonna Earp, in der Hauptdarsteller Tim Rozon als Doc Holliday zu sehen war.
Auch deren Hauptdarstellerin Melanie Scrofano wirkt übrigens in einer späteren Episode von „SurrealEstate“ mit und führt bei zwei davon Regie. Als Showrunner von „SurrealEstate“ fungiert Autor George R. Olson, der zuvor an Serien wie „Ruthless“ und dem TV-Film „First Person Shooter“ mitarbeitete. In den USA war „SurrealEstate“ übrigens beim Spartensender Syfy zu sehen.
Durchwachsener Pilotfilm
Zwar macht die Eröffnungsfolge definitiv Spaß, wozu insbesondere auch die eine oder andere Anspielung beiträgt, doch zündet der Stoff hier noch nicht im rechten Maß.
Dazu sind die agierenden Figuren wie der agile, aber auch von seiner Vergangenheit verfolgte Hauptdarsteller und sein charakterlich ebenfalls recht vorhersehbar konzipiertes Team einfach entschieden zu klischeehaft beschaffen und erinnern stark an die Darsteller-Ensembles aus Serien wie „PSI Factor: Es geschieht jeden Tag“.
Das soll dem Pilotfilm von „SurrealEstate“ auf keinen Fall seinen unbestrittenen Unterhaltungswert absprechen, aber das Ganze fühlt sich an wie direkt aus den 90er-Jahren in unsere Zeit gebeamt, in der das Publikum dank schon genannter Vorbilder wie „Supernatural“ durchaus anderes gewohnt ist.
Doch sollte man den Pilotfilm nicht sogleich mit der restlichen Serie, deren erste Staffel neun weitere Folgen umfasst, gleichsetzen. Charaktere sind schließlich zum Entwickeln da, und auch wenn die Lebensgeschichte des Luke Roman für Fans nicht allein des Gruselserien-Bereiches nichts Neues sein mag, bedeutet dies keineswegs, dass dem nicht noch ein paar spannende Komponenten beigefügt werden können.
Wegen der grundsätzlich spaßigen Grundprämisse vergibt der Rezensent drei von fünf Geistererscheinungen und räumt dabei ein, dass schon so manche neue Serie ihre Qualität erst im Lauf der ersten Staffel gewonnen hat.
SurrealEstate: Serientrailer Deutsch
Hier abschließend noch der Trailer zur Serie „SurrealEstate“, die nun auch in Deutschland bei Tele 5 gestartet ist: