Das zweitbeste Krankenhaus der Galaxis: Kritik zum Serienstart bei Amazon Prime Video

© Amazon Prime Video
Es gab in der zweiten Staffel der animierten Sci-Fi-Comedyserie Rick and Morty mal eine Folge, die im hübsch benannten „St. Gloopy Noops Hospital“ spielt, in dem außerirdische Wesen jeglicher Couleur medizinisch versorgt werden. Obwohl das Setting vielversprechend erschien, entschieden sich die Serienmacher dann jedoch dazu, die Hälfte der Laufzeit der Episode, Interdimensional Cable 2: Tempting Fate, mit zusammenhanglosen TV-Sketchen zu füllen. Der Streamingdienst Amazon Prime Video greift die Prämisse nun inoffiziell mit The Second Best Hospital in the Galaxy auf, um hoffentlich noch mehr rauszuholen...
Die Showrunnerin Cirocco Dunlap gibt als eigentliche Inspiration diverse Filmklassiker wie „Alien“, „Groundhog Day“ oder auch das literarische Werk Douglas Adams' an (aber auch „Rick and Morty“ dürfte sie kennen). Als Produzentinnen und Sprecherinnen stehen ihr Maya Rudolph (Big Mouth) und Natasha Lyonne (Poker Face) zur Seite. Mit Letzterer hatte Dunlap in der Vergangenheit auch die Netflix-Serie Russian Doll (zu Deutsch: „Matrjoschka“) umgesetzt.
Ebenfalls im Voice-Cast mit dabei sind: Stephanie Hsu („Everything Everywhere All at Once“), Keke Palmer („Nope“), Greta Lee („Past Lives - In einem anderen Leben“) sowie der frisch gekürte Emmypreisträger Kieran Culkin (Succession). Als Gaststars sind außerdem Tracee Ellis Ross (Black-ish), Abbi Jacobson (Broad City), Jay Ellis (Insecure), Bowen Yang (Awkwafina Is Nora From Queens), Gary Anthony Williams (American Dad), Popstar Sam Smith und Regielegende John Waters („Hairspray“) mit von der Partie.
„Das zweitbeste Krankenhaus der Galaxis“ hat also eine wirklich beeindruckende Belegschaft vorzuweisen. Die achtteilige Auftaktstaffel der Animationsserie für Erwachsene ging am heutigen Freitag, den 23. Februar 2024 bei Amazon Prime Video online. Die halbstündige Pilotepisode mit dem deutschen Titel Kleine Würmer, große Probleme enttäuscht leider ein bisschen.
„The Second Best Hospital in the Galaxy“ ist clever, aber nicht sehr witzig
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Alienärztinnen Dr. Sleech (Hsu) und Dr. Klak (Palmer), die sich gegenseitig anstacheln, die Grenzen der futuristischen Medizin auszutesten. Sie gehen hohe Risiken ein und brechen auch gern mal die Regeln, doch der Erfolg ihrer Behandlungen gibt ihnen meistens recht. Viele Patient:innen reisen extra aus mehreren Lichtjahren entfernten Winkeln der Galaxis an, um Sleech und Klak zu konsultieren. In Episode eins kriegen sie es vor allem mit emotionsfressenden Parasiten zu tun - man sollte also einen festen Magen mitbringen.
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Im wahrscheinlich besten Gag der Folge sehen wir, wie sie an einem weiblichen Menschen operieren. Natürlich denken wir, sie würden versuchen, das Leben der Frau von der Erde zu retten. In Wahrheit geht es ihnen allerdings um das kleine Monster, das sich in ihrem Bauch eingenistet hat. Als es brutal aus dem Wirtskörper rausgeschnitten wird, bedankt es sich brav bei den beiden. Bei diesem cleveren Witz kommen die Intelligenz und auch der Humor richtig zusammen, was aber leider ein Einzelfall bleibt. Denn im weiteren Verlauf geht es über ein anerkennendes Lächeln nicht hinaus.
Mit anderen Worten: „The Second Best Hospital in the Galaxy“ hat viele gute Ideen und sollte daher in der Theorie eigentlich lustig sein. Aber zumindest für unseren persönlichen Geschmack ist es das nur selten. Und das scheint so schade, wenn man bedenkt, wie toll die beteiligten Stimmen eigentlich sind. Beim Animationsstil dürften sich die Meinungen vermutlich noch mehr spalten: Einerseits erinnert auch dieser sehr an „Rick and Morty“, andererseits legt man schon ziemlich viel Wert darauf, dass die Dinge richtig eklig aussehen. Wem's gefällt...
Der unfaire Vergleich mit „Rick and Morty“
Klar wissen wir, dass es immer gemein ist, eine neue Serie mit dem bestem Werk eines Genres (in dem Fall also animierte Sci-Fi-Serie) zu vergleichen. Aber die Grundprämisse von „The Second Best Hospital in the Galaxy“ stammt halt einfach eins zu eins aus „Rick and Morty“, obwohl natürlich auch dort fremde Konzepte aufgegriffen werden. Immerhin bleibt Amazon beim Titel des Neustarts bei der Wahrheit, denn es handelt sich wirklich nur um die zweitbeste Variante der Idee.
Mit der Zeit können sich die Dinge sicherlich noch eingrooven, denn auch „Rick and Morty“ war im Pilot damals alles andere als perfekt. Doch ein Grundelement, auf das hier fatalerweise völlig verzichtet wird, ist die buchstäbliche Erdung der Sci-Fi-Welt. Gerade, weil ein Rick Sanchez und Familie Smith hin und wieder ein ganz normales Leben auf der Erde führen, wirken ihre intergalaktischen Abenteuer umso abgedrehter. Bei „The Second Best Hospital in the Galaxy“ kommt man beim Zuschauen gar nicht hinterher, weil einem jegliche Bodenhaftung fehlt. Jede Figur hat irgendein komisches Glirp oder Blips als Namen und sie haben ganz andere Gedanken als wir Menschen. Wo soll man da eine Verbindung aufbauen?
Drei von fünf außerirdische Arztkittel!
Hier abschließend noch der Trailer zur Serie „The Second Best Hospital in the Galaxy“: