The Resident 1x01

The Resident 1x01

Seit gestern läuft in den USA auf FOX die Arztserie The Resident. Sie stellt schon oft gezeigte und typische Geschichten eines amerikanischen Krankenhauses in einem neuen Licht dar. Erfrischend ehrlich wird der moralische Verfall des Gesundheitssystems und die nicht immer tadellose Persönlichkeit der Götter in Weiß präsentiert.

„The Resident“ (c) FOX
„The Resident“ (c) FOX
© ??The Resident“ (c) FOX

Als überzeugter Emergency Room-Fan stehe ich anderen Krankenhausserien von Haus aus kritisch gegenüber. Dieses Fleckchen meines Serienherzens ist eben schon seit Jahren besetzt. Dennoch war ich gespannt auf das neue FOX-Ärzte-Drama The Resident. Überrascht und überzeugt werden kann man schließlich immer. Doch diesmal nicht. In der Pilotepisode gibt es wenig, was nicht schon einmal gezeigt wurde. Sogar Dialoge wirken, als hätte ich sie schon vorher gehört. Handlungsstränge und Charakterzeichnungen sind auch sehr stereotyp.

Was allerdings erfrischend anders ist, ist der düstere Blick auf den Krankenhausalltag und die Persönlichkeiten der Götter in Weiß. Es ist sonst eher untypisch, dass uns nicht nur junge, gut aussehende und hoch motivierte Doktoren, die heldenhafte Lebensrettungen vollbringen, geboten werden. Obwohl gut aussehend hier nicht ganz auf der Strecke bleibt. Die pessimistische und süßsaure Perspektive macht „The Resident“ zu etwas Besonderem seiner Art.

Grundtenor: Jeopardy!

Das ist auch der Grund, warum mich die erste Folge zwischen durchschnittlich und speziell schwanken lässt. Die mehr als offensichtliche Kritik am moralischen Verfall des amerikanischen Gesundheitssystems ist angenehm offen. Sätze wie „Medical error is the third leading cause of death in the United States“ oder „Oncologists make a huge profit from the drugs they prescribe“ zeigen, dass die Autoren kein Problem mit der Wahrheit haben. Und wenn dann der Chef und das Aushängeschild des Krankenhauses, Dr. Randolph Bell (Bruce Greenwood), der jungen und talentierten Chirurgin Dr. Mina Okafor (Shaunette Renee Wilson) mit Abschiebung droht, wenn sie nicht nach seiner Pfeife tanzt, wird das ganze Elend hinter den sauberen Mauern evident. Es bleibt zu hoffen, dass „The Resident“ diesen Biss und diese Scharfzüngigkeit beibehält und nicht in ein weiteres blasses Medizindrama abdriftet.

Handlung: Die Höhle der Löwen

Wir folgen dem begeisterten Harvard-Absolventen Dr. Devon Pravesh (Manish Dayal) an seinem ersten Tag am Chastain Park Memorial Hospital, Atlanta. Jede gute Krankenhausserie hat ihren unverdorbenen Neuling. Seine Euphorie wird jäh gebremst, als ihm sein Mentor Dr. Conrad Hawkins (Matt Czuchry) direkt zu verstehen gibt, er solle alles vergessen, was er über Medizin weiß, denn es zähle sowieso nur ein Fakt: Was er sagt, ist Gesetz. Talentiert und hervorragend in seinem Beruf ist Hawkins' zwischenmenschliches Benehmen arrogant und autoritär. Aber auch er hat seine weichen Momente und wirkt so nicht komplett abstoßend.

Wirklich abstoßend ist hingegen die Figur des Dr. Bell, dessen Ego größer ist als die Patientenfürsorge. Ehemals ein ausgezeichneter Chirurg muss er sich nun eingestehen, dass sein Körper ihn langsam im Stich lässt und er eigentlich den jüngeren Kollegen den Weg räumen müsste. Bei diesen hat er bereits den Spitznamen „HODAD - Hands of Death and Destruction“. Dass er seinen Platz im Rampenlicht allerdings nicht so leicht aufgibt, wird wenig später deutlich. Eine Operation mit einem neuartigen Roboter steht an. Für diesen Moment hat Chirurgin Okafor viele Stunden trainiert.

Am Tag vor dem Eingriff besteht Bell jedoch darauf, den Roboter zu bedienen, obwohl er keine Erfahrung mit der Maschine hat. Beim Üben stellt er allerdings fest, dass er es nicht schaffen kann. Um sich dennoch keine Blöße in der Öffentlichkeit zu geben, lässt er die Internet-Übertragung manipulieren. Zu den vielen persönlichen und intimen Problemen gesellen sich zwischenmenschliche Konflikte verschiedenster Art. Ob Autoritäts-, Beziehungs- oder Moralprobleme, das ist nun mal der Stoff, aus dem Krankenhausserien sind.

Fazit: Genial daneben

Ich vergebe der Pilotepisode von „The Resident“ 2,5 Sterne, da ich mich noch nicht zwischen oberflächlich und einfallslos und hervorstechend und interessant entscheiden kann. Der pessimistische Blickwinkel auf die Ereignisse und Normen des Krankenhauses könnte darüber hinwegtäuschen, dass die Geschichten nichts Neues sind. Der durchaus interessante Cast könnte die durchschnittlichen Charaktere zu etwas Originellem machen. Die nächsten Episoden werden zeigen, wohin die Reise geht. Bis dahin heißt es abwarten und... „ER“ schauen.

Verfasser: Gine Kreuzer am Montag, 22. Januar 2018

The Resident 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(The Resident 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Aller Anfang ist schwer
Titel der Episode im Original
Pilot
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 21. Januar 2018 (FOX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 24. Oktober 2018
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 8. Oktober 2018
Autoren
Amy Holden Jones, Hayley Schore, Roshan Sethi
Regisseur
Phillip Noyce

Schauspieler in der Episode The Resident 1x01

Darsteller
Rolle
Manish Dayal
Shaunette Renee Wilson
Bruce Greenwood

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