The Republic of Sarah: Review der Pilotepisode

© zenenfoto aus der Serie The Republic of Sarah (c) The CW
In der Pilotepisode der neuen The CW-Serie The Republic of Sarah setzt sich die Geschichtslehrerin Sarah (Stella Baker) für die Menschen in ihrer Kleinstadt gegen die Ausbeutung durch einen großen Konzern und dessen rücksichtsloses Vorgehen zur Wehr. Dabei kommt ihr durch die Entdeckung eines Schlupflochs eine äußerst ungewöhnliche Idee mit großen Konsequenzen für sie und ihre Mitbürger.
Was geschieht in der Pilotepisode?
Sarah unterrichtet an einer Highschool im beschaulichen Ort Greylock im US-Bundesstaat New Hampshire. Als eines Tages ein Großkonzern im Grund des Orts entdeckte Mineralien abbauen will, schrillen bei vielen Bewohnern die Alarmglocken. Ausgerechnet ihr Bruder Danny (Luke Mitchell) repräsentiert dabei die Firma, die schon längst einen Deal mit dem Gouverneur des Bundesstaats abgeschlossen hat und Verbesserungen der Infrastruktur des Ortes durch den Einzug seiner Firma nur halbherzig vorschiebt. Denn nicht nur haben sie dazu vor, diverse Bewohner und ihre Häuser umzusiedeln, sie drohen auch damit, alles platt zu walzen, was dabei in ihrem Weg ist...
In diesen stellt sich Sarah darauf nicht nur sprichwörtlich, um die schweren Gerätschaften davon abzuhalten, mit ihrem Werk zu beginnen. Doch das verschafft ihr nur wenig Zeit, um sich eine richtige Strategie auszudenken und um Greylock vor der Willkür und Rücksichtslosigkeit von Dannys Arbeitgeber zu bewahren. Dabei findet sie ein rechtliches Schlupfloch, was die geografische Lage an der Grenze zu Kanada und eine Flussspaltung ausnutzt: Theoretisch wäre es möglich, eine eigene Republik auszurufen und sich so vor der Autorität des Bundesstaats und dessen Baugenehmigung zu schützen. Das wird auf einer Versammlung zur Abstimmung gebracht und letztendlich auch durchgewunken. Dies entgeht nicht nur der Presse, sondern zu Sarahs Ärgernis auch dem FBI, welches ihr vorwirft, mit diesem Entwurf ein Bundesgesetz gebrochen zu haben und sie dementsprechend zunächst abführt.
Welchen Eindruck hinterlässt die erste Episode?
The Republic of Sarah bringt grundsätzlich eine spannende Idee mit sich. Während die Produktion technisch und qualitativ die Erwartungen an diese Art von Serie erfüllt, entblößt das Drehbuch selbst diverse Stärken und Schwächen. Die Komplexität der Gründung eines eigenen unabhängigen Staates und des Prozesses sorgt allerdings dafür, dass die Serie in dieser Kategorie mehr abbeißt, als sie hinunterschlucken kann. Das liegt in erster Linie insbesondere an einem Punkt: dem Pacing. Sarah prescht ziemlich schnell mit ihrem Vorschlag hervor und darauf folgt auch gleich die Umsetzung, dabei wäre ein etwas ruhigerer Aufbau diesem Thema sicher gerechter geworden.
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Das spiegelt sich auch in den Handlungen der verschiedenen Figuren wider, die kaum, dass wir sie kennengelernt haben, bereits monumental lebensverändernde Entscheidungen, wie etwa Sarahs Mutter Ellen (Megan Follows), treffen und auch ihr love interest Grover (Ian Duff) oder ihr Bruder Danny beschließen direkt etwas an einem großen Wendepunkt in ihrem Leben, der exakt auf die erste Episode fällt. Diese Wandlungen und Entscheidungen würden einfach deutlich mehr Wucht haben, wenn wir etwas von ihrer Entwicklung mitbekommen hätten und die Charaktere schon ein wenig kennen würden. Man merkt der Serie einfach ein wenig ihre CW-DNA an, schwierige Themen nicht zu trocken darstellen zu wollen und gleichzeitig viel Drama aufzubauen, denn alle Charaktere sind auf gewisse Weise miteinander verbunden und Konflikte sowie Skandale bahnen sich bereits früh an.
Aus dem Cast sticht bisher Stella Baker in ihrer Hauptrolle als Sarah hervor, für die es zwar eine ihrer ersten Rollen ist, die aber dafür schon ein gewisses Charisma versprüht. Die Dialoge an sich sind überwiegend gelungen und hören sich weitestgehend natürlich an. Ganz generell ist das zwischenmenschliche Drama mit seinen bereits frühen Verflechtungen der Figuren durchaus spannend und deutet bereits jetzt einige Entwicklungen an, die Lust auf mehr machen. Dabei emotionalisiert man das Ganze bereits mit einer gewissen Finesse, so dass es bereits ein paar Feel-Good-Momente wie etwa die Pärchenbildung der Schüler Bella (Landry Bender) und Tyler (Forrest Goodluck) gibt.
Abzüge gibt es allerdings für das Schwarz-Weiß-Weltbild, das die Serie zeichnet und mit dem sie es sich ein wenig zu einfach macht. Der große böse Konzern walzt rücksichtslos alles platt und deren Repräsentantin greift im Stile einer Comicbuchschurkin direkt zu ruchlosen und verwerflichen Methoden und zu Erpressung ohne jedes Gewissen. Auch alle Bürger, die für das Bauvorhaben, wie etwa der Bürgermeister, sind, werden als ziemlich unsympathisch und ignorant dargestellt, so dass man als Zuschauer gar nicht auf die Idee kommen kann, mit ihnen oder ihrer Meinung zu sympathisieren. Die möglichen wirtschaftlichen Vorzüge durch den Einsatz des Konzerns werden nur beiläufig erwähnt und bewusst von den negativen Handlungen seiner Mitarbeitet überschattet. Hier hätte man eindeutig mehr herausholen können, wenn man die Verführung durch Geld und Infrastruktur sowie eine mögliche Gentrifizierung gegen die Erhaltung der idyllischen Stadt und ihrer Beschaulichkeit anhand verschiedener Bewohner darstellt, die alle ihre eigenen Gründe haben, sich auf der einen oder anderen Seite zu positionieren.
Fazit
Die Prämisse der Serie „The Republic of Sarah“ hätte im Prinzip als Basis für eine Comedyserie oder für ein Drama dienen können. Mit der Entscheidung, hier unbestreitbar den Dramaweg zu beschreiten, kommt allerdings eine gewisse Verantwortung mit sich, diesem komplexen Thema gerecht zu werden. An dieser Stelle scheint man sich ein wenig übernommen zu haben, zumal man diesem durch sehr schnelles Pacing nicht genügend Raum zur Entfaltung lässt und sich gleichzeitig vorwiegend an das zwischenmenschliche Drama klammert und dies in den Vordergrund stellt. Letzteres bietet dank ordentlicher Dialoge und einer charismatischen und unverbrauchten Hauptdarstellerin schon einen gewissen Unterhaltungswert und es werden auch viele Konflikte und Charaktere miteinander verbunden und in Position gebracht, die Lust darauf machen, noch ein wenig weiterzuschauen.
The Republic of Sarah: Serientrailer
Hier abschließend noch der aktuelle Trailer zur gerade frisch angelaufenen Serie „The Republic of Sarah“:
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