Die neue Sitcom The Real O'Neals handelt von einer Familie, die im wahrsten Sinne des Wortes vom Glauben abfällt. Aus einer streng katholischen Sippe wird im Verlauf der Pilotepisode eine Gang aus Kanudieben, die sich aus dem Hinterausgang schleichen.

Cast der Serie „The Real O'Neals“ / (c) ABC
Cast der Serie „The Real O'Neals“ / (c) ABC

Die ABC-Sitcom The Real O'Neals kann mit vielversprechenden Namen aufwarten. Doch nach der Pilotepisode bleibt man enttäuscht zurück. Weder Martha Plimpton (Raising Hope) noch Jay R. Ferguson (Mad Men) können die flache Story voller Klischees retten.

Worum es geht

Eileen (Martha Plimpton) und Pat (Jay R. Ferguson) haben drei goldige Kinder und ein großes Hobby: ihre Kirchenmitgliedschaft. Von der ersten Minute der Pilotepisode an lassen die Serienmacher keinen Zweifel daran, worum es hier gehen soll: die Enttarnung der Doppelmoral vieler Gläubiger. Das Christentum der O'Neals ist weniger ein Glaube als vielmehr eine Lifestylewahl. Es ist besser mit Kirchenzugehörigkeit als mit Religion beschrieben.

Weniger begeistert von dieser Sache sind die drei halbwüchsigen Kinder, Kenny (Noah Galvin), Shannon (Bebe Wood, The New Normal) und Jimmy (Matthew Shively, „Winx Club“). Ersterer ist die unangefochtene Hauptfigur der Story und er hat ein Geheimnis: Er ist homosexuell. Im Verlauf der Pilotepisode stellt er ziemlich weitsichtig fest, dass er sich seiner Highschoolfreundin gegenüber nun outen muss, wenn er nicht eines Tages mit vier gemeinsamen Kindern aufwachen will. Doch stattdessen wendet er sich an seinen Vater, was dazu führt, dass er sich schließlich vor der gesamten Familie (und versehentlich der ganzen Gemeinde) outet.

Doch auch seine Geschwister haben sich ein kleines Doppelleben angelegt: Shannon als notorische Diebin und Jimmy findet Zuflucht in der Magersucht. Hinter dem schönen Schein der Eltern kocht ebenfalls der drohende Zusammenbruch, sie schreiten - heimlich von einer Therapie begleitet - der Scheidung entgegen. Ganz nebenbei nutzen sie die allgemeine Geständnisatmosphäre, um zu erwähnen, dass sie das erste der Geschwister auf dem zweiten Date unter Einfluss von Marihuana gezeugt haben.

Das ist dann auch schon die Geschichte der Pilotepisode. Aus der idyllischen Familie, die sich in der Kirche engagiert, wird eine Gruppe von Individuen, die dem Anspruch ihres Bischofs alles andere als gerecht werden.

Wie kommt es rüber?

In der ersten Episode der Serie The Real O'Neals lassen die Macher, wie gesagt, keinen Zweifel an ihrem Vorhaben aufkommen: Hier soll Amerikas christliche Bilderbuchfamilie entzaubert werden. Hinter dem Schein kommen unterdrückte Homosexualität, ungewollte Schwangerschaften, längst zerbrochene Ehen und jede Menge anderer, zu erwartender Dinge hervor.

So unterhaltsam die Idee von dem Blick hinter die Kirchenkulissen auch klingt, so flach und humorlos ist dann das Ergebnis, was wir serviert bekommen. Die einzigen Witze, die immerhin ein bisschen zünden, darf Noah Galvin sich auf die Fahne schreiben und das liegt mehr an seinem komödiantischen Talent, als an dem, was die Autoren ihm geben.

Der Rest ist so vorhersehbar, dass man es zwischendurch kaum glauben kann. Selbst vor der Wendung, dass die gesamte Gemeinde die Geständnisse der Familie mitgehört hat, schrecken die Macher nicht zurück.

Fazit

Die Sitcom The Real O'Neals kann mit der Pilotepisode nicht überzeugen. Die christlichen Werte einer ach so heilen Familie werden als Schein enttarnt und dahinter kommt zum Vorschein, dass sie das Gegenteil von dem sind, was sie vorgeben zu sein. Könnte gut werden, kommt nur leider in dieser Variation ohne echte Komik daher.

Trailer zur US-Serie „The Real O'Neals“:

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