The Purge: Kritik zum Start der Serie

© romo-Poster für die „The Purge“-Serie (c) USA Network
Die The Purge-Serie ist ein Spin-off der Horrorfilmreihe mit demselben Namen. Ausgangspunkt der Handlung ist, dass es eine Nacht im Jahr gibt, in der in den USA jedes Verbrechen legal ist. Raub, Drogenverkauf, Mord, Massenmord, einfach alles ist erlaubt.
In der Pilotepisode wird die purge von der Bevölkerung als gegeben angesehen, also scheint es sie wenigstens schon ein paar Jahre zu geben. Das Jahr wird aber nie spezifisch genannt. Jede Episode zeigt einen Abschnitt der Nacht, die Pilotfolge steigt 90 Minuten vor der purge ein.
Zuerst lernen wir Miguel (Gabriel Chavarria) kennen. Er ist aus dem Krieg heimgekehrt und sucht fieberhaft nach seiner Schwerster. Er macht sich Sorgen um sie, weil sie ihm einen rätselhaften Brief kurz vor dem diesjährigen Ereignis geschickt hat.
Jane (Amanda Warren) ist eine karriereorientierte Frau, die ihren Job bei einer Wirtschaftsfirma sehr ernst nimmt. Sie besucht ihre Mutter im Krankenhaus, um ihr zu erklären, dass sie sich selbst für die purge-Nacht nicht von der Arbeit freinehmen kann.
Und dann ist da noch das junge Pärchen Rick (Colin Woodell) und Jenna (Hannah Emily Anderson), die für ihr gemeinsames soziales Projekt unbedingt Geld brauchen. Ihre Gelegenheit ergibt sich, als der reiche Albert Stanton (Reed Diamond) sie auf eine von ihm ausgerichtete Feier einlädt.

Wer ist alles dabei?
Der bekannteste Name der Serie ist wohl Amanda Warren (The Leftovers und Filme wie „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“). Außerdem ist Lili Simmons (Hawaii Five-0) mit dabei, die von ihr porträtierte Lila ist in der ersten Episode aber nur kurz zu sehen. Genauso schnell kann man Schauspieler Reed Diamond übersehen, wenn man nicht aufmerksam ist. Er taucht in einer kurzen Szene des Piloten als Gastgeber Albert Stanton auf. Reed Diamond spielte zuvor in Designated Survivor, Marvel's Agents of S.H.I.E.L.D., The Mentalist und vielem mehr mit.

Wie ist die Serie umgesetzt?
Trotz der interessanten Voraussetzungen ist die Pilotepisode weitgehend eintönig. Die Handlung ist zum Teil vorhersehbar und schleppt sich an manchen Stellen zu langsam dahin. Ganze Szenen in der Folgen sind unnötige Filler, die es nicht schaffen, die Welt der Serie lebendiger wirken zu lassen. Im Großen und Ganzen macht die erste Episode den Anschein, dass der Einstieg in einen Film nun auf eine ganze Stunde gestreckt werden musste. Logiklöcher in der Handlung und Zeitabfolge helfen dabei auch nicht gerade.
Was die allgemeine Optik angeht, ist die Serie aber gut aufgestellt. Die Kameraführung ist routiniert und das Budget scheint nicht riesig, aber solide zu sein. Manche der Charaktere sind etwas hölzern, was auch an dem teils flachen Skript liegen mag. Eine Ausnahme ist Amanda Warren, die jeder Szene Kraft gibt, in der sie zu sehen ist. Auch der Handlungsstrang ihrer Figur June ist bei weitem der interessanteste.

Fazit
Die Pilotfolge von „The Purge“ ist nicht wirklich schlecht, lässt jedoch einiges zu wünschen übrig. In der ersten Episode erinnert die Serie an einen Splatterfilm, ohne dass Blut fließt. Da ab der zweiten Folge die purge so richtig beginnt, wird aber voraussichtlich dann mehr als genug spritzen. Wer ein Fan der Filme ist, dem könnte auch die Serie gefallen. Allerdings fehlt hier bis jetzt der Gesellschaftskritik, die an den Filmen so gelobt wurde, jeglicher Biss.