
Sie war ausgezeichnet in NBCs Profiler und zuletzt in FX' Sons of Anarchy, wo sie mit ihrer Performance als Agent Stahl dafür sorgte, dass nicht nur die Sons zur Weißglut getrieben wurden, sondern auch die Fans. Wenn Fans eine Figur so hassen, dann hat der-/diejenige den Job hervorragend gemacht. Nach der Sichtung von Lifetimes The Protector frage ich mich allerdings: Wie ist Ally Walker hierher geraten? Gab es nichts Passenderes auf dem Kabelsender FX, der von ihrem Mann John Landgraf geführt wird?
Warum diese Fragen? Bei all den Lesern, die den Piloten mochten, entschuldige ich mich für meinen Sarkasmus, aber The Protector kann den Zuschauer vor allem beschützen, nur nicht vor Langeweile. Ally Walker spielt Detective Gloria Sheppard, allein stehende Zweifachmutter, die zusammen mit ihren zwei Söhnen und ihrem Bruder lebt, welcher sich von seiner Alkoholsucht erholt. Der Pilot eröffnet wie jedes Procedural mit einer erschreckenden Sequenz. Der Zuschauerschaft angemessen, die sich Lifetime zu erkämpfen gedenkt, entwickelt sich hier der Horror nicht an einem Tatort oder im Zuge eines grausamen Verbrechens, sondern in der Küche der Familie, wo Gloria die Zeit davonläuft, Kinder und Haushalt in den Griff zu bekommen, um anschließend pünktlich bei der Arbeit zu sein...
Ally Walker versucht zwar alles, denn sie ist in nahezu jeder Szene präsent, aber bis auf ein paar Klischees hat sie wenig, womit sie arbeiten kann. Die Chemie zwischen ihr und ihrer farbigen Partnerin Michelle Dulcett (Tisha Campbell-Martin) erschöpft sich in Michelles hochgezogenen Augenbrauen bei jedem Satz, den Gloria von sich gibt.
Nach dem zehnten Mal haben wir es mitgekriegt: Gloria ist aufsässig, hat Probleme mit männlichen Autoritäten und das Gespür fürs Aufklären von Verbrechen, was sie in dem Fall um den toten Millionär und seine Frauen unter Beweis stellt. Gloria ist eine außergewöhnliche Mutter und ein Schock für die Hilfe suchende Nachbarin: „I've got to be honest with you, gnomes are a little outside my jurisdiction. Now if you find a severed head, you give me a call. I've had a lot of success with severed heads.“ Miguel Ferrer (Crossing Jordan) spielt den Chef, den er immer spielt, und die Büros bieten einen wunderschönen Blick auf die Stadt. Das andere Schöne an The Protector sind die vorgeführten Kleidungsstücke, manche davon in Lila. Anscheinend ist die Farbe ein Modetrend in Procedurals, aber ich glaube, man greift vor allem deswegen so oft auf sie zurück, weil Frauen darin toll aussehen.
Wir wollen einmal hoffen, dass Lifetime ein paar Falten in dieses glatt gebügelte Hemd bekommt - denn ansonsten ist das Ganze pure Verschwendung der Zeit zwischen zwei Waschmaschinenladungen.